„Mein Schiff“: Kreuzfahrt-Dampfer mussten massenweise Essen wegschmeißen – jetzt gibt es endlich diese Lösung

Die „Mein Schiff 2“ in Steinwerder in Hamburg. Für Essensreste von Bord gab es hier bislang ein wenig nachhaltige Lösung.
Die „Mein Schiff 2“ in Steinwerder in Hamburg. Für Essensreste von Bord gab es hier bislang ein wenig nachhaltige Lösung.
Foto: imago images / Andre Lenthe

Es war ein unschöner Nebeneffekt vom Corona-Chaos in diesem Sommer: Die „Mein Schiff“-Flotte durfte zwar endlich wieder zur See fahren, trotzdem waren aufgrund der vorherigen Absagen noch massenweise Lebensmittel über. Denn Tui hatte die Schiffe schon auf die Sommersaison vorbereitet und die Lebensmittellager gefüllt.

Durch die monatelange Stillegung des Betriebs stellte sich auch die Frage, was mit dem „Mein Schiff“-Essen passieren soll. Und es fand sich eine gute Lösung: Die nicht benötigten Vorräte spendete Tui Cruises an die Tafel in Bremerhaven.

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„Mein Schiff“ musste Lebensmittel vernichten

Insgesamt kamen dort Ende August über zehn Tonnen Lebensmittel an. Darunter knapp zehn Tonnen Mehl, mehr als 3.000 Liter Fruchtsaft, Süßigkeiten und Haferflocken.

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Daten und Fakten zu „Mein Schiff“:

  • Insgesamt sieben Kreuzfahrtdampfer zählen zur „Mein Schiff“-Flotte der Reederei Tui Cruises
  • Die gesamte „Mein Schiff“-Flotte fährt unter der Flagge von Malta, daher gibt es auch keine Umsatzsteuer an Bord
  • Die Reederei hat ihren Firmensitz in Hamburg
  • Bis voraussichtlich 2026 sollen drei neue „Mein-Schiff“-Kreuzer gebaut werden
  • Insgesamt ca. 6.980 Besatzungsmitglieder sind an Bord der Schiffe für Tui Cruises im Einsatz

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An die Hamburger Tafel hätten die Lebensmittel zu dem Zeitpunkt nicht gespendet werden dürfen. Denn in der Hansestadt mussten Kreuzfahrtschiffe nicht mehr benötigte Lebensmittel bis vor kurzem aus zoll- und einfuhrrechtlichen Gründen noch vernichten.

+++ „Mein Schiff“ hat nach Absagen Unmengen von Lebensmitteln an Bord – damit passiert jetzt DAS +++

Das hat sich jetzt – glücklicherweise – geändert. „In Deutschland landen jedes Jahr schätzungsweise etwa 18 Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. Diese Verschwendung ist schlecht für Mensch, Umwelt und Klima und wir müssen sie noch viel stärker bekämpfen. Ich bin dankbar, dass die großen Reedereien nun Lebensmittel, die sie bisher entsorgen mussten, an die Hamburger Tafel abgeben“, sagte Verbraucherschutzsenatorin Anna Gallina (Grüne) am Freitag.

Zwei Paletten konnten laut Tui-Sprecherin Friederike Grönemeyer schon an die Tafel in Hamburg übergeben werden. Die Lebensmittel waren ursprünglich für die Sommersaison geplant gewesen.

Auf den bisherigen Fahrten der „Mein Schiff 2“ nach dem Neustart konnten nicht alle Süßigkeiten gegessen und Säfte getrunken werden. Auch die „Mein Schiff 1“ soll in den kommenden Wochen in Kiel Lebensmittel spenden.

„Mein Schiff“ ist dabei

Hamburg habe sich auf Bundesebene dafür eingesetzt, dass es die neue Möglichkeit gibt und Kreuzfahrtschiffe jetzt bei jedem Anlaufen ihre Lebensmittel an die Tafel loswerden können. Gespendet werden dürfen „geeignete Lebensmittel nicht-tierischen Ursprungs.“ Dazu zählen Nudeln, Reis, Fruchtsäfte oder Müsliriegel.

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Mehr zu „Mein Schiff“:

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„Aufgrund der Rückmeldungen aus unserem Netzwerk sind wir zuversichtlich, dass sich mehrere Reedereien für eine Überlassung der Lebensmittel einsetzen werden.

So sei neben TUI Cruises („Mein Schiff“) beispielsweise auch AIDA Cruises gern dabei und werde die entsprechende Rahmenvereinbarung mit der Behörde ebenfalls mittragen“, sagte Christine Beine, Geschäftsführerin von Hamburg Cruise Net, dem Dachverband der Kreuzfahrt in Hamburg.

Wolfang Demel vom Vorstand der Tafel sprach von „langen Anstrengungen“, die man unternommen habe, bis die nötigen Voraussetzungen geschaffen wurden.

Kürzlich hat die „Mein Schiff“-Flotte die erste Kreuzfahrt mit Landgängen hinter sich gebracht. Wie es dort zuging und was die Crew anschließend sagt, kannst du >>> hier nachlesen. (rg)