Nordsee: Bürgermeister von Juist mit emotionaler Botschaft – und einer dringenden Warnung! „Nicht nachvollziehbar“

Die ostfriesische Insel Juist.
Die ostfriesische Insel Juist.
Foto: dpa

Die aktuellen Corona-Regeln durchkreuzen alle Urlaubspläne für die Nordsee, so ist die Lage gerade. Nicht für alle sind die Vorgaben nachvollziehbar.

Man könnte verstehen, wenn auch der Bürgermeister der Nordsee-Insel Juist in diesen Chor einstimmen würde, schließlich leiden dort alle Bürger, die vom Tourismus abhängig sind extrem. Existenzen stehen auf dem Spiel. Tjark Goerges klagt aber nicht. Im Gegenteil.

Nordsee-Insel Juist: Bürgermeister hat klare Worte

Der Bürgermeister der ostfriesischen Insel ist schließlich auch verantwortlich für die Gesundheit der Menschen dort. Und die geht gerade für ihn vor. Das zeigt ein Appell, den Goerges am Wochenende verfasst hat. Ein „Aufruf an diejenigen, die während der Ostertage nach Juist kommen möchten“. Und Goerges kommt gleich zum Punkt: „Bleiben Sie zuhause!“

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Der offene Brief richtet sich an alle Juist-Liebhaber und Zweitwohnungsbesitzer auf der Insel. „Ostern steht vor der Tür und der Wunsch Juist zu besuchen ist sicherlich seit Wochen ein wichtiges Thema für Sie“, schreibt der Bürgermeister. „Leider werden wir auch dieses Jahr ohne Sie Ostern feiern müssen. Packen Sie Ihre Koffer bitte wieder aus und bleiben zuhause. Die Inzidenzwerte in Deutschland, aber auch hier, steigen an und wir müssen alles tun, damit die Pandemie kein tragisches Ende für Einzelne von uns haben wird.“

Die Einschränkung des Reiseverkehrs sei dabei ein wichtiges Instrument, eine touristische Übernachtung deshalb gegenwärtig untersagt.

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10 Reise-Tipps für die Nordsee:

  • Lütetsburg
  • Cuxhaven
  • Sankt Peter-Ording
  • Wattenmeer, zum Beispiel Neuwerk oder Nordstrand
  • Husum
  • Niedersachsens Küste: Neuharlingersiel, Dangast, Greetsiel
  • Festlandorte in Schleswig-Holstein, zum Beispiel Brunsbüttel
  • Ostfriesische Inseln
  • Sylt
  • Schleswig-Holsteins Nordsee-Inseln (Föhr, Amrum, Helgoland)

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Etwas vertrackter ist die Regelung für Zweitwohnungsbesitzer, die aus nicht-touristischen Grünen auf Insel kommen – ob nun jemand gerade schon Urlaub macht oder nur den Garten eines Hauses pflegt, ist schließlich nicht so leicht zu unterscheiden.

Doch auch, wenn es für Menschen mit Zweitwohnung sozusagen ein Hintertürchen auf die Insel gibt, bleibt Goerges eindeutig: „Vor dem Hintergrund der nicht sinkenden Infektionszahlen möchten wir Sie bitten, diesen Schritt, insbesondere erstmal bis zum 18.April, gut abzuwägen“, schreibt der Bürgermeister.

Für alle, die es trotzdem wagen, an die Nordsee zu fahren, gibt's eine Warnung

„Einerseits erhöhen Sie alleine durch den Reiseverkehr die Infektionswahrscheinlichkeit und andererseits ist es vielen Gesundheitsämtern nicht mehr möglich die Rückverfolgbarkeitskette sicherzustellen.“

Und dann wird er noch einmal sehr deutlich in Richtung Zweitwohnungsbesitzer, die womöglich mit dem Gedanken spielen, auch andere in ihre Unterkünfte zu lassen, möglicherweise auch Touristen, solange es nur nicht danach aussieht.

Tjark Goerges' Botschaft an sie: „Für uns, die wir nicht vermieten dürfen, fällt es sehr schwer zu verstehen, dass in Einzelfällen nicht Sie als Zweitwohnungsbesitzer nach Juist kommen und ,nach Ihrer Wohnung schauen', sondern Wohnungen auch an Dritte vergeben werden. Das ist für uns nicht nachvollziehbar, rechtlich grenzwertig und für touristische Zwecke untersagt.“

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Bei Juist-Fans in sozialen Medien kommt der Beitrag gut an. „Ein nötiges Statement...bleiben Sie gesund“, schreibt zum Beispiel jemand auf Facebook. Oder: „Passt auf euch auf. Obwohl ich manchmal das Gefühl vor lauter Sehnsucht nach Juist nicht mehr atmen zu können..... BLEIBEN WIR ZUHAUSE.“

Allerdings auch: „Wenn die Menschen vernünftig wären, hätten wir nicht diese Zahlen. Ich habe da wenig Hoffnung.“

Dem Bürgermeister ist es ernst, daran lässt er keinen Zweifel. Und deshalb betont er auch noch, dass man genau hinsehen werde, wer sich da auf der Insel Juist herumtreibe in nächster Zeit: „Wir führen während der Ankunft und auf der Insel Kontrollen durch. Halten Sie bitte Ihre Nachweisdokumente parat.“

Nun denn. Es kann zumindest hinterher niemand sagen, man habe ihn nicht gewarnt... (jds)