Fehmarn: Menschen mächtig sauer, weil HIER große Veränderungen anstehen – „Echt nicht mehr normal“

An der Ostsee-Küste vor Fehmarn passiert etwas, das nicht einigen gar nicht passt (Symbolbild).
An der Ostsee-Küste vor Fehmarn passiert etwas, das nicht einigen gar nicht passt (Symbolbild).
Foto: picture alliance/dpa

Aufregung vor der Ostsee-Insel Fehmarn!

In dieser Woche hatten sich Mitglieder Bau- und Umweltausschusses von Großenbrode vor der Insel Fehmarn zu einer Sitzung getroffen. Dreieinhalb Stunden hat die Sitzung gedauert. Das Ergebnis kommt nicht bei allen gut an.

Fehmarn: An der Ostseeküste stehen bald Veränderungen an

Der Grund für die Länge der Sitzung waren einige Themen, die heiß und kontrovers diskutiert wurden. Das Hauptthema: die Zukunft des früheren Demenzhotels an der Strandstraße in Großenbrode.

Ende 2019 hat die Trägerin der Einrichtung, die Arbeiterwohlfahrt (AWO), den Betrieb eingestellt und sich von dem Haus getrennt. Jetzt stellt sich die brennende Frage: Was wird da entstehen?

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Hans Sehmel von der CDU hatte da eine Idee: „Dieses Grundstück wäre perfekt, um dort bezahlbaren Wohnraum in Eigenregie zu entwickeln, so wie es von allen Parteien vor der Wahl versprochen worden ist“, erklärte Sehmel gegenüber „Fehmarn24“. Ein Ankauf des früheren AWO-Demenzhotels seitens der Gemeinde Großenbrode ist jedoch gescheitert.

Ankauf seitens der Gemeinde vor Fehmarn scheitert

Kritik einstecken muss vor allem Großenbrodes Bürgermeister Jens Reise (CDG). „Er hat den klaren Auftrag erhalten, mit der AWO in Kontakt zu treten. Wo sind die Verhandlungsprotokolle, und wie viele Treffen hat es gegeben?“ Reise erklärte laut „Fehmarn24“, dass die AWO einen „stolzen Preis“ für das Gebäude aufgerufen hätte.

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Das ist Fehmarn:

  • Fehmarn ist nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands
  • Es ist die einzige Ostsee-Insel Schleswig-Holsteins
  • Die Fehmarnsundbrücke, die Fehmarn mit dem Festland verbindet, ist 963 Meter lang
  • Fehmarn zählt rund 12.600 Einwohner
  • Auf der Insel gibt es vier Naturschutzgebiete
  • Der 17,6 Kilometer lange Fehmarnbelttunnel soll Fehmarn mit der dänischen Insel Lolland verbinden; die Eröffnung ist für 2029 geplant

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Daraufhin hätte sich die Gemeindevertretung gegen einen Kauf ausgesprochen. „Einen Trecker kaufst du doch auch nicht beim ersten Angebot, man hätte weiter verhandeln müssen“, sagte Sehmel. Eine Firma aus Hamburg hat zwischenzeitlich zugeschlagen und das frühere Demenzhotel in Großenbrode erworben.

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„Wir favorisieren an diesem Standort Ferienwohnungen, sind aber auch anderen Nutzungen gegenüber aufgeschlossen“, heißt es in einem Schreiben der Firma an die Gemeinde. Die Zählgemeinschaft (CDG, SPD, FDP) kann sich mit dem Bau von Ferienwohnungen an diesem Standort anfreunden, „schließlich handelt es sich um ein touristisches Gelände“, erklärte Hans-Heinrich Schröder (CDG).

Fehmarn: „Haben wir in der Hand“

Bürgermeister Jens Reise möchte den Investor aber zusätzlich zum Bau von sogenannten Mitarbeiterwohnungen für Großenbroder Betriebe verpflichten. „Wie das Verhältnis von Ferien- und Mitarbeiterwohnungen am Ende aussieht, haben wir in der Hand“, sagte Jens Reise.

Stefan Kraus (FDP) sah das ähnlich: „Das ist die beste Lösung. Das Areal ist viel zu groß, um es als Gemeinde in Eigenregie zu entwickeln. Wir sollten lieber klein anfangen.“

Doch mit diesen Entscheidungen scheinen viele Insulaner nicht einverstanden zu sein.

Einheimische der Gemeinde vor Fehmarn unzufrieden mit der Entscheidung

Auf Facebook äußern sich die Menschen sehr kritisch zum Kauf der Investoren. „Noch mehr Touris. Mehr Autos und volle Strände. Charme und Sympathie gehen verloren. Hauptsache die Kassen klingeln“, schreibt ein Mann.

Ein anderer kommentiert: „Wieder Ferienwohnung... echt nicht mehr normal. Sie lernen einfach nicht mehr dazu. Und dann wundert sich die Gemeinde, dass die Leute abwandern. Weil es keinen bezahlbaren Wohnraum gibt oder die Arbeitskraft keine Wohnung findet.“

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Unverständnis und Empörung bei den Insulanern also, die sich eher Wohnraum für Einheimische oder Saisonarbeitskräfte gewünscht haben. Doch daraus wird womöglich erstmal nichts.

Während es in Großenbrode Ärger gibt, darf sich währenddessen ein Ort auf Fehmarn auf eine Auszeichnung freuen. >>> Hier erfährst du, worum es geht.