Lüneburg: Chaos im Zug nach Hamburg! 80 Menschen fahren ohne Fahrschein und Maske – dann wird es wild

Ein Metronom am Hauptbahnhof Hamburg. Der Zug aus Lüneburg war hierhin unterwegs
Ein Metronom am Hauptbahnhof Hamburg. Der Zug aus Lüneburg war hierhin unterwegs
Foto: imago images

Bardowick. In einem Zug des Metronom von Lüneburg in Richtung Hamburg ist es am Donnerstagmorgen zu einem Großeinsatz der Bundespolizei gekommen. Der Auslöser: Mehr als 80 Aktivisten einer kurdischen Jugendbewegung haben bei einer Fahrscheinkontrolle die Zugbegleiterin massiv angepöbelt.

Deswegen stoppte der Zug am Donnerstag im Bahnhof in Bardowick im Landkreis Lüneburg. Erst als über 300 Polizisten eintrafen, konnten die Personalien der Reisenden aufgenommen werden. Die hatten sich zunächst heftig zur Wehr gesetzt.

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Beim Versuch der Polizei, die Personalien aufzunehmen, seien große Teile der Gruppe weiter unkooperativ geblieben. Sie griffen auch Polizisten mit Tritten und Schlägen an. Dabei hätten einige Beamte leichte Verletzungen erlitten.

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Bei mehr als 80 Menschen sei schließlich die Identität festgestellt worden, hieß es weiter. Weil die Gruppe keine Fahrscheine vorlegen konnte, erwarte sie jetzt „ein Strafverfahren wegen Erschleichen von Leistungen“.

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Angehörige der Gruppe hätten Polizeibeamte getreten und geschlagen, hieß es von der Polizei Lüneburg. Einige Beamte hätten leichte Verletzungen erlitten. Nach Darstellung der Aktivisten ging die Gewalt von der Polizei aus, wie es in einer Mitteilung hieß.

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Doch das war noch nicht alles! Ein Dutzend der Reisenden hielt sich zudem unerlaubt in Deutschland auf, darunter drei Jugendliche. Gegen diese wird nun wegen Verstößen gegen das Ausländergesetz ermittelt.

Die Bilanz des Einsatzes laut Polizei: 87 Strafverfahren wegen Erschleichens von Leistungen, 14 Verfahren wegen unerlaubten Aufenthalts in Deutschland, sechs Strafverfahren wegen Widerstandes gegen Polizeibeamte, ein Verfahren wegen versuchter Gefangenenbefreiung. Zudem wurde den Angaben zufolge ein europäischer Haftbefehl vollstreckt.

Aktivisten waren von Lüneburg auf dem Weg nach Hamburg

In neun Fällen seien Fahndungsnotierungen wegen des Verdachts der Mitgliedschaft in der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK festgestellt worden. Die PKK wird als terroristische Vereinigung eingestuft. Da die Reisenden außerdem gegen die wegen der Corona-Pandemie eingeführte Pflicht zum Tragen eines Mund-Nase-Schutzes verstoßen hätten, habe die Bundespolizei ihre Personalien an das Gesundheitsamt übermittelt, hieß es.

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Bei den Reisenden handelte es sich nach Polizeiangaben um Teilnehmer einer Demonstration, die seit dem 5. September Demonstrationen in Hannover und den Landkreisen Celle, Uelzen, Lüneburg und Harburg durchgeführt habe.

Nach zwei Übernachtungen in einem Camp in Lüneburg seien die Aktivisten auf dem Weg über Winsen/Luhe nach Hamburg gewesen. (mk mit dpa)