Sylt-Fan will was Wichtiges loswerden: „Ich wusste es schon im Voraus...“

Der Ansturm auf Sylt war enorm in diesem Jahr. Trotz Corona legten viele Urlauber ein (zu) sorgloses Verhalten an den Tag.
Der Ansturm auf Sylt war enorm in diesem Jahr. Trotz Corona legten viele Urlauber ein (zu) sorgloses Verhalten an den Tag.
Foto: Carsten Rehder/dpa

Endlose Strände, grüne Landschaften, entspannte Atmosphäre – bei einem Urlaub auf Sylt ist Erholung so gut wie vorprogrammiert.

Ein Bummel über die Friedrichstraße in Westerland auf Sylt kam für Urlauberin Silvia Bachmann jedoch eher einem Schock gleich...

Sylt: Viel los auf der Friedrichstraße – aus diesem Grund ist das problematisch

Sylt: Fünf überraschende Fakten zur Insel
Sylt: Fünf überraschende Fakten zur Insel

Trotz Corona-Pandemie drängten die Urlauber dicht an dicht über die Flaniermeile in Westerland. Silvia hatte mit ihrer 77-jährigen Mutter nur eine schnelle Besorgung machen wollen, doch bei den sich bietenden Szenen wurde ihr ganz anders. Ihr Erlebnis teilt sie in einer Sylt-Gruppe bei Facebook.

+++ Sylt-Fans lassen sich über Fisch-Platte bei „Gosch“ aus – „Überhaupt nicht schön“ +++

„Ich wusste im Voraus, dass es anstrengend wird“, sagt Silvia, doch ihre Erwartungen wurden noch übertroffen. „Wegen den vielen, ignoranten, selbstsüchtigen, realitätsfremden, Gebote missachtenden, gesundheitsgefährdenden Touristen.“

Das wirft die Sylt-Urlauberin den anderen Touristen vor

Ihnen wirft sie vor, dass sie „den Weg ohne Abstand kreuzen, Pfeile und Striche auf Wegen missachten, Mund-Nasen-Schutz am Ellbogen tragen, am Bahnhof alle Schilder missachten, frech werden, wenn man um etwas mehr Rücksicht bittet, im Laden über Maskenverbote diskutieren, die Nerven unserer Dienstleister strapazieren, so sehr, dass sie die Touristen verfluchen...“

Die Begründung, die Silva für das rücksichtslose Verhalten hat hören müssen, setze dem Ganzen die Krone auf. „An der frischen Luft gibt es das Virus nicht“, habe sie von anderen Touristen gehört.

-----------------------------

Das ist Sylt:

  • Sylt ist die größte nordfriesische Insel und liegt in der Nordsee, nach Rügen, Usedom und Fehmarn ist Sylt die viertgrößte Insel Deutschlands
  • Die Insel Sylt ist vor allem für ihre Kurorte Westerland, Kampen, Wenningstedt und den ca. 40 Kilometer langen Sandstrand im Westen bekannt
  • Zahlreiche Gebiete auf und um Sylt sind als Schutzgebiete ausgewiesen. Auf der Insel gibt es allein zehn Naturschutzgebiete
  • Der Tourismus ist seit über 100 Jahren auf Sylt von erheblicher Bedeutung, seit Westerland 1855 zum Seebad (Kurort) wurde
  • Im Sommer befinden sich täglich rund 150.000 Menschen auf der Insel
  • Zum Vergleich: Lediglich rund 18.000 Menschen leben auf Sylt

-----------------------------

Diese Sorglosigkeit bringt Silvia auf die Palme. „Man will doch am Ende nicht schuld sein, wenn jemand krank wird“, sagt die 50-Jährige MOIN.DE.

Sylt-Touristin hat kein Verständnis

Zudem seien Corona-Regeln wie Abstand halten und Maske tragen einfach umzusetzen. „Ich kann nicht nachvollziehen, dass die Menschen so rücksichtslos miteinander umgehen.“

+++ Sylt: Heftige Möwenattacke auf der Insel! Doch das Mitleid hält sich in Grenzen – „Selbst schuld“ +++

Weil die Zahlen in Deutschland vergleichsweise niedrig sind, nehmen viele die Situation nicht mehr Ernst, befürchtet Silvia. „Je länger die Pandemie andauert, umso weniger wird hingeguckt“, sagt sie im Gespräch mit MOIN.DE.

Schock im Sylt-Urlaub – dennoch hält Silvia der Insel die Treue

Ganz anders verhielten sich die Menschen in ihrem Heimatort, meint Silvia. Rücksicht, Abstand und Maske tragen seien im Dorf an die Tagesordnung.

-----------------------------

Mehr News von der Küste:

Rügen: Menschen verunsichert – eklige Plage wird massenweise an den Ostsee-Strand gespült

Sylt: Mann schickt deutliche Botschaft an rücksichtslose Radfahrer auf der Insel – „Das Schlimmste...“

Sylt: Dieses Wahrzeichen spaltet die Gemüter – „Schön ist anders“

-----------------------------

Ihrer Lieblingsinsel will sie dennoch die Treue halten. „Es ist ein wundervoller Ort“, schwärmt die Schleswig-Holsteinerin trotz ihres beunruhigenden Erlebnisses.

Im nächsten Urlaub wird die Camperin allerdings vermutlich so wenig Zeit wie möglich in der Stadt verbringen. Die Natur reizt die 50-Jährige ohnehin mehr: „Am Strand ist so viel Platz – da ist man fast allein.“ (vh)