Mecklenburg-Vorpommern: Was ist denn das? Experten rätseln über dieses Tier – es macht sich hier neuerdings breit

Das Tier bevorzugt Wälder – und von denen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern genug.
Das Tier bevorzugt Wälder – und von denen gibt es in Mecklenburg-Vorpommern genug.
Foto: imago images / Steinach

In Deutschland gibt es eine neue Tierart, die auch schon im Norden in Mecklenburg-Vorpommern gesichtet wurde.

Was ist das für ein seltsames Tier? Ist das etwa ein Wolf? Nein, dafür ist es zu klein. Dann vielleicht ein Fuchs? Nein, dafür ist es wiederum ein bisschen zu groß, und auch die Farbe des Fells stimmt nicht ganz. Es muss irgendetwas anderes sein, was da in Mecklenburg-Vorpommern gesichtet wurde. Aber was bloß?

Mecklenburg-Vorpommern: Tier gab es hier vorher nicht

Das seltsame Tier ist ein Goldschakal. Die Tiere werden immer öfter in Deutschland gesichtet. Das sei etwas ganz Besonderes, verrät Felix Böcker. Der Forscher arbeitet in der Stadt Freiburg im Bundesland Baden-Württemberg. Wenn ein Goldschakal irgendwo gesichtet wird, landet die Meldung bei ihm auf dem Schreibtisch.

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„Das Besondere ist, dass es dieses Tier hier bei uns vorher noch nicht gegeben hat“, erklärt Felix Böcker. Das unterscheidet den Goldschakal zum Beispiel von Wölfen und Luchsen. Diese haben schon in früheren Zeiten hier gelebt. Sie wurden dann aber vom Menschen ausgerottet oder vertrieben und siedeln sich nun langsam wieder an.

Goldschakale leben dagegen normalerweise in Südosteuropa und Asien. Also mehrere Hundert bis Tausend Kilometer weit weg. Doch seit einigen Jahren beobachten die Forscher, dass die Tiere ihren Lebensraum erweitern und Richtung Norden ziehen, unter anderem auch nach Deutschland.

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So wurden Goldschakale etwa schon in Bayern, Niedersachsen, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern gesichtet.

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Daten und Fakten zu Mecklenburg-Vorpommern:

  • 1,6 Millionen Menschen leben in Mecklenburg-Vorpommern
  • Mecklenburg-Vorpommern zählt insgesamt 337 Kilometer Außenküste
  • Mit Heiligendamm hat Mecklenburg-Vorpommern den ältesten Seebadeort Deutschlands (gegründet 1793)
  • In Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, leben 96 000 Menschen
  • Rostock ist mit über 208 000 Einwohnern die größte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern

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Mecklenburg-Vorpommern: Goldschakale sind scheu

Das erste Tier wurde vor über 20 Jahren gefunden, es wurde damals von einem Jäger erschossen. „Dass es ein Goldschakal war, hat sich damals aber noch nicht groß herumgesprochen“, sagt Felix Böcker. Der Fund wurde nicht sonderlich beachtet. Das hat sich geändert. Denn mittlerweile werden die Tiere immer öfter gesichtet. Allein letztes Jahr gab es über ganz Deutschland verteilt etwa 20 Nachweise.

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Goldschakale sind jedoch extrem scheu. Deshalb ist es auch superschwierig nachzuvollziehen, wo sie lang gewandert sind. „Wenn wir ein Tier sichten, wissen wir nicht, woher es kommt. Es gibt einfach noch zu wenig Daten“, sagt der Fachmann. Das ist beim Wolf zum Beispiel anders. Über dessen Bestand wissen die Forscher sehr gut Bescheid.

Mecklenburg-Vorpommern: Angst unbegründet

Warum sich die Goldschakale ausbreiten, gibt den Fachleuten Rätsel auf. „Manche vermuten, es könnte mit dem Klimawandel zu tun haben. Die Tiere sind extrem anpassungsfähig und flexibel“, verrät der Forscher. Eine andere Vermutung ist, dass es mit Nahrung zu tun hat.

Eines weiß man aber sicher: Angst müssen wir Menschen vor dem Goldschakal keine haben! Stattdessen können wir etwas Einzigartiges beobachten, nämlich wie sich eine neue Tierart bei uns ansiedelt.

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In Norddeutschland wird aktuell noch ein anderes Tier analysiert, das ungewöhnlicherweise gesichtet wurde und möglicherweise hierhin zurückkehrt. Wie die Chancen dafür stehen und um welches Tier es sich handelt, kannst du >>> hier nachlesen. (dpa/rg)