Sparkasse: Tausende Kunden verärgert – wegen dieser Nachricht

Viele Sparkassen-Kunden schauten verwirrt auf eine Benachrichtigung. (Symbolbild)
Viele Sparkassen-Kunden schauten verwirrt auf eine Benachrichtigung. (Symbolbild)
Foto: imago images

Lüdenscheid. Schock für Sparkassen-Kunden! Als Kunden der Sparkasse Lüdenscheid (NRW) einen Blick auf ihr Konto warfen, konnten sie ihren Augen kaum trauen.

Denn rund 5.500 Kunden wurden ihre Prämiensparverträge, die sie teils vor Jahrzehnten abgeschlossen haben, vom Geldinstitut gekündigt wurden. Die Sparkasse Lüdenscheid (NRW) erklärt nun ihr Vorgehen.

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Sparkasse in NRW kündigt tausende Sparverträge

Bei einem Prämiensparvertrag legt ein Kunde einen persönlichen Betrag fest, denn er pro Jahr einzahlen will. Wurde diese Leistung erbracht, gab es nach drei Jahren eine erstmalige Prämie und später dann eine gestaffelte.

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Das ist die Sparkasse:

  • Sparkassen-Finanzgruppe organisiert durch den Dachverband DSGV e.V. (Deutscher Sparkassen- und Giroverband): Verbund von Sparkassen, öffentlichen Versicherungen und sonstigen Finanzdienstleistern
  • Rund 385 Sparkassen
  • Mehr als 300.000 Mitarbeiter
  • 8.971 Zweigstellen und 380 Institute (2019)

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Bei der Lüdenscheider Sparkasse lag die erste Prämie bei fünf Prozent, die maximale Prämie nach zehn Jahren bei 20 Prozent.

Dabei gilt es aber zu bedenken, dass sich diese Prämien nur auf die festgelegte Jahresleistung beziehen und nicht auf das gesamte Guthaben. Wer also pro Jahr 1.000 Euro einzahlt, bekommt zehn Jahre später höchstens eine Jahresprämie von 200 Euro. In Zeiten von Null- oder gar Minuszinsen sei ein solches Modell „nur scheinbar rentabel“, so Sparkassen-Sprecher Thomas Meermann.

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Im November 2020 sah sich die Sparkasse daher „gezwungen“, die einst so beliebten Prämiensparverträge zu kündigen, erklärt Meermann. „Das war alternativlos, und für das Zinsniveau können wir als Geldinstitut einfach nichts.“ Es gebe inzwischen sinnvollere Alternativen, um sein Geld anzulegen.

BGH-Urteil: Sparkasse darf Prämiensparverträge kündigen

Am 14. Mai 2019 hat der Bundesgerichtshof entschieden, dass Sparkassen diese Verträge kündigen dürfen, wenn die versprochenen Prämien auch tatsächlich ausgezahlt worden sind. Thomas Meermann bestätigt, dass man bei der Kündigung äußert sorgfältig vorgegangen sei: „Wir haben alle Prämiensparverträge in den unterschiedlichen Konstellationen inhaltlich geprüft und nur die gekündigt, bei denen vertraglich die Kündigungsfrist von drei Monaten auf beiden Seiten vereinbart war.“

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Der Ärger über die Kündigungen habe sich bei den Sparern in Grenzen gehalten, sagte Meermann dem Online-Portal „come-on.de“. Bei rund 900 Verträgen, die hohe Prämiensummen mit sich gebracht hätten, habe man bereits mit den Sparkassen-Kunden Kontakt aufgenommen und sie von lukrativeren Alternativ-Angeboten überzeugen können. (at)