Corona im Norden: Demo-Verbot in Hamburg? 3.000 Menschen pfeifen drauf!

Booster-Impfung: Darum ist sie jetzt so wichtig!

Booster-Impfung: Darum ist sie jetzt so wichtig!

Die vierte Welle ist da und viele stellen sich nun die Frage: Brauche ich die dritte Impfung gegen das Coronavirus?

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Mittlerweile hat die Omikron-Variante des Coronavirus Norddeutschland fest im Griff. Die Inzidenzwerte steigen in nie dagewesene Höhen, sogar ein Bundesland wie Bremen, das eine sehr hohe Impfquote verzeichnet, hat große Probleme.

Auch in Hamburg und Schleswig-Holstein mehren sich die Sorgen – die Krankenhäuser sind voll. Alle wichtigen Corona-Entwicklungen im Norden findest du in diesem News-Blog.

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Samstag, 15. Januar

16.30 Uhr: 3.000 Demonstranten in Hamburg

Trotz Verbots haben sich am Samstag mehrere Tausend Gegner der Corona-Maßnahmen vor der Hamburger Kunsthalle und auf umliegenden Straßen versammelt. Die Polizei sprach am Nachmittag von rund 3.000 Teilnehmern. Die Beamten begannen damit, die Menschenansammlung aufzulösen, wie dpa-Reporter beobachteten.

Lautsprecherdurchsagen der Beamten wurden mit Pfiffen und Sprechchören übertönt. Es kam auch zu einzelnen Handgreiflichkeiten. Die allermeisten Teilnehmer trugen keine Masken, wie dpa-Reporter beobachteten.

Ursprünglich war dort eine große Demonstration von Impfgegnern geplant, zu der bis zu 15.000 Teilnehmer erwartet wurden. Diese hatte die Polizei am Donnerstag angesichts explodierender Infektionszahlen in der Stadt verboten. Es könne nicht davon ausgegangen werden, dass sich die Teilnehmer diesmal an Masken- und Abstandspflicht halten, wie ein Sprecher sagte..

Nicht zu vergessen: Ebenfalls etwa 3.000 Menschen gingen am Samstag in Hamburg aber auch aus Protest gegen Corona-Leugner und Verschwörungsideologien auf die Straße.

8.13 Uhr: Lockere Quarantäne-Regeln, aber härtere Maskenpflicht

Angesichts der drohenden Gefahr für die kritische Infrastruktur durch die immense Zahl an Corona-Neuinfektionen gelten vom heutigen Samstag an in Hamburg lockerere Quarantäneregeln. Gemäß der Beschlüsse der Ministerpräsidentenkonferenz und des Bundesrats müssen sich Kontaktpersonen von Corona-Infizierten, die bereits eine Auffrischungsimpfung erhalten haben, nicht mehr in Quarantäne begeben.

Das gilt auch für frisch doppelt Geimpfte und Genesene, wenn die Erkrankung oder die Impfung weniger als drei Monate zurückliegt. Alle anderen Kontaktpersonen müssen zehn Tage in Quarantäne, können sich aber nach sieben Tagen freitesten.

Bislang musste sich jeder bei einem Corona-Verdacht oder einer tatsächlichen Infektion auch ohne Anordnung eines Gesundheitsamts in Isolierung oder Quarantäne begeben. Bei einem positiven PCR-Test galt die Isolierung grundsätzlich 14 Tage und konnte bei Ungeimpften auch nicht verkürzt werden.

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Haushaltsangehörige, die nicht geimpft oder genesen sind, mussten für zehn Tage in Quarantäne, konnten sich aber nach fünf beziehungsweise sieben Tagen freitesten.

Ebenfalls von Samstag an gilt im öffentlichen Nahverkehr eine verschärfte Maskenpflicht. In Hamburg müssen dann alle ab 14 Jahren in Bussen und Bahnen, auf Fähren, in Taxen und in MOIA-Fahrzeugen eine FFP2-Maske tragen. Medizinische Masken sind dann nur noch bei Kindern zwischen 6 und 13 Jahren zulässig.

Kleinere Kinder sind ganz von der Maskenpflicht befreit. Bisher gab es in Hamburg nur eine Empfehlung zum Tragen der FFP2-Masken im ÖPNV, der aber nach Angaben der Verkehrsbehörde bereits 70 Prozent der Fahrgäste gefolgt seien.

Samstag, 8. Januar

9.26 Uhr: Hochzeitsfeier in Hamburg beendet

Weil einige Gäste gegen die Corona-Verordnung verstoßen haben, ist eine Hochzeitsfeier in Hamburg-Hammerbrook aufgelöst worden. Die Polizei schickte die etwa 50 bis 60 Gäste am Freitagabend nach Hause, wie ein Sprecher des Lagedienstes am Samstagmorgen sagte.

Details zu den Verstößen konnten nicht genannt werden. Den Gästen, die sich nicht an die Eindämmungsverordnung hielten, drohe nun ein Bußgeldverfahren.

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6.01 Uhr: Omikron verdrängt Delta

ie Omikron-Variante steht nach Angaben der Gesundheitsbehörde in Hamburg mittlerweile hinter so gut wie jeder Corona-Neuinfektion. „Wir gehen aufgrund laufender Untersuchungen und Hochrechnungen davon aus, dass derzeit rund 90 Prozent des Infektionsgeschehens in Hamburg auf diese Variante zurückzuführen sind“, sagte Behördensprecher Martin Helfrich.

Schon Anfang der Woche hatte der Senat mitgeteilt, dass davon ausgegangen werden müsse, dass Omikron die in der Stadt dominierende Variante ist – allerdings keine Angaben zur Höhe des Anteils gemacht.

Ende November sei die Delta-Variante noch der „Normalfall“ gewesen und Omikron nur in Einzelfällen nachgewiesen worden, sagte Helfrich. Noch Anfang Dezember, in der 49. Kalenderwoche, sei Omikron in den zufällig ausgewählten Proben aus der ganzen Stadt nur sieben Mal bestätigt worden. Mittlerweile dürfte „mehr oder weniger jeder Fall“ auf die Variante zurückzuführen sein. „Damit bildet Omikron nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel.“

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5.02 Uhr: Lübeck hat jetzt einen „Test-Späti“

Vor dem Kneipenbesuch noch schnell zum Corona-Test - der „Test-Späti“ macht es möglich. In der Clemensstraße, einer Kneipenmeile in der Hansestadt Lübeck, können sich Menschen bis Mitternacht auf das Coronavirus testen lassen. Die Idee sei bereits im Sommer entstanden, sagten die Betreiber Max Manegold und Sascha Stender, die selbst als Event-Veranstalter in den Clubs und Lokalen der Clemensstraße Partys veranstalten.

Das weiße Testzelt steht mitten in der Clemensstraße auf einer Fläche, die eigentlich für die Außengastronomie einer der Kneipen gedacht ist. „Der Wirt hat sie uns zur Verfügung gestellt“, sagte Stender. Bis zur Genehmigung des „Test-Spätis“ durch die Stadt hat es nach Angaben der umtriebigen jungen Männer allerdings mehrere Monate gedauert. „Das Gesundheitsamt war und ist einfach überlastet“, sagte Manegold.

Noch ist die Nachfrage nach den Schnelltests vor der Kneipentür allerdings verhalten. „Wir haben ja erst seit zwei Tagen geöffnet und die meisten Kneipen hier sind im Moment noch geschlossen“, sagte Stender. „Aber in etwa zwei Wochen will der "Blaue Engel" wieder öffnen, dann hoffen wir auf großen Andrang.“

Donnerstag, 6. Januar

7.08 Uhr: Flensburg in Sorgen wegen Omikron-Variante

Flensburg macht sich Sorge um die Ausbreitung der Omikron-Variante. Wie kann die kritische Infrastruktur aufrecht erhalten werden, wenn Dutzende Menschen aufgrund einer eigenen Infektion oder dem Kontakt mit einem Infizierten in Quarantäne müsse?

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„Sollten Personalengpässe drohen, wäre der nächste denkbare Schritt die Einstellung sämtlicher elektiver Eingriffe“, sagt Franziska Mumm, die Sprecherin des St.-Franziskus-Hospitals dem „Flensburger Tageblatt“. Man denke zudem über ein Besuchsverbot nach. In der Diako sind als Vorsichtsmaßnahme 12 von 400 Betten nicht belegt.

Die Polizei arbeitet in Kohorten. Die Beamten sollen in ihren Schichten stets zusammen mit den gleichen Kollegen arbeiten, um den anderen aus dem Weg zu gehen. Auch die Stadtwerke Flensburg setzen darauf, einzelne Teams voneinander zu isolieren.