Nordsee: Die „kleinste Gemeinde Deutschlands“ ist um 42 Prozent gewachsen – Grund dafür sind SIE

Eine Insel in der Nordsee muss sich den Titel „Kleinste Gemeinde Deutschlands“ nun mit einem anderen Ort teilen.
Eine Insel in der Nordsee muss sich den Titel „Kleinste Gemeinde Deutschlands“ nun mit einem anderen Ort teilen.
Foto: Die „Kleinste Gemeinde Deutschlands“ lag bis vor kurzem in der Nordsee – nun muss die Insel sich den Titel mit einem Dorf in Rheinland-Pfalz teilen. / imago images/ McPhto/Wernicke

Am schnellsten, schönsten, besten: bei Superlativen werden Menschen hellhörig. Das hat sich auch eine Insel in der Nordsee zunutze gemacht.

Doch anstatt mit dem schönsten Strand der Nordsee oder dem höchsten Leuchtturm zu werben, entschied sie sich für eine eher bescheidene Zuschreibung als „kleinste Gemeinde Deutschlands“. Doch das ist nun leider Geschichte!

Nordsee: „Kleinste Gemeinde Deutschlands“ verliert ihren Titel – das steckt dahinter

Die Hallig Gröde weist nämlich ein beeindruckendes Bevölkerungswachstum von fast 42 Prozent auf. Nicht etwa, weil eine Drillingsgeburt stattgefunden hat, sondern weil eine dreiköpfige Familie auf die Hallig gezogen ist.

Nun teilt sich Gröde den Titel „kleinste Gemeinde Deutschlands“ mit dem Ort Dierfeld in Rheinland-Pfalz. Das teilte das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mit. In beiden Gemeinden wohnten Ende 2019 offiziell jeweils zehn Menschen.

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Und diese offizielle Zahl ist ausschlaggebend, denn eigentlich lebt derzeit ein Mensch weniger auf der Hallig als in Dierfeld. „Aktuell wohnen auf Gröde neun Menschen“, berichtete Bürgermeister Jürgen Kolk der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Der Grund dafür: „Der 16-jährige Sohn der dreiköpfigen Familie wohnt derzeit auf dem Festland und absolviert dort ein Berufsorientierungsjahr, er ist aber auf Gröde weiterhin gemeldet.“

Bis 2012 gab es auf Gröde noch eine sogenannte Hallig-Schule, auf der Schüler bis zum Hauptschulabschluss bleiben konnten. „Wir haben seitdem keine Kinder mehr in dem Alter“, sagte Kolk, und die Schule steht seitdem leer. Nachwuchs ist auf Gröde nicht in Sicht. „Die Eltern des 16-Jährigen sind Mitte 40 und alle anderen Bewohner älter“, weiß Kolk.

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Sorgen um die Hallig hat er dennoch nicht. „Wenn ein Haus frei werden sollte durch Wegzug oder Tod, werden andere Menschen kommen.“ Er selbst lebt seit 15 Jahren dort. Ob er für immer bleiben will? „Ja, das ist schließlich meine Existenz.“

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Die verdankt der Bürgermeister, der neben seinem Job beim Landesamt für Küstenschutz auch Feriengäste beherbergt, unter anderem auch dem „werbewirksamen“ Titel „kleinste Gemeinde Deutschlands“.

Ganz anders schnitt übrigens Hamburg ab: Nach Berlin (3,67 Millionen Einwohner) schnappt sich die Hansestadt mit 1,85 Millionen Einwohnern den zweiten Platz im Kampf um den Titel „bevölkerungsreichste Gemeinde“. (vh/mit dpa)