Nordsee: Schiff mit gefährlicher Fracht an Bord – sie erinnert an eine verheerende Katastrophe

In Wilhelmshaven ist ein Schiff angekommen, das an die schreckliche Explosion in Beirut im Sommer 2020 erinnert.
In Wilhelmshaven ist ein Schiff angekommen, das an die schreckliche Explosion in Beirut im Sommer 2020 erinnert.
Foto: picture alliance / CHROMORANGE | Alexander Bernhard / imago / Hans Lucas

Ein Containerschiff mit giftigen Chemikalien aus dem Libanon ist in Wilhelmshaven an der Nordsee-Küste angekommen. Ziel ist die Entsorgung der gefährlichen Fracht. Deutsche Experten hatten die Chemikalien in den vergangenen Wochen im Hafen von Beirut geborgen, wo es im August 2020 zu einer verheerenden Explosion gekommen war.

Nach der Ankunft in Deutschland sollen die 59 Container zunächst in Wiefels in Friesland zwischengelagert werden. Bevor sie dann von der Gegend nahe der Nordsee in Bremen, Hamburg, Brunsbüttel und Kassel entsorgt oder wiederaufbereitet werden.

Nordsee: Lack- und Farbschlämme, Säuren, Spraydosen und Sperrmüll

Nach Angaben des niedersächsischen Umweltministeriums handelt es sich bei der Ladung des Containerschiffes „Amoenitas“ unter anderem um Lack- und Farbschlämme, Säuren, Spraydosen und Sperrmüll. „Alles ist fachgerecht verpackt und muss nicht mehr geöffnet werden“, sagte ein Sprecher des Bremer Transportunternehmens Combi Lift am Wochenende.

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Die Kosten für den Transport sollen laut dem Umweltministerium von der Europäischen Kommission und dem Land Libanon getragen werden – über die Höhe ist nichts bekannt.

Im Auftrag des Bremer Transportunternehmens untersuchten Spezialisten vor Ort die nun zu entsorgenden Abfälle und bestimmten für jede Abfallart eine erforderliche Verpackung für den Container-Transport.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Bei den Arbeiten im Beiruter Hafen hatten Experten den Angaben zufolge teils katastrophale Verhältnisse vorgefunden. Große Mengen toxischer und leicht entzündbarer Stoffe seien dort über Jahre ohne besondere Sicherung gelagert worden, heiß es. Teils hätten die Chemikalien Kanister und Container zerfressen und seien ausgelaufen.

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Nordsee: Erinnerung an verheerende Explosion im Beiruter Hafen

Die Zustände weckten Erinnerungen an die verheerende Explosion im Beiruter Hafen Anfang August 2020. Bei der Detonation starben mehr als 190 Menschen, mehr als 6.000 wurden verletzt.

Große Teile des Hafens und angrenzender Wohngebiete wurden zerstört. Die Detonation soll ausgelöst worden sein durch große Mengen der hochexplosiven Chemikalie Ammoniumnitrat, die ungesichert im Hafen gelagert wurden.

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Die Grünen in Niedersachsen finden es zwar gut, dass das Land bei der Abfallentsorgung hilft. Sie pochen aber auf ein lückenloses Entsorgungskonzept. Es müsse auch die Sicherheit zu erwartender Gefahrguttransporte auf den Straßen gewährleistet sein. (kbm mit dpa)