Flensburg: Wald wird abgesperrt, der Grund ärgert viele – „Mörder!“

Eine Jagd in Flensburg sorgt für Diskussionen (Symbolbild)
Eine Jagd in Flensburg sorgt für Diskussionen (Symbolbild)
Foto: Marius Schwarz/Imago

Flensburg. Es gibt kaum ein Thema, zu dem die Meinungen so auseinandergehen wie bei der Jagd. Und da half ein Schild, das an einem Wald bei Flensburg angebracht wurde, nicht unbedingt dabei, die Gemüter zu beruhigen.

Die Menschen in Flensburg diskutierten auf Facebook eifrig darüber, was man davon halten soll.

Flensburg: Schild im Wald sorgt für Diskussionen

„Liebe Waldbesucher“, steht da. „Aufgrund einer Gesellschaftsjagd ist der Handewitter Forst am 17.11. in der Zeit von 15 bis 17 Uhr für den Besucherverkehr gesperrt.“

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Das ist Flensburg:

  • Die kreisfreie Stadt Flensburg ist nach Kiel und Lübeck die drittgrößte Stadt im Bundesland Schleswig-Holstein
  • In Flensburg leben rund 90.000 Einwohner (Stand: Dezember 2019)
  • Die Stadt liegt direkt an der dänischen Grenze und galt lange Zeit als Zentrum der dänischen Minderheit. Heute leben rund 2.300 Dänen in Flensburg (Stand: Dezember 2019)
  • Bundesweit bekannt ist die Stadt vor allem durch die vom Kraftfahrt-Bundesamt gespeicherten „Punkte in Flensburg“

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Einen öffentlichen Wald sperren ist das überhaupt erlaubt? Und dann auch noch wegen einer Jagd? Viele Menschen sind sauer.

Flensburg: Kritik an Jagd im Wald

Zum einen missfällt vielen Flensburgern, dass überhaupt gejagt wird, und dann noch, wie das Schild vermuten lässt, im Rahmen einer Drückjagd. „Tierquäler“, schreiben manche Nutzer – oder „Mörder“.

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Andere widersprechen: „Also jagen ist schlimm, aber ein schönes Kotelett zum Sonntag kann man sich gönnen? Komm, geh' weg damit. Entweder man ist Tierfreund und setzt sich für alle Lebewesen und Tiere ein oder für gar keins besonders.“

Flensburg: Krasse Erlebisse bei Jagden

Andere Facebook-Nutzer berichten von schlimmen Erfahrungen, die sie bei oder nach solchen Jagden hatten. „Holt bloß eure Katzen rein. Auf unsere wurde auch geschossen hatte dann nur noch drei Beine“, schreibt eine Frau. Dabei ist es seit Jahren nicht mehr erlaubt, dass Jäger auf Katzen schießen dürfen.

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„Von der Jagd hat mir mal ein Querschläger die Frontscheibe meines Volvo während der Fahrt auf der A7 durchbohrt. In der Zeitung stand später, jemand hätte einen Pflasterstein von einer Brücke auf das fahrende Fahrzeug geworfen. Mein Anwalt konnte den Schützen ermitteln“, berichtet jemand.

Flensburg: Manche frage nach Weihnachtsbraten

Andere sind froh, dass die Jäger unterwegs sind, um beispielsweise die Gefahr durch die Afrikanische Schweinepest einzudämmen. Einige Flensburger fragen, wo sie sich dann wegen Wildfleisch für das Weihnachtsessen melden können.

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Und ein Nutzer kann auch diejenigen aufklären, die eine Sperrung der Waldwege für fragwürdig halten: „Zur Info: Die auf dem Plakat angegebene Verfasserin ist die zuständige Revierförsterin. Forstbeamte und -beamtinnen sind Hilfsbeamte der Staatsanwaltschaft, haben also im Wald polizeiliche Befugnisse. Und ja, sie dürfen Wege sperren!“ (wt)