Maddie McCann: Christian B. mit mysteriösem Anruf vor Maddies Verschwinden – führt die Spur in Knuddels?

Maddie McCann wird seit 13 Jahren vermisst. Christian B. gilt als tatverdächtig.
Maddie McCann wird seit 13 Jahren vermisst. Christian B. gilt als tatverdächtig.
Foto: dpa/AFP/Metropolitan Police; Montage: DER WESTEN

13 Jahre beschäftigt das Verschwinden von Maddie McCann die ganze Welt.

Inzwischen haben die Ermittler einen neuen Verdacht: Christian B. könnte sie entführt und getötet haben.

Steht das Rätsel im Vermisstenfall Maddie McCann damit vor der Auflösung? Noch fehlt der Braunschweiger Staatsanwaltschaft ein „dringender Tatverdacht“.

Maddie McCann: Mit wem telefonierte Christian B.?

Alle neuen Erkenntnisse der Ermittler im Fall Maddie McCann kannst du hier in unserem Newsblog lesen.

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Der Fall Maddie McCann:

  • Madeleine Beth McCann, genannt Maddie (3), verschwand am 3. Mai 2007
  • Zuletzt sahen sie ihre Eltern sie in ihrer Ferienwohnung in Portugal
  • Als Maddie McCann verschwand, waren ihre Eltern mit Freunden essen
  • Der einzige Hinweis: ein geöffnetes Fenster
  • Nach 14 Monaten stellte die portugiesische Polizei die Ermittlungen zu dem britischen Mädchen ein
  • Bis heute gibt es kein Anzeichen, ob Maddie noch lebt
  • Am 12. Mai hätte Maddie McCann ihren 17. Geburtstag gefeiert

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Die Chronik im Fall der verschwundenen Maddie McCann
Die Chronik im Fall der verschwundenen Maddie McCann

Montag, 20. Juli:

11.33 Uhr: Führt mysteriöser Anruf vor Maddies Verschwinden zu deutschem Pädophilen?

Erhielt Christian B. vor dem Verschwinden von Maddie McCann einen Anruf eines deutschen Pädophilen? Das will der britische Investigativ-Reporter und ehemalige Polizist Mark Williams-Thomas aufgedeckt haben. Gegenüber der britischen Boulevard-Zeitung „The Sun“ sagte Williams-Thomas: „Es ist sehr wahrscheinlich, dass ein Pädophiler, der in Deutschland im Dark Web operierte und kinderpornografisches Material austauschte, die Nummer besaß, die Christian B. angerufen hat.“

Offen sei die Frage, ob der Pädophile die Nummer 2007, zum Zeitpunkt des Verschwindens der dreijährigen Maddie, benutzte.

Williams-Thomas hatte mit Pädophilen-Jägern zusammengearbeitet, um den Besitzer der Nummer ausfindig zu machen. Wie die Sun berichtet, soll der Besitzer der Handynummer mit kinderpornografisches Material und eigene Geschichte von Kindesmissbrauch im Dark Web geteilt haben. Die Spur soll auch in den deutschen Social Media-Dienst „Knuddels“ führen.

Donnerstag, 15. Juli:

07.25 Uhr: Revisionsverfahren am EuGH startet

Heute blicken die Ermittler im Fall Maddie McCann gespannt nach Luxemburg. Es geht um die Frage, wie lange Christian B. noch in Haft bleibt. Denn hier beginnt das Revisionsverfahren im Vergewaltigungsfall aus dem Jahr 2005. Der Maddie-Verdächtige, der wegen eines Drogendeliktes noch in Kiel in Haft sitzt, war im Dezember 2019 vom Landgericht Braunschweig wegen schwerer Vergewaltigung in Tateinheit mit räuberischer Erpressung zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt worden. Das Gericht sah es damals als erwiesen an, dass der maskierte Täter eine 72-jährige US-Touristin überfiel, fesselte und auf sie einschlug.

Christian B. hat Revision eingelgt. Der Bundesgerichtshof leitete den Fall weiter an den Europäischen Gerichtshof. Hier beginnt am Donnerstag die Anhörung. Es geht um den sogenannten „Spezialitätenschutz“ und eine komplizierte juristische Frage. Denn Christian B. behauptet, dass die Justiz in Braunschweig ihn nicht hätte verurteilen dürfen. Denn er war wegen Kindesmissbrauch und nicht wegen Vergewaltigung von Portugal nach Deutschland ausgeliefert worden. Hätte Portugal also zustimmen müssen?

Die deutschen Behörden sehen das anders: denn der 43-Jährige war über die Niederlande nach Italien ausgereist, wo er schließlich verhaftet wurde. Italien stimmte der Auslieferung zu. Die deutschen Gerichte sind der Meinung, damit sei die Zustimmung aus Portugal zu dem Prozess wegen Vergewaltigung hinfällig geworden.

Ob Christian B. persönlich bei Gericht erscheinen wird, konnte EuGh-Sprecher Hartmut Ost gegenüber Focus Online nicht sagen. Eine Entscheidung soll bei einem späteren Termin gefällt werden.

Montag, 13. Juli:

10.59 Uhr: Hatte Christian B. eine Komplizin?

Hatte Christian B. eine Komplizin? Im portugiesischen TV-Sender RTP wurde die deutsche Nicole F. als Freundin von Christian B. beschrieben. Sie sei zuvor mit einem Roman zusammen gewesen, später mit Christian B. ein Paar gewesen. Nicole F. soll wie B. aus Bayern stammen und in Portugal sich um deutsche Problem-Teenager gekümmert haben.

„Nicole war seine 'Partnerin in Crime'“, sagte die bekannte portugiesische Journalistin Sandra Felgueiras der spanischen Zeitung „Olive Press“. Felguieras kündigt weitere Enthüllungen an.

Die Braunschweiger Staatsanwaltschaft ermittelt allerdings nur gegen Christian B.: „Wir ermitteln gegen eine Person“, sagte Sprecher Hans Christian Wolters dieser Redaktion.

Samstag, 11. Juli:

17.30 Uhr: Neue Suchmaßnahmen in Portugal

Die portugiesische Polizei soll „fundamentale Beweisstücke“ entdeckt haben und deshalb in der Ortschaft Vila do Bispo mehrere Brunnen durchsuchen. >>> Hier liest du die Details.

Sonntag, 5. Juli:

12.41 Uhr: Anwalt Friedrich Fülscher findet deutliche Worte

Christian B. steht unter Verdacht, die damals dreijährige Maddie McCann aus einer portugiesischen Ferienanlage entführt und anschließend getötet zu haben. Immer mehr Details über den Deutschen gelangen an die Öffentlichkeit, frühere Weggefährten berichten von einschneidenden Erlebnissen mit dem Mann, der aktuell in einem Kieler Gefängnis eine Haftstrafe absitzt. Positives hatte niemand zu berichten. Bislang.

Jetzt macht Friedrich Fülscher den Anfang. Der Anwalt vertritt Christian B. und macht beim Sender n-tv klar: „Ich erlebe ihn als sehr ruhigen und freundlichen Gesprächspartner.“ Zudem macht Fülscher der Braunschweiger Staatsanwalt Vorwürfe: „Die Staatsanwaltschaft hat sich offensichtlich auf unseren Mandanten eingeschossen und probiert nun auf Biegen und Brechen, ihre Beweisnot zu beheben.“

Samstag, 4. Juli:

8.39 Uhr: Neue Vorwürfe gegen Christian B.

Wie die „Bild“ berichtet, gibt es neue, schreckliche Vorwürfe gegen den Tatverdächtigen Christian B. Der 43-Jährige soll vor drei Jahren Kinder in der portugiesischen Gemeinde São Bartolomeu de Messines misshandelt haben. Eltern sollen im portugiesischen TV davon erzählt haben. Demnach soll Christian B. sich vor den Kindern selbst befriedigt haben - am Rande eines Spielplatzes. Die Polizei soll den Tatverdächtigen im Fall Maddie McCann daraufhin festgenommen haben.

Freitag, 3. Juli:

14.26 Uhr: „Kein dringender Tatverdacht“ gegen Christian B.

Wie laufen die Ermittlungen gegen Christian B.? Der Erste Staatsanwalt Christian Wolters sagte dem SPIEGEL, dass es „derzeit keinen dringenden Tatverdacht“ gebe.

Doch die Ermittler sind optimistisch, dass der Maddie-Verdächtige noch eine Weile in Haft bleiben wird. „Wir gehen davon aus, dass Christian B. wegen anderer Delikte mindestens bis Anfang 2021 in Haft bleibt“, sagte Wolters. Aktuell hoffen die Ermittler auf neue Hinweise zu einer portugiesischen Prepaid-Nummer, die mit dem Verdächtigen am Tag von Maddies Verschwinden telefoniert haben soll.

Donnerstag, 2. Juli:

09.33 Uhr: Anwalt kritisiert Ermittler

Die Staatsanwaltschaft ist überzeugt: Christian B. steckt hinter dem Verschwinden von Maddie McCann. Dessen Verteidiger Friedrich Fülscher kritisiert die Ermitter. „Die Staatsanwaltschaft hat sich offenbar auf unseren Mandanten eingeschossen und probiert nun auf Biegen und Brechen ihre Beweisnot zu beheben.“

Fülscher vertritt gemeinsam mit Staranwalt Johann Schwenn den vorbestraften Sexualstraftäter. Über seinen Mandanten sagte er im Interview mit RTL: „Ich erlebe ihn als sehr ruhigen und freundlichen Gesprächspartner, und die Atmosphäre war bisher immer sehr angenehm.“

Mittwoch, 1. Juli:

20.51 Uhr: Ermittlungen sollen Tatverdacht erhärten oder ausräumen

Über 800 Hinweise sind in den letzten vier Wochen beim Bundeskriminalamt eingegangen. "Die Qualität der neuen Hinweise kann sich erst im Zuge der weiteren Ermittlungen herausstellen. Einige Hinweise sind heute schon als weiterführend zu bezeichnen", so BKA-Ermittler Christian Hoppe.

Ob der es zu einer Anklage des Verdächtigen Christian B. kommen kann, dazu wollte Hoppe sich nicht festlegen. "Die Ermittlungen dienen dazu, den Tatverdacht zu erhärten oder eben auszuräumen." Sie seien sehr aufwendig, es gelte Einzelinfos zusammenzufügen, gegeneinander aufzuwiegen und neu zu bewerten. Noch haben die Ermittler eine wichtige Bitte: Wie du möglicherweise helfen kannst, erfährst du hier <<<

15.07 Uhr: Kommt Christian B. auf freien Fuß?

Kommt Christian B. womöglich auf freien Fuß? Diese Frage beschäftigen aktuell zwei Gerichte. Der Maddie-Verdächtige hat einen Antrag auf Aussetzung seiner Strafe zur Bewährung gestellt, da er zwei Drittel seiner Strafe für Drogendelikte aus dem Jahr 2011 abgesessen hat. Doch jetzt ist eine Debatte über die Zuständigkeit zwischen den Landgerichten in Kiel und Braunschweig entbrannt. Denn es ist unklar, welches Gericht über den Bewährungsantrag entscheiden muss. Der Bundesgerichtshof soll nun Klarheit bringen. Doch von hier heißt es auf Nachfrage dieser Redaktion: "Das Verfahren über die Bestimmung des zuständigen Gerichts nach § 14 Strafprozessordnung ist noch nicht beim Bundesgerichtshof anhängig."

Das BGH werde nur über entscheiden welches Gericht zuständig ist, nicht aber über die Sache selbst, so Richterin am Bundesgerichtshof Dietlind Weinland.

Doch selbst wenn das Gericht die Strafe zur Bewährung aussetzen sollte, würde das nicht zwangsläufig bedeuten, dass Christian B. auf freien Fuß käme.

Denn noch steht ein Untersuchungshaftbefehl aus, der in dem Verfahren wegen Vergewaltigung in Tateinheit mit schwerer räuberischer Erpressung gegen Christian B. ergangen ist. Hier hatte Christian B. Revision eingelegt. "Über die Revision gegen das Urteil des LG Braunschweig vom 16. Dezember 2019 ist noch nicht entschieden", heißt es von der BGH-Sprecherin.

09.22 Uhr: Fall „Maddie“ erneut bei Aktenzeichen XY

Anfang Juni sorgte Aktenzeichen XY mit der Verkündung, dass es einen neuen Verdächtigen im Fall „Maddie McCann“ gibt weltweit für Aufregung.

Seither gingen Hunderte Hinweise bei den Ermittlern in Deutschland, England und Portugal ein. Am heutigen Mittwoch wird BKA-Chefermittler Christian Hoppe erneut live Rede und Antwort stehen. Den Ermittlern geht es um eine wichtige Frage, die noch offen ist. „Wem gehörte eine Prepaid-Nummer, mit der der Tatverdächtige im Mai 2007 in Portugal Kontakt hatte?“

Bereits bei der Erstausstrahlung hatte Hoppe nach einer Nummer gefragt, mit der Christian B. am Abend vor dem Verschwinden Maddies in unmittelbarer Nähe zur Ferienanlage in Praia da Luz telefoniert haben soll.

Ob der Ermittler darüber hinaus etwas enthüllen wird, erfährst du ab 20.15 Uhr im ZDF.

Montag, 29. Juni:

10.12 Uhr: Anwalt beklagt: Christian B. wird im Knast gemobbt

Seit der Veröffentlichung in „Aktenzeichen XY“ kennt die ganze Welt den Namen und das Gesicht von Christian B. dem Tatverdächtigen im Fall Maddie McCann. Der sitzt derzeit wegen eines Drogendelikts in Haft. Dort soll er von anderen Häftlingen gemobbt werden.

„Mitinsassen versuchen, ihn zu schikanieren, wo sie nur können“, sagte sein Anwalt Friedrich Fülscher gegenüber dem Magazin „Der Spiegel“.

Christian B. stehe „weltweit am Pranger“, sagte Anwalt Friedrich Fülscher dem „Spiegel“. In „internationalen Medien“ sei er „einer Vorverurteilung ausgesetzt“. Dies hätten die Ermittler durch ihre Veröffentlichungsstrategie verursacht, kritisierte Fülscher.

Bislang habe es kein „offizielles Vernehmungsangebot“ der Ermittler gegeben, so Fülscher. „Wir haben der Staatsanwaltschaft vorsorglich mitgeteilt, dass Christian B. sich - wenn überhaupt - nur über uns zu den Tatvorwürfen äußern wird. Er macht derzeit von seinem Schweigerecht Gebrauch.“ Das bedeute allerdings nicht, dass er etwas zu verbergen habe, erklärt sein Anwalt.

Freitag, 26. Juni:

10.21 Uhr: Staatsanwalt warnt: „Ermittlungen möglicherweise nicht zur Anklage“

400 Hinweise gingen bei den Ermittlern seit der Ausstrahlung des Falls Maddie McCann bei „Aktenzeichen XY“ Anfang Juni ein. Ob diese ausreichen werden, um Christian B. vor Gericht zu stellen, bleibt unklar.

„Man muss insoweit auch so realistisch sein, dass die Ermittlungen möglicherweise nicht zu einer Anklage wegen des Mordes an Madeleine McCann führen, sondern eingestellt werden könnten, sollte es uns nicht gelingen, die noch fehlenden Beweise zu finden“, sagte Staatsanwalt Hans Christian Wolters der „Braunschweiger Zeitung“.

„Wir sind aber nach wie vor von der Schuld des Beschuldigten überzeugt und hoffen auf weitere erfolgversprechende Ermittlungsansätze.“ Auch weitere Opfer von sexuellen Übergriffen durch den Mordverdächtigen schloss Wolters nicht aus.

Mittwoch, 24. Juni:

10.36 Uhr: Experte überzeugt: Diese Beweise könnten Christian B. überführen?

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig ist überzeugt, dass Maddie McCann tot ist. Christian B. ist tatverdächtig. Doch unklar ist, welche Beweise die Ermittler gegen den Verdächtigen in der Hand haben. Der spanische Kriminologe Heriberto Janosch González glaubt: „Ich kann mir vorstellen, dass die Indizien, die die Staatsanwaltschaft hat, Geständnisse aus zweiter Hand sind. Also von Leuten, die ein enges Verhältnis mit dem Verdächtigen hatten, vielleicht auch Straftäter wie er, die einen forensischen Beweis gesehen haben“. Das könnten Fotos, Videos oder sogar ein toter Körper von Madeleine selbst sein, glaubt der Kriminolge.

>>> Welche Rolle auch DNA-Proben bei der Lösung des Falles spielen könnten, erfährst du hier.

Dienstag, 23. Juni:

09.16 Uhr: Gerichte uneinig über Zuständigkeit

Zum Antrag des im Fall Maddie Verdächtigen auf vorzeitige Haftentlassung soll sich der Bundesgerichtshof (BGH) äußern. Zwischen den Gerichten in Kiel und Braunschweig bestünden unterschiedliche Auffassungen darüber, welche Strafvollstreckungskammer für die Entscheidung örtlich zuständig sei, teilte das Landgericht Braunschweig am Montag mit. Daher sei entschieden worden, das Verfahren dem BGH in Karlsruhe vorzulegen.

Der in Kiel Inhaftierte 43-Jährige steht im Verdacht, 2007 die dreijährige Madeleine McCann aus einer Ferienanlage in Portugal entführt zu haben. Die Ermittler in Deutschland sind überzeugt, dass das Kind tot ist. Der Mann ist wegen Sexualstraftaten auch an Kindern vorbestraft und sitzt in Kiel eine Strafe ab, die 2011 das Amtsgericht Niebüll gegen ihn verhängte. Dabei ging es um den Handel mit Drogen. Die Haft soll im Frühjahr 2021 enden, zwei Drittel dieser Strafe sind verbüßt.

Den Antrag, den Rest zur Bewährung auszusetzen, hatte das Landgericht Kiel nach Braunschweig zurückgewiesen, weil sich das Gericht dort bereits mit der Frage befasst habe, als der Verurteilte vor seiner Verlegung nach Kiel noch in der Justizvollzugsanstalt Wolfenbüttel inhaftiert gewesen sei. Die Kollegen in Braunschweig sind allerdings der Ansicht, dass ihre Zuständigkeit abgeschlossen ist, weil der Antrag in Braunschweig zurückgenommen wurde.

Freitag, 19. Juni:

16.02 Uhr: Vernichtete die portugiesische Polizei wichtiges Beweismittel?

Hat die Polizei in Portugal möglicherweise Beweise im Fall der vermissten Maddie McCann vernichtet? Wie die porugiesische Zeitung „Expresso“ berichtet, besaß Christian B. zum Zeitpunkt von Maddies Verschwinden 2007 einen blauen Van der Marke „Bedford“, der später von der Polizei verschrottet wurde. Hier die ganze Geschichte.

Donnerstag, 18. Juni:

06.15 Uhr: Tatverdächtiger bricht sein Schweigen

Es ist das erste Mal, dass sich Christian B. öffentlich zitieren lässt. Hat er die kleine Maddie McCann getötet? Lebt sie noch? Hat er überhaupt etwas mit dem Verschwinden des kleinen Mädchens zu tun?

Über seinen Anwalt Friedrich Fülscher ließ B. nun verlautbaren, dass er „jegliche Beteiligung abstreite“. Das sagte der Jurist der englischen Zeitung „The Sun“.

Dienstag, 16. Juni:

13.28 Uhr: Maddies Eltern sagen: „Wir haben keinen Brief bekommen“

Maddies Eltern Kate und Gerry McCann haben sich mit einem Statement an die Öffentlichkeit gewandt. Auf ihrer Seite „Find Madeleine“ kritisieren sie die Medien und vermeintliche Anwälte und Sprecher der Familie.

„Seit den neuen Polizeiermittlungen zu Madeleines Verschwinden hat es viele inkorrekte Geschichte in den Medien gegeben“, schreiben sie.

„Die weit verbreitete Nachricht, dass wir einen Brief von den deutschen Behörden erhalten haben, in dem Indizien oder ein Beweis für ihren Tod Madeleines aufgeführt sind, ist FALSCH. Wie viele inhaltslose Geschichten in den Medien hat auch das unnötige Angst unter Freunden und Familie ausgelöst und einmal mehr unser Leben gestört.“

Zuvor hatte Braunschweigs Staatsanwalt Hans Christian Wolters erklärt, dass die Ermittler den McCanns mehrmals durch Briefe über ihre Ermittlungen informiert hätten. Der Kontakt sei über die britische Polizei erfolgt. Details zu Indizien und Beweisen, dass Maddie tot sei, hätten die Ermittler aber nicht genannt.

Die McCanns betonen noch einmal, dass sie zu den Ermittlungen keine Kommentare abgeben werden. Das sei Job der Ermittlungsbehörden, deren Arbeit sie vollumfänglich unterstützen, falls nötig.

Sie betonen außerdem: „Wir haben keinen Familiensprecher noch zahlen wir aktiv irgendwelche Anwälte.“ Clarence Mitchell war in Medien immer wieder als Sprecher der Familien aufgetreten, auch Rogério Alves war als portugiesischer Anwalt der Familie präsentiert worden.

Die Familie stellt klar: alle Kommentare in den Medien kommen nicht von uns, solange sie nicht über unseren offiziellen Kanal gepostet werden.

06.22 Uhr: Ermittler haben Brief an Familie geschrieben

Die deutschen Ermittler haben sich in einem Brief an die Familie McCann gewandt. Das verriet Staatsanwalt Hans Christian Wolters in „The Sun“. „Wir haben den McCanns geschrieben um ihnen zu sagen, dass Madeleine tot ist und zu erklären, dass wir ihnen nicht sagen können, was der Beweis ist. Wir haben einen konkreten Beweis, dass unser Verdächtiger Madeleine getötet hat.

Die britische Polizei sei informiert über die Ermittlungen, aber habe nicht alle Beweise, die den deutschen Ermittlern vorliegen. Nicht jedes Detail sei an die Ermittler von Scotland Yard gegangen, so der Braunschweiger Staatsanwalt.

Wolters bat um Verständnis, dass die Ermittler aktuell keine Details herausgeben könnten. „Ich fühle mit den Eltern aber wenn wir mehr Details ihnen preisgeben, könnte das die Ermittlungen gefährden.“

Details wann und wie der Brief geschrieben wurde, verriet Wolters nicht.

Donnerstag, 11.Juni:

15.52 Uhr: Staatsanwalt sicher: „Sind schon sehr optimistisch, dass es für eine Anklage reicht“

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig geht derzeit davon aus, dass Maddie Mccann getötet wurde. Wie, ist allerdings noch nicht klar. Im Gespräch mit dieser Redaktion machte Staatsanwalt Hans Christian Wolters deutlich: „Wir sind schon sehr optimistisch, dass es für eine Anklage reicht“. Alle Aussagen gibt es im kompletten Artikel >>>

Mittwoch, 10. Juni:

17.58 Uhr: Christian B. schweigt

Was sagt Christian B. zu den Vorwürfen? Sein Anwalt Friedrich Fülscher sagte RTL nach einem Besuch seines Mandanten: „Christian B. macht momentan keine Angaben zur Sache und wir bitten um Verständnis, dass wir als Verteidiger auch keine Angaben machen.“

Auf die Nachfrage, wie es Christian B. gehe, sagt Fülscher: „Wie soll es einem Menschen gehen, der in einer Justizvollzugsanstalt isoliert ist und dem die halbe Weltbevölkerung schlimmste Verbrechen vorwirft?“

Welche Vorkehrungen im Gefängnis wegen Christian B. getroffen wurden, liest du >>> hier <<<

Dienstag, 9. Juni:

12.45 Uhr: Hat der Tatverdächtige auch etwas mit dem Vermisstenfall Peggy zu tun?

Nach ersten Ermittlungen gibt es keine Hinweise, dass der Tatverdächtige im Fall Maddie etwas mit dem Verschwinden von Peggy aus Oberfranken zu tun haben könnte. „Wir haben keinerlei Erkenntnisse, dass hier ein Zusammenhang besteht“, sagte Martin Dippold von der Staatsanwaltschaft Bayreuth am Dienstag. Es seien beides junge, blonde Mädchen, die verschwunden seien. Doch darüber hinaus gebe es bislang „weder einen zeitlichen, örtlichen, noch persönlichen Bezug“. Medien hatten über einen möglichen Zusammenhang der beiden Vermisstenfälle spekuliert.

Der Tatverdächtige im Fall Maddie werde zwar auch im Hinblick auf Peggy überprüft, bestätigten Staatsanwaltschaft und Polizei auf Nachfrage. Doch dabei handle es sich um „rein routinemäßige Ermittlungen“, die bei solchen Straftaten im Falle eines neuen Verdächtigen üblich seien.

9.33 Uhr: Polizei kriegt entscheidenden Hinweis - und ignoriert ihn

Die portugiesische Polizei steht derzeit unter Beschuss. Wie die britische „Sun“ berichtet, soll ein Zeuge Maddie McCann drei Wochen nach ihrem Verschwinden gesehen haben - in einem weißen VW Bus. Möglicherweise in dem VW Bus des aktuell Tatverdächtigen Christian B. Das könnte der Beweis dafür sein, dass Maddie zu dem Zeitpunkt noch gelebt hat.

Die britischen Behörden leiteten den Hinweis an die portugiesische Polizei weiter. Doch die soll nicht gehandelt haben. Zwei Wochen später soll die britische Polizei sogar nochmal nachgehakt haben - doch die Kollegen aus Portugal scheinen weiterhin nichts unternommen zu haben. Und das, obwohl es zu diesem Zeitpunkt bereits einen zweiten Zeugen gab, der das vermisste Kind in dem VW Bus gesehen haben will.

Samstag, 6. Juni

16.17 Uhr: Profiler vergleicht Ermittlungen mit dem Fall Rebecca Reusch

Unsere Redaktion hat mit dem renommierten Profiler und Bestseller-Autor Axel Petermann über die Ermittlungen im Fall Maddie McCann gesprochen. Im Interview spricht er von fehlenden konkreten Beweisen. „Sie haben sich sehr zurückhaltend geäußert zu seiner Person - das machen sie aus gutem Grund“, glaubt Petermann. „Der Fall Maddie hat in der ganzen Welt Schlagzeilen gemacht. Sie wollen nicht noch so ein Debakel wie mit Rebecca Reusch erleben.“

Den ganzen Artikel zu unserem Gespräch mit Axel Petermann findest du HIER <<<.

Freitag, 5. Juni

19.36 Uhr: Ermittler im Fall Maddie prüfen Spur zu Vermisstenfall René

Die Ermittler prüfen einem Medienbericht zufolge einen Zusammenhang zum Verschwinden eines deutschen Jungen in Porutgal 1996. Wie der „Kölner Stadt-Anzeiger“ (Samstagsausgabe) berichtet, geht die Polizei Hinweisen nach, wonach der heute 43-jährige deutsche Tatverdächtige auch für die Entführung des damals sechsjährigen René Hasee in einem portugiesischen Badeort verantwortlich sein könnte.

Der sechsjährige René aus Elsdorf bei Bergheim war dem Bericht zufolge im Jahr 1996 an einem Strand an der portugiesischen Algarve verschwunden, als seine Mutter und ihr Lebensgefährte ihn kurz aus den Augen gelassen hatten. Der Fall ereignete sich elf Jahre vor dem weltweit Aufsehen erregenden Verschwinden des damals dreijährigen Mädchens Maddie im Algarve-Ort Praia da Luz.

9.20 Uhr: Schrecklicher Verdacht – Hat der Christian B. auch Inga (5) in Sachsen-Anhalt entführt?

Wie die „Volksstimme“ aus Magdeburg am Freitag berichtet, gab es auch 2016 in Sachsen-Anhalt bereits Ermittlungen gegen Christian B., der im Fall Maddie McCann verdächtigt wird.

Nachdem die kleine Inga (damals 5) am 2. Mai 2015 bei einer Familienfeier spurlos verschwunden war, durchsuchten die Ermittler im Februar 2016 dem Bericht zufolge ein Grundstück des Verdächtigen im Landkreis Börde, auf dem die Beamten einen Datenstick mit Kinderpornographie fanden. Hier mehr Infos <<<.

Mittwoch, 3. Juni

23.48 Uhr: ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ thematisiert den Fall Maddie McCann

In der ZDF-Fahndungssendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ war der Fall am Mittwochabend nicht zum ersten Mal das Thema. 5,22 Millionen sahen zu, als im Fernsehen um neue sachdienliche Hinweise gebeten wurde.

Bereits nach einer Sendung von „Aktenzeichen XY... ungelöst“ aus dem Jahr 2013 seien Hinweise auf den Deutschen eingegangen, sagte Christian Hoppe vom BKA am Mittwochabend in der ZDF-Sendung. Auch nach einem Bericht zehn Jahre nach dem Verschwinden des Mädchens habe es Hinweise gegeben. Damals reichten die Informationen aber nicht für Ermittlungen oder eine Festnahme aus, wie Hoppe berichtete. Es gab demnach viele Indizien, der entscheidende Beweis fehle aber noch. Die Ermittlungen führten zu der Annahme, dass das Mädchen einem Tötungsdelikt zum Opfer gefallen ist.

Auch im Jahr 2019 verfolgten die Ermittler erste Hinweise, dass der Mann, der Maddie McCann entführt hat, aus Deutschland kommen könnte.

20.57 Uhr: 13 Jahre nach Maddies Verschwinden – 43-jähriger deutscher Sexualstraftäter unter Mordverdacht

Rund 13 Jahre nach Maddies Verschwinden ermittelt die Staatsanwaltschaft Braunschweig nun gegen einen 43 Jahre alten Deutscher. Der Mann, der bereits mehrfach wegen Sexualstraftaten auch an Kindern vorbestraft sei, steht unter Verdacht, die dreijährige Maddie McCann ermordet zu haben. Er verbüßt derzeit in anderer Sache eine längere Haftstrafe, teilte das BKA am Mittwochabend in Wiesbaden mit.

Der nun Beschuldigte habe zwischen 1995 und 2007 regelmäßig an der Algarve gelebt, unter anderem für einige Jahre in einem Haus zwischen Lagos und Praia da Luz.