MV: FDP-Jungpolitiker ist verärgert und hat eine klare Forderung –„Das kann doch nicht sein“

Jungpolitiker Moritz Harrer wird als Nachwuchshoffnung der FDP gehandelt.
Jungpolitiker Moritz Harrer wird als Nachwuchshoffnung der FDP gehandelt.
Foto: Privat

Eigentlich kommt Moritz Harrer ursprünglich aus dem Saarland, aber ist 2013 nach Mecklenburg-Vorpommern (MV) gezogen und fühlt sich seitdem in Greifswald pudelwohl.

Der 27-Jährige ist Mitglied im Landesvorstand der FDP und wird als Nachwuchshoffnung der Partei in MV gehandelt. Harrer gehört zu den jungen, lauten Liberalen und zeigte das auch oft in der Vergangenheit durch sein freches und selbstbewusstes Auftreten.

MV: Jungpolitiker ist DARÜBER verärgert

Harrer war zuletzt vor allem über Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig verärgert (MOIN.DE berichtete). „Man hat seit der Corona-Pandemie das Gefühl bekommen, dass alles so unklar ist – besonders das Verständnis von Bürger zu Staat. Die Corona-Politik ist im Landtag eine Katastrophe“, sagt der Jungpolitiker im MOIN.DE-Interview.

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Besonders eine Entscheidung hat ihn sehr genervt. „Mich hat besonders extrem wütend gemacht, das beschlossen wurde, dass die Urlauber jetzt nach Mallorca fliegen dürfen. Das kann doch nicht sein. Wir müssen den Tourismus bei uns erlauben“, fordert Harrer. Worte, die vor allem an die Ministerpräsidentin gerichtet sind.

Mit einem Tweet hat Schwesig für Verwirrung gesorgt, als sie sich darüber beschwerte, dass die Bundesregierung Urlaub auf Mallorca ermöglicht, aber nicht in Deutschland. Die SPD-Politikerin selbst erarbeitete sich den Ruf, besonders strikt den Tourismus und damit Mobilität einzudämmen.

An der Grenze von MV werden die Menschen kontrolliert, die ins Land kommen. Eine Einreise aus touristischen Gründen aus anderen Bundesländern ist nach wie vor nicht erlaubt, Übernachtungen sowieso schon seit langem nicht mehr möglich.

MV: „Einfach verlogen“

Und: Auch Einwohner aus Mecklenburg-Vorpommern selbst durften beispielweise nicht mal eben für einen Spaziergang nach Usedom in den Kreis Vorpommern-Greifswald einreisen, sondern wurden von der Polizei zurückgeschickt und teilweise mit Bußgeldern bestraft (MOIN.DE berichtete).

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Das ist Moritz Harrer:

  • 27 Jahre alt und FDP-Mitglied
  • hat an der Universität in Greifswald seinen Bachelor in Öffentlichem Recht und Politikwissenschaft abgeschlossen
  • langjähriger Vorsitzender der Jungen Liberalen im Landkreis Vorpommern-Greifswald
  • engagiert sich schon seit einiger Zeit für Greifswald und die Region

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„Das machen andere Bundesländer nicht so, das ist reine MV-Sache und dass sie da immer den schwarzen Peter bei der Bundesregierung sucht, ist aus meiner Sicht einfach verlogen. Da läuft einfach enorm viel schief“, wütet Harrer.

Wenn es nach dem 27-Jährigen geht, sollten die Konzepte aus der Hotelbranche und Gastronomie umgesetzt werden, damit Urlaub an der Nord- und Ostsee möglich ist.

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„Die Konzepte, die von der Industrie- und Handelskammer (IHK) und dem Gaststättenverband erstellt wurden, sollte man einfach mal umsetzen. Das hat auch Rostock gezeigt, dass man mit einer enorm niedrigen Inzidenz öffnen kann und die Zahlen dann auch noch trotzdem niedrig bleiben.“

MV: Harrer kandidiert als stellvertretender Landesvorsitzender

Doch Corona ist nicht das einzige Problem in MV. Harrer sieht in vielen Bereichen keine Perspektiven für junge Menschen. „Ich glaube, die großen Probleme sind, dass die Strukturen fehlen. Viele Menschen, vor allem junge, fragen sich: ‚Welche Zukunft habe ich hier überhaupt?‘. Wenn sich Unternehmen hier nicht ansiedeln, weil die Infrastrukturen nicht gut sind, ist das natürlich problematisch.“

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Damit sich das ändert, möchte der Jungpolitiker mehr Verantwortung in MV übernehmen. Bei den Liberalen wird Harrer als Nachwuchshoffnung gehandelt. Am Wochenende des 27./28.3 findet der Landesparteitag der FDP statt, wo Harrer als stellvertretender Landesvorsitzender kandidieren möchte. Er rechnet sich dafür gute Chancen raus:

„Ich gehe fest davon aus, dass ich da die Unterstützung bekomme – nach der Arbeit der vergangenen Jahre.“

MV: „Müssen sichtbarer werden“

Auch im Hinblick auf die Landtagswahlen im September hofft der FDP-Politiker auf bessere Ergebnisse. Bei der vergangenen Wahl 2017 holten die Liberalen in Mecklenburg-Vorpommern lediglich 3 Prozent.

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„Wir müssen auf jeden Fall schauen, dass wir sichtbar werden und unsere Ideen wahrgenommen werden. Man hat bei den Wahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz vor zwei Wochen gemerkt, dass wenn die FDP wahrgenommen wird, die Ergebnisse auch gut sind. Das wird uns dieses Jahr deutlich einfacher fallen als noch 2017“, sagt Harrer.

„Mittlerweile sind wir vor allem Online sehr aktiv und wollen so für Aufmerksamkeit sorgen. Ich bin mir sicher, dass wir so auch die Menschen erreichen werden und bei den Landtagswahlen im September dann besser abschneiden.“