Fehmarn: Bittere Nachricht von der Insel – für SIE sieht es schlecht aus

Vom Hafen Burgstaaken auf Fehmarn gibt es schlechte Nachrichten.
Vom Hafen Burgstaaken auf Fehmarn gibt es schlechte Nachrichten.
Foto: Wilfried Wirth

Auf auf Fehmarn leiden Hotellerie und Gastronomie seit einem Jahr unter den Corona-Beschränkungen. Doch auf der Ostsee-Insel hat es auch eine weitere Branche hart getroffen.

Fischerei und Angelfahrten auf Fehmarn haben im Jahr 2020 mit heftigen Verlusten zu kämpfen gehabt.

Fehmarn: Immer weniger Fisch angelandet

„Das belegen Zahlen, die Mitarbeiterin Linda Lafrenz von der Stadtverwaltung für Hafenangelegenheiten in der Sitzung des Stadtwerke- und Hafenausschusses vorlegte.“

Laut „Fehmarn24“ wurden im vergangenen Jahr lediglich 111 Tonnen Fisch angelandet. Gegenüber 2019, als noch satte 285 Tonnen registriert wurden, ist das ein Rückgang um 174 Tonnen – also ganze 61 Prozent. Zum Vergleich: 2021 waren vor der deutschen Ostsee-Insel noch 919 Tonnen Fisch angelandet worden.

-------------------

Das ist Fehmarn:

  • Fehmarn ist nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands
  • Es ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins
  • Die Fehmarnsundbrücke, die Fehmarn mit dem Festland verbindet, ist 963 Meter lang
  • Fehmarn zählt rund 12.600 Einwohner
  • Auf der Insel gibt es vier Naturschutzgebiete
  • Der 17,6 Kilometer lange Fehmarnbelttunnel soll Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden; die Eröffnung ist für 2029 geplant

-------------------

Dabei spielte 2020 nicht nur Corona eine Rolle, sondern vielmehr auch die Fangmengenbeschränkungen der Europäischen Union (EU).

Fehmarn: Für SIE sieht es sehr düster aus

Obwohl die Häfen coronabedingt im Frühjahr 2020 gesperrt bleiben mussten und es für Ausflugsschiffe Personenzahlbeschränkungen gab, blieb die Zahl der Fahrgäste mit 16.090 gegenüber 2019 mit 16.991 nahezu unverändert, wie „Fehmarn24“ berichtet. Und auch bei den Sportbooten gab es bei der Zahl der Übernachtungen keine Einbrüche. Mit 1.362 (+27) eine leichte Steigerung gegenüber 2019.

Dafür sieht es bei den Angelfahrten ziemlich düster aus. Das Dorsch-Fanglimit für Freizeitangler schlägt voll durch auf die Zahlen. Fünf Dorsch pro Angler und Tag, im Februar und März sind sogar nur zwei erlaubt. Das beeinflusst die Nachfrage nach Hochseeangelfahrten sehr.

+++ Ostsee und Nordsee: Kein Urlaub zu Ostern! Bei IHNEN ist die Enttäuschung jetzt riesig – „Niederschmetternd“ +++

Im vergangenen Jahr waren es nur noch 496 Fahrten, das ist ein minus von 280 im Vergleich zum Vorjahr. Dabei waren nur 8.991 Gäste an Bord, 2019 waren es 15.364. Zur Erinnerung: 2015 gab es noch 812 Hochseeangelfahrten mit insgesamt 18.544 Gästen.

Fehmarn: Es gibt auch gute Nachrichten

Doch es gibt auch Erfreuliches: der Gesamtgüterumschlag hat sich positiv entwickelt. 66.665 Tonnen konnten eingefahren werden. Das ist das nach 2016 (75.719 Tonnen) das zweitbeste Ergebnis der Dekade, wie „Fehmarn24“ berichtet.

-------------

Mehr News von Fehmarn und der Ostsee:

Rügen: Kulthotel-Abriss sorgt für mächtig Ärger – „Alles Quatsch“

Fehmarn: Mehr als 50.000 Menschen kämpfen DAFÜR – „Wir fürchten um die Existenz“

Rügen: Paar zog auf die Insel – das wird zum Albtraum! „Hat unser Leben zerstört“

-------------

Gegenüber 2019 stieg die Einfuhr um 1687 auf 7.411 Tonnen und die Ausfuhr um 6.494 auf 59.254 Tonnen. Den Hafen verließen 43.480 Tonnen Weizen, 10.794 Tonnen Raps und 4.980 Tonnen Gerste. Mit 4.253 Tonnen blieb der Dünger Haupteinfuhrgut. (oa)