NDR-„Nordreportage“ aus MV: Männer fällen uralten Baum, dann gibt es eine böse Überraschung

Mitarbeiter des Landesforstamtes in Mecklenburg-Vorpommern (MV) fällen einen mehr als 200 Jahre alten Baum.
Mitarbeiter des Landesforstamtes in Mecklenburg-Vorpommern (MV) fällen einen mehr als 200 Jahre alten Baum.
Foto: NDR Screenshot

Im Herbst, wenn die Bäume ihre Blätter verlieren, begeben sich in Mecklenburg-Vorpommern (MV) Mitarbeitende des Landesforstamtes auf die Suche nach dem perfekten Holz.

Bei Waren an der Müritz in MV erstreckt sich ein großes Waldgebiet über viele Hektar. Hier werden die Holzdetektive regelmäßig fündig. Im Auftrag des Landesforstamtes wählen sie Bäume aus, die im Frühjahr gefällt und anschließend zu möglichst hohen Preisen weiterverkauft werden sollen. Doch dieses Mal offenbart sich für den Holzvermarkter Hannes Weidermann eine enttäuschende Überraschung.

MV: Auf der Suche nach teurem Wertholz

Der NDR hat ihn für die „Nordreportage“ bei seiner Arbeit begleitet. Für hochwertiges Holz spielen viele Faktoren eine Rolle.

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Neben dem Durchmesser muss auch die Wuchsrichtung stimmen. Auch darf die Rinde nicht zu stark beschädigt sein.

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Daten und Fakten zu Mecklenburg-Vorpommern (MV):

  • Mecklenburg-Vorpommern ist das am dünnsten besiedelte deutsche Bundesland
  • 1,6 Millionen Menschen leben in Mecklenburg-Vorpommern
  • Mecklenburg-Vorpommern zählt insgesamt 337 Kilometer Außenküste
  • Mit Heiligendamm hat Mecklenburg-Vorpommern den ältesten Seebadeort Deutschlands (gegründet 1793)
  • In Schwerin, der Landeshauptstadt von Mecklenburg-Vorpommern, leben 96.000 Menschen
  • Rostock ist mit über 208.000 Einwohnern die größte Stadt in Mecklenburg-Vorpommern
  • Rügen, die größte Insel Deutschlands, gehört zu Mecklenburg-Vorpommern

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Weidermann und sein Kollege machen schließlich einen guten Baum aus und markieren ihn für die Fällarbeiten. Knapp 220 Jahre alt sind die Bäume in diesem Gebiet.

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Das sogenannte Wertholz wird später auf einem Markt versteigert, zu hochwertigen Furnieren verarbeitet und kommt für Luxus-Möbeln, Yachten, Hotels zum Einsatz. „Das ist auf jeden Fall einer für unseren Wertholzplatz“, sagt Weidermann. Auch die Höhe und der Durchmesser sind vielversprechend: „Dann können wir schon die 2000 Euro schaffen.“

Allerdings gibt es bei der Arbeit ein großes Problem: „Mann muss natürlich immer ein bisschen Glück haben, wie er innen aussieht. Im schlechtesten Fall kann er auch von innen faul sein“, so Weidermann.

MV: Böse Überraschung bei den Fällarbeiten

Fünf Wochen später im November fahren dann die Männer mit schwerem Geschütz auf. Mit Motorsägen und Traktoren rücken sie dem Baum zuleibe. Ein Azubi beginnt mit der schwierigen Aufgabe, denn der Baum muss in einem ganz bestimmten Winkel fallen, um nicht beschädigt zu werden.

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Schließlich geht alles gut und der Baum liegt am Boden. Doch dann folgt eine unschöne Überraschung: Bei der näheren Betrachtung stellt Weidermann einen enttäuschenden Mangel fest. „Wenn wir uns jetzt die Fläche vom Baum angucken, hat er leider eindeutig eine sogenannte Ringschäle“, erkennt der erfahrene Holzvermarkter.

„Macht es schwierig, den Stamm dann für hochwertige Sachen zu verwerten“, weiß auch Revierförster Fred Zentner. „Der Wert ist dadurch schon extrem gemindert.“

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Doch auf der anderen Seite des Stammes ergibt sich ein besseres Bild: Hier ist die Ringschäle nicht mehr zu sehen. Der Baum bekommt doch noch eine Chance und wird auf den zentralen Wertholzplatz des Landes gebracht.

Mitunter geben Käufer bis zu 1000 Euro pro Stammmeter für die Jahrhunderte alten Bäume aus den Wälder von MV aus. (mik)

Die ganze Nordreportage kannst du >>> hier in der NDR-Mediathek schauen.