Nordsee: Unglaubliche Kostenexplosion bei diesem Projekt – heftige Streitereien führten fast zum Scheitern

Die Kosten an der Nordsee explodieren.
Die Kosten an der Nordsee explodieren.
Foto: imago/Winfried Rothermel

Es ist ein gigantisches Projekt an der Nordsee bei Brunsbüttel: Der Neubau der Schleusenkammer für den Nord-Ostsee-Kanal.

Dass sich das Projekt mit seiner Kostenexplosion in die traurigen Geschichten von anderen Großprojekten in Deutschland einreiht, war schon länger bekannt. Jetzt kommt aber der nächste heftige Tiefschlag für das Nordsee-Bauwerk.

Nordsee: Gigantische Kostenexplosion

Denn der Neubau der Schleusenkammer in Brunsbüttel für den Nord-Ostsee-Kanal wird voraussichtlich nochmals 370 Millionen Euro teurer als zuletzt geplant und soll nun mehr als eine Milliarde Euro kosten.

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Im Entwurf für das Haushaltsgesetz 2021 wird aktuell mit Gesamtausgaben von 1,2 Milliarden Euro für die Schleusenkammer gerechnet. Dies entspricht einer Steigerung um 45 Prozent zum Vorjahr, als noch mit 830 Millionen Euro kalkuliert wurde.

Als der Bau 2009 beschlossen wurde, waren 273 Millionen Euro veranschlagt worden, sechs Jahre später wurden die Kosten schon auf 540 Millionen Euro geschätzt.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Nordsee: Zoff führte fast zum Scheitern

Nach Angaben der Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt hat sich der Bau der fünften Schleusenkammer Brunsbüttel aufgrund der besonders schwierigen Baumaßnahmen erheblich verzögert und zu deutlichen Mehrkosten geführt.

„Die erheblichen Streitigkeiten zwischen Auftraggeber und Auftragnehmer über den Bauvertrag hatten das Potenzial, ohne ein Eingreifen zu einem Baustillstand oder einem Scheitern des Projekts zu führen“, teilte die Behörde mit.

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Um dies zu vermeiden haben sich die Parteien den Angaben zufolge auf ein Streitbeilegungsverfahren geeinigt. Das Ergebnis liege nun vor und könne von Auftraggeber und Auftragnehmer akzeptiert werden. Diese seien sich einig, dass das Bauwerk so bis Ende 2026 in Betrieb genommen werde.

Der Auftragnehmer übernehme den Großteil der zu beherrschenden Zeitrisiken. Zuvor hatte das „Flensburger Tageblatt“ berichtet. (dpa/rg)