„Mein Schiff“: Auch das noch! Besatzung sitzt schon wieder an Bord fest

Schlechte Nachrichten für die Crew der „Mein Schiff 1“!
Schlechte Nachrichten für die Crew der „Mein Schiff 1“!
Foto: imago images/penofoto

Kiel. Nachdem Tui alle Kreuzfahrten in Deutschland absagen musste, ist die „Mein Schiff 1“ mit rund 700 Crew-Mitgliedern am Freitag in Kiel angekommen.

Von dort aus sollten die Mitarbeiter eigentlich die Heimreise antreten. Doch jetzt auch noch das: ein Großteil der „Mein Schiff“-Crew sitzt erst einmal dort fest!

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„Mein Schiff“-Crew benötigt Visa

Grund: Etliche Mitarbeiter stammen aus Ländern, deren Bürger für den Aufenthalt in Deutschland ein Visum benötigen.

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Normalerweise kümmern sich Crew-Verantwortliche im Voraus darum: Sie organisieren die Heimreise des Personals und kontaktieren die Bundespolizei zwecks der Visa.

Wenig Flüge für „Mein Schiff“-Mitarbeiter

Wegen dem spontanen Ende der Kreuzfahrt muss dieser Prozess nun im Eiltempo erfolgen. Das ist aber nicht das einzige Problem.

„Aufgrund der Pandemie gibt es derzeit auch nicht allzu viele Flüge in die Heimatländer“, erklärt Bundespolizeisprecher Michael Hiebert den „Kieler Nachrichten“.

Wiederholt sich der „Mein Schiff“-Horror?

„Für diese Männer und Frauen musste jetzt ein Weg gefunden werden, wie sie nach Hause kommen“, so der Polizeisprecher.

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Daten und Fakten zu „Mein Schiff“:

  • Insgesamt sieben Kreuzfahrtdampfer zählen zur „Mein Schiff“-Flotte der Reederei Tui Cruises
  • Die gesamte „Mein Schiff“-Flotte fährt unter der Flagge von Malta, daher gibt es auch keine Umsatzsteuer an Bord
  • Die Reederei hat ihren Firmensitz in Hamburg
  • Bis voraussichtlich 2026 sollen drei neue „Mein-Schiff“-Kreuzer gebaut werden
  • Insgesamt ca. 6.980 Besatzungsmitglieder sind an Bord der Schiffe für Tui Cruises im Einsatz

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Klingt fast so, als ob sich der Albtraum vom Frühjahr wiederholt: Damals saßen rund 2.000 Besatzungsmitglieder auf der „Mein Schiff 3“ fest.

Corona-Ausbruch auf der „Mein Schiff 3“

Der Kreuzer hatte als eine Art Sammeltaxi die Mitarbeiter von insgesamt sieben Dampfern eingesammelt und nach Cuxhaven gebracht.

Doch dort durften sie nicht von Bord gehen, sondern mussten auf dem Schiff auf ihre Heimreise warten. Dann brach auch noch das das Coronavirus an Bord aus (MOIN.DE berichtete)!

Eine mehrwöchige Irrfahrt für die Crew, die erst Anfang Mai zu einem Ende kam. Das soll dieses Mal nicht passieren: Die Polizei arbeitet mit Hochdruck an Lösungen.

Polizei stellt Visa für „Mein Schiff“-Crew aus

Insgesamt vier Beamte hätten sich in der vergangenen Woche ausschließlich mit Abmusterungen der Crew-Mitglieder beschäftigt. „Die gesamte Sonnabendschicht verbrachten die Beamten allein damit, Fingerabdrücke zu fertigen“, berichtet Michael Hiebert.

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Dank Absprachen zwischen der „Mein Schiff 1“ und den Fluggesellschaften konnten bereits 91 Visa erteilt werden. 60 weitere Crew-Mitglieder seien außerdem zu einem Kurzaufenthalt berechtigt.

„Mein Schiff“ reduziert Crew

Aber auch in diesem Fällen müssen erst Einreisebestimmungen geprüft werden.

Immerhin konnten rund 200 „Mein Schiff“-Mitarbeiter die Heimreise inzwischen antreten. Für den Winter soll die Crew auf 100 Personen reduziert werden.

„Mein Schiff“ bleibt in Kiel

Der Liegeplatz ist laut Bundespolizei zunächst bis Ende November reserviert. Nach Informationen der „Kieler Nachrichten“ bleibt die „Mein Schiff 1“ bis Jahresende in Kiel.

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„Die Bundespolizei stellt sich auf jeden Fall darauf ein, auch die restlichen Visa-Erteilungen abzuarbeiten, damit die Crew-Mitglieder in ihre Heimatländer reisen können“, sagte Hiebert laut des Berichts. (lh)