MV: Ausgerechnet SIE dürfen während des Lockdowns öffnen – und keiner versteht die Gründe

Um die Zahl der Corona-Infektionen zu senken und die Pandemie einzudämmen, bleiben die meisten Läden bis zum 14. Februar geschlossen. Doch SIE sind in MV davon ausgenommen.
Um die Zahl der Corona-Infektionen zu senken und die Pandemie einzudämmen, bleiben die meisten Läden bis zum 14. Februar geschlossen. Doch SIE sind in MV davon ausgenommen.
Foto: IMAGO / Fotoagentur Nordlicht & imago images/Seeliger (Montage MOIN.DE)

Noch bis mindestens 14. Februar wird der Lockdown in Deutschland andauern. Um die Zahl der Corona-Infektionen zu senken und die Pandemie einzudämmen, bleiben die meisten Läden weiterhin geschlossen. Das gilt auch für Mecklenburg-Vorpommern (MV).

Doch anders als in den Nachbarländern Schleswig-Holstein oder Brandenburg dürfen Blumenläden in MV öffnen. Warum, das versteht niemand so genau.

MV: Warum dürfen Blumenläden öffnen?

Auch Katrin Müller, Floristin in der „Blumen Robér“-Filiale in Rostock, weiß darauf keine Antwort. „Viele Kunden fragen mich, warum. So recht weiß ich es auch nicht. Wir sind wohl systemrelevant“, sagt sie der „Ostsee Zeitung“.

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Und damit hat sie nicht unrecht. Denn die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommern hat beschlossen, dass Blumenläden vom Lockdown ausgenommen sind. Sie gelten als Geschäfte des täglichen Bedarfs – genauso wie Supermärkte, Tierbedarfsgeschäfte oder Drogerien.

MV: Öffnungen von Blumenläden eine bewusste Entscheidung

Dies sei eine bewusste Entscheidung gewesen, sagt Regierungssprecher Andreas Timm: „Es gibt eine Vielzahl von Ereignissen im Leben wie Geburtstage, besondere Jubiläen oder Trauerfeiern, bei denen üblicherweise Blumen verschenkt, übergeben oder hinterlassen werden.“

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Daten und Fakten zu Mecklenburg-Vorpommern (MV):

  • Mecklenburg-Vorpommern ist das am dünnsten besiedelte deutsche Bundesland
  • 1,6 Millionen Menschen leben in Mecklenburg-Vorpommern
  • Mecklenburg-Vorpommern zählt insgesamt 337 Kilometer Außenküste
  • Mit Heiligendamm hat Mecklenburg-Vorpommern den ältesten Seebadeort Deutschlands (gegründet 1793)
  • In Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, leben 96.000 Menschen
  • Rostock ist mit über 208.000 Einwohnern die größte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern
  • Rügen, die größte Insel Deutschlands, gehört zu Mecklenburg-Vorpommern

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Blumen seien nicht mehr bloß Dekoration, sondern auch ein Zeichen menschlicher Verbundenheit. „Und die ist gerade in Corona-Zeiten wichtig“, so Timm zur „Ostsee-Zeitung“.

MV: Blumenläden blühen auf

Katrin Müller jedenfalls freut sich darüber. Denn sie hat mehr Kunden als gewöhnlich – und das, obwohl zum Beispiel um die Mittagszeit sich kaum Menschen in der Einkaufspassage Rostocker Hof und der Shoppingmeile Kröpeliner Straße aufhalten würden.

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Außerdem profitiere der Blumenladen davon, dass Baumärkte und Gartencenter geschlossen haben, sagt Müller. So würden die Kunden jetzt verstärkt auch Glückwunschkarten sowie Vasen und Keramik als Geburtstagsgeschenk bei ihr kaufen.

Auch Kathleen Schlooth, die Inhaberin des Blumengeschäfts „Hanabi“ in Stralsund hat jede Menge zu tun. „Die Leute wollen es sich Zuhause gerade in dieser schwierigen Zeit schön machen“, sagt sie der „Ostsee Zeitung“. Ihr Umsatz sei inzwischen besser als vor der Pandemie.

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Floristen fordern Öffnungen nicht nur in MV

Damit das auch in anderen Bundesländern bald möglich ist, setzt sich der Fachverband Deutscher Floristen e.V. (FDF) gemeinsam mit weiteren Verbänden für ein abgestimmtes und planvolles Vorgehen bei künftigen Öffnungsszenarien ein.

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Dabei wird unter anderem die Entwicklung eines Öffnungsszenarios von der Politik auf Landes- und Bundesebene erwartet, wie die Regelungen dies aus dem Frühjahr 2020 bereits ermöglichten. Mehr dazu kannst du >> hier beim FDF Nord nachlesen.