Nordsee: Leichtsinnige Menschen sorgen für Unverständnis – „Leider bringen alle Hinweise nichts“

Wattwanderer an der Nordsee (Symbolfoto).
Wattwanderer an der Nordsee (Symbolfoto).
Foto: IMAGO / blickwinkel

Der Freude an Spaziergängen durch das Watt tun auch die sinkenden Temperaturen keinen Abbruch. Tagsüber ist es oft immer noch angenehm mild und die Menschen wagen sich auf die Nordsee hinaus. So wohl auch in den nächsten Tagen.

Für die Nordsee-Insel Langeoog sind laut „kachelmannwetter.de“ beispielweise in der Spitze am Dienstag und Mittwoch 15 beziehungsweise 16 Grad angesagt. Für Mitte Oktober angenehme Temperaturen. Es besteht allerdings auch Regengefahr am Abend.

Nordsee: Immer wieder die gleichen Einsätze

Bleibt zu hoffen, dass sich bei gutem Wetter in nächster Zeit nicht erneut zu viele Menschen überschätzen und in Lebensgefahr begeben. So wie es in den letzten Wochen viel zu häufig vorgekommen ist. Die Feuerwehr Langeoog berichtet regelmäßig von Vorfällen, bei denen Menschen im Watt steckenbleiben, weil das ankommende Wasser ihnen während ihrer Tour den Weg abschneidet.

So wurden zum Beispiel am 11. und 13. September zwei Personen, die im Watt steckengeblieben waren, mit dem Luftkissenboot gerettet. Das Gleiche passierte dann am 13. Oktober wieder zwei Personen. Dazu hieß es von den Rettern:

+++ Nordsee und Ostsee platzen aus allen Nähten – hier ist es besonders voll +++

„Das Betreten der Sandbänke ist gefährlich, denn bei auflaufender Tide füllen sich die Priele mit Wasser und der Rückweg ist schnell abgeschnitten. Also bitte schaut auf Hinweisschilder, achtet auf eure Umgebung. Am besten an der Strandseite bleiben, die ist weitläufig genug für Spaziergänge und kostengünstiger.“

---------------

10 Tipps für Urlaub an der Nordsee:

  • Lütetsburg
  • Cuxhaven
  • Sankt Peter-Ording
  • Wattenmeer, zum Beispiel Neuwerk oder Nordstrand
  • Husum
  • Niedersachsens Küste: Neuharlingersiel, Dangast, Greetsiel
  • Festlandorte in Schleswig-Holstein, zum Beispiel Brunsbüttel
  • Ostfriesische Inseln
  • Sylt
  • Schleswig-Holsteins Nordsee-Inseln (Föhr, Amrum, Helgoland)

---------------

Nordsee: Bäuchlings im Schlick

Doch damit nicht genug. „Nach drei Tagen Ruhe durften unsere Kameraden/innen wieder an den Strand“, hieß es dann plötzlich auch am 17. Oktober. An besagtem Tag war eine Person bäuchlings im Schlick steckengeblieben. Auch hier war das Luftkissenboot im Einsatz.

+++ Nordsee: Insulaner haben genug – hier regt sich Widerstand gegen Urlauber +++

So viele Vorfälle stimmten einen Langeoog-Urlauber nachdenklich. „Miturlauber, bitte lest die Warnhinweise und nehmt sie ernst! Was im letzten Jahr noch ein fester Boden war, muss dieses Jahr nicht mehr so sein!“, heißt es von ihm in einem Beitrag.

---------------

Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

---------------

Mehrere Menschen befürchten aber auch, dass selbst Warnschilder einfach vielen egal sind und es deswegen immer wieder zu Einsätzen kommen wird. „Wenn man aus der gesamten Corona-Krise eine Lehre ziehen kann, dann dass 10-15 Prozent der Leute keinerlei Interesse an lebenswichtigen Informationen haben“, so die Meinung eines Mannes. „Leider, leider, leider bringen alle Hinweise nichts“, glaubt eine Frau.

---------------

Mehr News von Nordsee und Ostsee:

---------------

Nordsee: Vorbildliche Ferienwohnung-Besitzerin

Sehr vorbildlich löst es eine Ferienwohnung-Besitzerin von Langeoog, die ihren Gästen die passenden Informationen gleich mitgibt: „,Achtung, Lebensgefahr ist quasi das Erste, was meine Gäste in den Ferienwohnungen lesen. Und eine Info zu den Rettungswegen ist auch oben drauf dabei!“

Leichtfertig in Gefahr begab sich kürzlich auch ein Urlauber-Pärchen an den Steilküsten von Rügen. Und das könnte für einen von beiden jetzt teuer werden. >>> Hier mehr dazu. (rg)