Mecklenburg-Vorpommern: Dieses Projekt sorgt für Ärger bei den Einwohnern – „Verschandelung“

In Dassow (Mecklenburg-Vorpommern) protestieren die Bürger gegen ein Projekt.
In Dassow (Mecklenburg-Vorpommern) protestieren die Bürger gegen ein Projekt.
Foto: imago images / Hans Blossey

Das Errichten von Windkraftanlagen sorgt immer wieder für Proteste seitens der Einwohner der umliegenden Gebiete. So nun auch in Dassow in Mecklenburg-Vorpommern.

Dort möchte das Unternehmen Enercon elf Windkraftanlagen aufstellen. Höhe: 228,50 Meter und damit sechs Mal so hoch wie der Kirchturm des Ortes. Doch die Einwohner der Stadt Dassow (Mecklenburg-Vorpommern) kritisieren die Pläne.

Mecklenburg-Vorpommern: Einwohner und Stadt wollen Bau verhindern

„Wenn man aktuell in der Stadt Dassow mit Bürgern über den geplanten Windpark spricht, blickt man in erstaunte Gesichter“, sagt Jörn Kilian von der „Bürgerinitiative für die Erhaltung der Gesundheit und Naturlandschaft in Dassow“ in der „Ostsee-Zeitung“.

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Daten und Fakten zu Mecklenburg-Vorpommern:

  • Mecklenburg-Vorpommern ist das am dünnsten besiedelte deutsche Bundesland
  • 1,6 Millionen Menschen leben in Mecklenburg-Vorpommern
  • Mecklenburg-Vorpommern zählt insgesamt 337 Kilometer Außenküste
  • Mit Heiligendamm hat Mecklenburg-Vorpommern den ältesten Seebadeort Deutschlands (gegründet 1793)
  • In Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, leben 96.000 Menschen
  • Rostock ist mit über 208.000 Einwohnern die größte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern
  • Rügen, die größte Insel Deutschlands, gehört zu Mecklenburg-Vorpommern

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Denn die Kommune soll sich gegen die Windränder ausgesprochen haben, berichtet die Zeitung.

„Verschandelung des Stadt- und Landschaftsbilds“

Kritische Worte gibt es auch von Katharina Stinnes, CDU-Mitglied der Stadtvertretung: „Es scheint alles hinter den Kulissen zu passieren. Das kann nicht sein.“

Sie unterstütze die Bürgerinitiative und betont außerdem: „Wir sind nicht gegen erneuerbare Energien, sondern gegen die Verschandelung unseres Stadt- und Landschaftsbildes.“

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Auch die Dassower Bürgermeisterin Anett Pahl (SPD) meldet sich in der „Ostsee-Zeitung“ zu Wort: „Wir haben uns an den Vorhabenträger gewandt, dass er transparent handelt.“ Gegenüber Jörn Kilian sagt die Bürgermeisterin, dass die Stadt keine Kenntnis über Probebohrungen und ein Genehmigungsverfahren für den Bau der Windenergieanlagen nach dem Bundesimmissionsschutzgesetz habe.

Windränder sollen 2022 errichtet werden

Das Unternehmen Enercon, mit Sitz im niedersächsischen Aurich, erklärt auf Anfrage der „OZ“, dass „das Antragsverfahren nach Paragraf 10 Bundesimmissionsschutzgesetz sich in der Vorbereitung befindet und noch in diesem Jahr zur Genehmigung eingereicht werden soll.“

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Zudem habe man in den vergangenen Wochen und Monaten verschiedene Untersuchungen durchgeführt und Gutachten erstellt. Auch sei der Baugrund in dem Gebiet des geplanten Windparks geprüft worden. Baubeginn ist nach Angaben des Unternehmens für das Jahr 2022 geplant.

Elf Windkraftanlagen sollen in der Region um Dassow gebaut werden, eine Leistung von fünf Megawatt erreichen können. Enercon kündigt an: „Die Windenergieanlagen werden etwa 58 000 Haushalte mit einem durchschnittlichen Verbrauch von jeweils 3000 Kilowattstunden pro Jahr mit sauberem Strom aus erneuerbarer Energie versorgen können.“

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Die Bürgerinitiative sammelte bereits rund 1500 Unterschriften gegen den Bau von Windrädern nahe Groß Voigtshagen und Holm. Im Internet ist sie über die Seite www.gegenwind-dassow.de zu erreichen. (oa)