Urlaub auf Mallorca: Insel kurz vor Kollaps – Bewohner sicher „Wenn es so weiter geht, gibt es Krieg“

Fehlende Touristen machen der Insel schwer zu schaffen.
Fehlende Touristen machen der Insel schwer zu schaffen.
Foto: imago images/Eibner

Die Bewohner der Balearen sind von der Corona-Pandemie hart getroffen.

Für Touristen ist es „nur“ der Urlaub auf Mallorca, der ins Wasser fällt – doch bei vielen Bewohnern der Insel hat die Pandemie für eine Armutswelle gesorgt.

Da rückt der Urlaub auf Mallorca erstmal in den Hintergrund, auch wenn dieser gerade für die Einheimischen und die damit verbundenen Einnahmen durch die Touristen so wichtig wäre.

Urlaub auf Mallorca rückt in weite Ferne – das trifft vor allem die Einheimischen

Wegen anhaltend hoher Corona-Zahlen gelten auf Mallorca auch in den nächsten Wochen strikte Einschränkungen. Eine nennenswerte Lockerung der Auflagen sei bis Februar nicht zu erwarten, erklärte die Sprecherin der Regierung der spanischen Region, Pilar Costa.

„Vor allem auf Mallorca ist die Lage sehr negativ“, betonte sie. Auf der Hauptinsel sei die Pandemie „außer Kontrolle“, titelte die Zeitung Diario de Mallorca.

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Das ist die Baleareninsel Mallorca:

  • Mallorca ist eine Insel im westlichen Mittelmeer, gehört zu Spanien
  • sie ist etwa 170 Kilometer vom Festland entfernt
  • hat rund 896.000 Einwohner (Stand 2019)
  • die Hauptstadt der Insel heißt Palma
  • dort spricht man auch Katalanisch
  • Mallorca ist die größte Insel, die zu Spanien gehört

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Die Balearen hatten seit Dezember die höchsten Corona-Zahlen in ganz Spanien. Die sogenannte 14-Tage-Inzidenz betrug auf Mallorca derweil sogar 608.

Mallorca: Immer mehr Menschen müssen zur Tafel gehen

Der fehlende Tourismus wirkt sich extrem aus. Die Tafeln auf den Balearen und besonders Mallorca vermerken einen größer werdenden Ansturm auf das kostenlose Essen.

Rentnerin Catalina (81), die jeden Tag mit Freundin Maria (76) an einer Tafel in Palma Schlange steht, drückt sich deutlicher aus: „Die Menschen hier in den Schlangen werden immer mehr. Wenn das so weiter geht, gibt es hier Krieg.“

Im Zuge der Corona-Krise nimmt die soziale Not in der liebsten Partyhochburg von Deutschen und Briten drastisch zu. Die Nachfrage nach Hilfsleistungen sei hier noch nie so groß gewesen, stellte die Regionalzeitung „Diario de Mallorca“ dieser Tage fest.

Mallorca: Nicht nur Obdachlose stehen Schlange

„Ich habe weder Strom noch Wasser, und auch nichts zu essen“, sagte der arbeitslose 53 Jahre alte Kellner Damian der Digital-Zeitung „Crónica Balear“. An den Tafeln stellen Obdachlose und Bewohner von Problemvierteln längst nicht mehr die Mehrheit. Es stellen sich immer mehr Menschen an, denen man die Armut auf den ersten und auch auf den zweiten oder dritten Blick nicht ansieht.

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So stehen dort junge Uniabsolventen, gut gekleidete Eltern mit ihren Kindern und Betreiber von Hotels und Cafés, die ihre Häuser wegen der ausbleibenden Touristen dicht machen mussten. Viele waren im von Corona schwer erschütterten Gastgewerbe tätig und verloren ihren Job.

Urlaub auf Mallorca: Restriktionen sind nötig, sorgen aber für Armutswelle

Man weiß auf Mallorca, dass die Restriktionen nötig sind. Immerhin starben auf den Balearen-Inseln bereits 477 Menschen mit Covid-19. Man hat gleichzeitig aber große Angst vor einem längeren Lockdown.

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Dieser könnte dem für die Insel überlebenswichtigen Tourismus den endgültigen Todesstoß versetzen, wie Unternehmer der Branche warnen. Schließlich sorgt der Urlaub auf Mallorca durch die Touristen für 35 Prozent des Regionaleinkommens. (fb/dpa)