Nordsee: Junge machte sensationellen Fund im Meer – doch um den gibt es jetzt Ärger!

Strand auf der Nordsee-Insel Borkum.
Strand auf der Nordsee-Insel Borkum.
Foto: imago images/imagebroker

Jeder Fund in der Nordsee ist eine kleine Sensation – denn eigentlich gelten Seepferdchen hier schon seit den 1930er-Jahren als ausgestorben. Doch diese Zeiten scheinen vorbei zu sein, denn vereinzelt werden die Tiere in letzter Zeit immer wieder gefunden (MOIN.DE berichtete).

Anfang September sorgte ein solcher Sensations-Fund auf der Nordsee-Insel Borkum für Aufsehen. Ein Junge namens Aike hatte dort ein kurzschnäuziges Seepferdchen lebend gefangen und ins dortige Aquarium gebracht. Der erste Lebend-Fund dieser Art hier seit 50 Jahren. Und darum gibt es jetzt Ärger.

Nordsee: Peta ist sauer

Und zwar nicht, weil der Junge etwas falsch gemacht hat, sondern weil die erfreute Leitung des Aquariums das Seepferdchen einbehalten hatte. Genau wie ein weiteres Tier, das Fischer eines Kutters gefunden hatten.

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Zusammen mit seinem Vater hatte Aike seinen Fund zu Maria und Ihno Oetjen gebracht. Das Ehepaar betreibt auf Borkum ein großes Aquarium. Schnell war klar: Es handelt sich um ein Kurzschnäuziges Seepferdchen. „Ein paar Tage später wurde ein Becken eingerichtet für das Seepferdchen“, erzählt Aike. Dort können es sich jetzt auch andere Leute ansehen.

Die Tierrechtsorganisation Peta ist damit so gar nicht einverstanden. Sie bat die Betreiber des Aquariums, die seltenen Fische wieder an ihren Fundorten im Meer auszusetzen, „um ihnen ein artgerechtes Leben zu ermöglichen."

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Nordsee: Leitung soll nicht reagiert haben

Wie Peta in einem Statement mitteilte, habe die Leitung des Auquariums auf das Schreiben vom 9. September nicht reagiert. Deswegen habe sich die Organisation an die Untere Naturschutzbehörde Niedersachsen (Landkreis Leer) gewandt und diese gebeten, die Freilassung anzuordnen. Sie will außerdem, dass ein lokales Fischereiverbot vor der Küste Borkums verhängt wird.

Und damit nicht genug: Auch den Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz habe man diesbezüglich kontaktiert.

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„Artenschutz sollte nicht als Rechtfertigung herhalten, die Seepferdchen der Nordsee zu entnehmen und sie lebenslang in enge Glasbecken einzusperren. Ein örtliches Fischereiverbot wäre sehr viel sinnvoller, als die Entnahme der seltenen Tiere aus dem Meer, wo sie dann als Fortpflanzungspartner fehlen“, findet Tanja Breining von Peta.

Nordsee: Peta will keine Aquarien

Aquarien sind den Tierschützern von Peta generell ein Dorn im Auge. In „Gefangenschaft" würden die Tiere Verhaltensstörungen entwickeln, heißt es von der Organisation. Außerdem hätten Fische weitaus mehr Persönlichkeit und Gefühlsvermögen als die meisten Menschen glaubten.

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Warum die Seepferdchen sich in der Nordsee so schwer tun und was ihnen in Zukunft helfen könnte, kannst du >>> hier nachlesen. (rg mit dpa)