„Mein Schiff“: Nach Drama von Moria – kommen Flüchtlinge jetzt auf Kreuzfahrtschiffen unter?

Flüchtlinge auf der „Mein Schiff“? Politiker schlagen das vor. Was sagt Tui dazu?
Flüchtlinge auf der „Mein Schiff“? Politiker schlagen das vor. Was sagt Tui dazu?
Foto: imago images

„Mein Schiff“-Kreuzfahrtschiffe als Übergangslösung für Flüchtlinge?

Nach dem Feuer in Griechenlands größtem Flüchtlingslager Moria auf der Ägais-Insel Lesbos sind mehr als 12.000 Menschen obdachlos. Zelte, Container und Sanitäranlagen liegen in Schutt und Asche. Bundeskanzlerin Angela Merkel (66) und Innenminister Horst Seehofer (71) haben sich darauf verständigt, zusätzlich rund 1.500 weitere Migranten von den griechischen Inseln aufzunehmen. Laut Deutscher Presse-Agentur soll es sich dabei um Familien mit Kindern handeln.

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Doch reicht dieser Akt der Menschlichkeit aus? Oder sollte Deutschland noch mehr Flüchtlinge aufnehmen? Für einige Politiker reicht das bei weitem nicht aus – und einer brinkt Kreuzfahrtschiffe als Unterkunft für Migranten ins Spiel! MOIN.DE hat bei „Mein Schiff“ nachgefragt.

„Mein Schiff“-Kreuzfahrtschiff als Flüchtlingsunterkunft?

Was zunächst nach einer irren Idee klingt, meint der EU-Abgeordnete Erik Marquardt (32) von den Grünen ernst. Auf Twitter schlägt er vor: „Die EU-Regierungen können sich noch nicht auf eine Evakuierung einigen. Viele Kreuzfahrtschiffe stehen leer und können gemietet werden. Schon morgen könnte man damit eine würdige temporäre Unterbringung für die mehr als 12.000 Opfer dieser Katastrophe sicherstellen.“

Der Politiker twittert weiter: „Man braucht dafür in Zeiten einer globalen Pandemie ein Hygienekonzept. Die Menschen wären vor Übergriffen, Hitze und Corona-Ausbreitung geschützt. Es gibt keine andere Lösung, die kurzfristig erreichbar wäre. Jetzt über den Bau eines neuen Moria zu reden, ist unwürdig und wird hier auf Lesbos zu massiven Spannungen führen. Man zeigt, dass man lieber das Problem behalten, als an einer Lösung arbeiten will.“

Grünen-Politiker Marquardt habe mit anderen Politikern über Idee gesprochen

Er habe bereits mit Politikern anderer Parteien über diese Möglichkeit gesprochen, so Marquardt: „Ich habe mit Katarina Barley (SPD, Vizepräsidentin des EU-Parlaments) und anderen schon im März darauf gedrängt, dass diese Lösung genutzt wird, um eine Corona-Ausbreitung zu verhindern. Jetzt ist es dringender denn je, diese Möglichkeit zu nutzen.“

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Daten und Fakten zu „Mein Schiff“:

  • Insgesamt sieben Kreuzfahrtdampfer zählen zur „Mein Schiff“-Flotte der Reederei Tui Cruises
  • Die gesamte „Mein Schiff“-Flotte fährt unter der Flagge von Malta, daher gibt es auch keine Umsatzsteuer an Bord
  • Die Reederei hat ihren Firmensitz in Hamburg
  • Bis voraussichtlich 2026 sollen drei neue „Mein-Schiff“-Kreuzer gebaut werden
  • Insgesamt ca. 6.980 Besatzungsmitglieder sind an Bord der Schiffe für Tui Cruises im Einsatz

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Diese Idee stößt nicht bei allen Followern auf Gegenliebe, wie eigentlich immer bei Themen, die Flüchtlinge thematisieren. Unabhängig davon: Ist es für die Kreuzfahrt-Gesellschaften überhaupt vorstellbar, ihre leeren Schiffe als Übergangsquartier für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen?

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Sprecherin von Tui Cruises: „Haben uns mit dieser Idee überhaupt nicht beschäftigt“

MOIN.DE hat bei der „Mein Schiff“-Reederei Tui Cruises nachgehakt! Eine Sprecherin zu MOIN.DE: „Dieses Problem ist zunächst einmal eine generelle Herausforderung, die die Politik lösen muss. Wir haben uns mit dieser Idee oder dieser Vorstellung überhaupt nicht beschäftigt.“

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Klingt also so, dass die Idee vorerst vom Tisch ist... (mg)