Ostsee: Keine Ferienwohnungen mehr an diesem Urlaubsort – sogar die Einwohner gehen auf die Barrikaden

Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa-tmn

Was denn nun?! Während die Einwohner vieler Urlaubsorte über zu viele Ferienunterkünfte stöhnen, die Wohnraum für Einheimische wegnehmen, passiert in einer Stadt an der Ostsee gerade genau das Gegenteil.

Um die Altstadt zu erhalten, hat eine Stadt Kurzzeitwohnungen kurzerhand aus ihrem Kern verbannt, doch gerade dagegen gehen die Einheimischen nun auf die Barrikaden – und ziehen vor Gericht.

Ostsee: Streit um Ferienwohnungen in der Altstadt – jetzt klagen die Einheimischen

Rund 40 Hausbesitzer aus Lübeck jetzt diesen Schritt gehen. Das habe ihre Interessenvertretung auf der Jahreshauptversammlung beschlossen, sagte deren Vorsitzender Karl-Heinz Brenner am Dienstag. Zuvor hatten die „Lübecker Nachrichten“ berichtet.

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Man sei zwar mit einem Eilantrag gegen die Nutzungsuntersagung der Stadt vor Gericht gescheitert, doch nun gehe es ins Hauptsacheverfahren, sagte Brenner.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das zweitgrößte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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„Wir warten jetzt auf die formellen Ablehnungsbescheide der Hansestadt Lübeck gegen unsere Widersprüche. Sobald die da sind, legen wir los“, sagte Brenner.

Ostsee: Das steckt hinter dem Streit

Der Hintergrund des Streits: 2019 sprach die Stadt Lübeck ein Verbot für die Vermietung der hübschen Häuschen in den für Lübeck typischen Gängen und Höfen als Ferienunterkünfte aus. Das kam bei den Hausbesitzern gar nicht gut an, sie legten bei der Stadt Widerspruch ein.

Von den knapp 10.000 Wohnungen in der Altstadt werden rund 280 als Ferienwohnungen vermietet, etwa 100 davon befinden sich in Ganghäusern. Die Stadt hingegen sieht den Wohnraummangel als Problem und würde in den Häusern lieber Lübecker wohnen sehen.

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„Die Vorgehensweise der Verwaltung basiert auf der von der Bürgerschaft 2019 beschlossenen Erhaltungssatzung. Die gibt eine klare Maßgabe für das Handeln der Verwaltung vor und gilt im Geltungsbereich der Satzung für alle“, sagte ein Sprecher der Hansestadt.

So sieht es die Stadt an der Ostsee

Die Erfahrungen vieler anderer Städte hätten gezeigt, dass durch die Umwandlungen eine Vorbildwirkung entstehen könne, die zu einer immer weiter um sich greifende Umwandlung von bestehenden Wohnungen in Ferienwohnungen führen könne, sagte der Sprecher.

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Weiter heißt es: „Deshalb ist es wichtig, jetzt ein klares Signal zu senden, was erlaubt ist und was nicht.“ (vh/mit dpa)