Nordsee: Unter dieser Insel verbirgt sich etwas Gruseliges! „Ein Originalschauplatz“

Die idyllische Nordsee-Insel Helgoland.
Die idyllische Nordsee-Insel Helgoland.
Foto: imago stock&people

Im April 1945 bombardierten die Engländer Helgoland. Denn die Insel in der Nordsee war im Zweiten Weltkrieg ein Militärhafen der Nazis. 3.000 Soldaten waren hier stationiert.

Am Morgen des 18. April 1945 startete die britische Luftwaffe mit 939 Bombern von Südengland Richtung Helgoland. Etwa 7.000 Bomben fielen innerhalb von rund 100 Minuten. 285 Menschen starben, fast alle Gebäude wurden zerstört. Noch heute erinnert ein langes Geflecht aus Gängen und Schutzräumen unter der Nordsee-Insel an den schweren Bombenangriff.

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Nordsee: Briten zerbomben Helgoland gleich zweimal

Auf einer Länge von ca. 14 Kilometern fanden hier seinerzeit die rund 3.000 Soldaten sowie die Zivilbevölkerung Schutz. Einen Tag nach dem Angriff wurde die Insel evakuiert, die Bevölkerung musste aufs Festland übersiedeln.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Zwei Jahre später, am 18. April 1947, versuchten die Briten erneut, die Bunkeranlagen auf Helgoland zu sprengen. Bei der Operation „Big Bang“ – einer der größten Explosionen der Weltgeschichte – kamen 6,7 Kilotonnen Sprengstoff zum Einsatz.

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Doch im Gegensatz zu anderen Inselteilen überstanden die Schutzbunker die gewaltige Detonation.

Bunker unter der Nordsee-Insel wurden zugeschüttet

Nach dem Krieg wurde der Großteil des Bunkergeflechts mit Müll zugeschüttet. Nur über einen gut getarnten Einstieg im Oberland der Insel konnten Besucher mit einem Museumsführer bislang die unterirdischen Bunkergänge erkunden. Das soll sich jetzt ändern.

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Das ist Helgoland:

  • Helgoland ist eine Nordsee-Insel in der Deutschen Bucht
  • die ursprünglich größere Insel zerbrach 1721; seitdem existiert die als Düne bezeichnete Nebeninsel
  • sie ist Deutschlands einzige Hochseeinsel und gehört zu Schleswig-Holstein
  • 1.306 Menschen leben auf Helgoland (Stand 31. Dezember 2019)

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Die Stiftung Nordseemuseum will einen seit Jahrzehnten stillgelegten Bunker im Unterland freilegen. Hier soll ein Museum entstehen.

„Zeitzeugen gibt es immer weniger. Und wir müssen es einfach für die junge Generation erhalten: Was ist gewesen, was bedeutet Krieg“, sagt Museumsleiter Jörg Andres.

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Vier Jahre dauerte die Planung des neuen Bunkermuseums. Damit sollen die bisher nur auf 400 Meter frei zugänglichen Bunkeranlagen deutlich ausgeweitet werden. Die EU, das Land Schleswig-Holstein und die Gemeinde Helgoland fördern das Projekt.

Ein Video aus dem Bunker der Nordsee-Insel.

Bunkermuseum auf der Nordsee-Insel soll 2022 öffnen

„Die Atmosphäre, die man hier unten wahrnimmt, die kann man nicht in einem Museum haben. Das ist ein Originalschauplatz. Und das empfindet der Besucher, wenn er hier reingeht – und das ist ganz wichtig, dass wir das vermitteln“, sagt Museumsleiter Jörg Andres.

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Die Eröffnung des 2,5 Millionen Euro teuren Projekt ist für Ende 2022 geplant. (mk)