Hund in Schleswig-Holstein: Expertin spricht deutliche Warnung aus – „Furchtbare Zustände“

Immer mehr Menschen legen sich einen Hund an. Darunter auch viele Doodles.
Immer mehr Menschen legen sich einen Hund an. Darunter auch viele Doodles.
Foto: imago images / Design Pics

Weniger Freizeitangebote, weniger Arbeitsstunden und dafür mehr Homeoffice. Die Coronakrise hat dafür gesorgt, dass viele Menschen viel Zeit übrig hatten und immer noch haben. Was soll man also mit der freien Zeit anfangen? Für viele ist die Lösung: Ein eigener Hund. Eine Hundecoachin aus Schleswig-Holstein warnt deswegen jetzt davor.

Denn laut der Hundecoachin Nina aus Heikendorf in Schleswig-Holstein geschehe das immer wieder unüberlegt. Sie nennt auch Gründe, weshalb die Situation mit einem Hund oft schwierig ist.

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Hund in Schleswig-Holstein: Problematische Anschaffungen

So schreibt sie in einem Beitrag auf Facebook: „Corona heißt, dass etliche Leute im Homeoffice sind und Zeit haben. Sie glauben, dies wäre ein optimaler Umstand, einen Familienhund aufzunehmen. Aber Corona ist nicht für immer, hoffe ich. Und dann?"

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Die Menschen würden Moderassen kaufen, die zwar hübsch anzusehen sind, aber deren Bedürfnisse bei den Haltern nicht befriedigt werden.

Schleswig-Holstein: Hunde brauchen Aufmerksamkeit

Dabei nennt die Hundecoachin vor allem Weimaraner, Vizsla, kleine Munsterländer, Doodles oder Aussies. Es sind Hunde mit „jadlicher Eignung", die ein spezielles Training brauchen und deswegen selten etwas für Ersthalter sind.

Aber auch anderweitig kann es nicht passen zwischen Hund und Halter. Denn auch „Gesellschaftshunde" brauchen die nötige Aufmerksamkeit. Und die Halter sollten sich fragen: Kann man die wirklich geben? Auch wenn das Home Office möglicherweise einmal vorbei ist?

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Hund in Schleswig-Holstein: Endstation Tierheim?

Der Expertin graust es bei einem bestimmten Gedanken: „Auch trotz dieser Sondersituation denkt bitte daran, dass Hunde keine Stofftiere sind, im Durchschnitt 12 Jahre ein zufriedenes Familienmitglied sein möchten. Eben über Corona hinaus. Ich befürchte, dass etliche derzeit angeschaffte Welpen/Hunde nächstes Jahr in Abgabe müssen." Damit meint sie das Tierheim.

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Die Coachin erzählt, sie habe an einem Abend unglaubliche 28 Anfragen zu Tranings für Hunde gehabt, die wohl oft spontan angeschafft wurden.

Schleswig-Holstein: Warnung vor illegalem Welpenhandel

Auch auf den illegalen Handel mit Welpen, deren Eltern oft gequält werden und deren Nachwuchs nicht selten später stirbt, geht die Hundecoachin ein. Die Tiere werden oft über ebay Kleinanzeigen gehandelt und sind in schlimmem Zustand.

Tierheime in Hamburg und Umgebung warnen vor diesem ganz speziellen Handel, der sich zum Beispiel leicht dadurch erkennen lässt, dass die Täter die Hunde nicht bei sich zu Hause abgeholt haben wollen, sondern ein Treffen irgendwo draußen vorschlagen. (Mehr dazu >>> hier)

Hund in Schleswig-Holstein: Züchter können Nachfrage nicht bedienen

Richtige Züchter würden bei der hohen Nachfrage kaum noch nachkommen, schreibt die Coachin. Deswegen werde das illegale Geschäft der Tierquäler befeuert. „Da diese Kriminellen dann erst richtig im großen Stil produzieren, was für Elterntiere und deren Welpen der absolute Horror und Qual bedeutet.“

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Genau wie Tierheim und Polizei hat sie deswegen einen eindringlichen Appell: „Weicht bitte nicht aus auf billigen Welpenhandel! Das sind furchtbare Zustände! Wollt ihr von dort heraus Tiere retten, unterstützt ihr damit dennoch diese furchtbaren Lebensbedingungen dieser Tiere." (rg)