Nordsee: Experten warnen vor neuem Schädling im Wasser! „So eine rasante Ausbreitung noch nicht erlebt“

Gerade ist nicht viel los an der Nordsee. Aber das wird sich wieder ändern
Gerade ist nicht viel los an der Nordsee. Aber das wird sich wieder ändern
Foto: imago images

Experten machen sich Sorgen um das Wattenmeer in der Nordsee. Eine eingeschleppte Algenart hat sich in Norddeutschland ausgebreitet und richtet dort Schaden an.

Erstmals in der Nordsee nachgewiesen wurde sie im vergangenen Sommer vor Sylt, teilte die Universtiät Göttingen mit. Der Schädling könnte ernsthafte Auswirkungen auf das dortige Okösystem haben.

Nordsee: Alge breitet sich rasant aus

Inzwischen bedeckt die Schlauchalge „Vaucheria velutina“ nämlich eine Fläche von mehr 280 Fußballfeldern in der Nordsee. Feiner Schlick, der mit der Flut eingeschwemmt werde, bleibe zwischen den dicht an dicht aus dem Boden ragenden Algenfäden hängen.

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Dort lagere er sich ab und verstopfe die Gänge der Wattwürmer. „In meinen fast 50 Jahren als Wattforscher habe ich so eine rasante Ausbreitung einer neuartigen Alge noch nicht erlebt“, sagte der emeritierte Professor Karsten Reise vom Alfred-Wegener-Institut, der die Alge entdeckte.

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Das ist die Nordsee:

  • die Nordsee ist ein Randmeer des Atlantischen Ozeans
  • die Nordsee ist ein wichtiger Handelsweg und dient als Weg Mittel- und Nordeuropas zu den Weltmärkten
  • die Fläche beträgt 570.000 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 700 Meter tief

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Wie stark ihre Auswirkungen auf das Wattenmeer sein werden, und ob sie sich nach dem Winter weiter ausbreite, sei noch unklar. Laut Reise könnte die Algenart durch importierte pazifische Austern eingeschleppt worden sein. Diese werden im Wattenmeer bei Sylt in Netzbeuteln gehalten, bis sie groß genug sind.

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Auswirkungen auf das Wattenmeer in der Nordsee noch unabsehbar

Sollte sich die Alge weiter ausbreiten und immer mehr Schlick ansammeln, würden die Wattwürmer, und damit das gesamte Leben im Wattboden darunter leiden, schreibt die Uni Göttingen. Dies könne sogar Auswirkungen auf die Fähigkeit des Bodens haben, sich dem im Klimawandel steigenden Meeresspiegel anzupassen.

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„Im Verlauf von nur einem Sommer hat sich ein weiches Schlickpolster aufgeschichtet, das bis zu zwanzig Zentimeter höher als das umgebende Sandwatt ist“, sagte Reise. „Unter der Oberfläche ist der weiche Schlick tiefschwarz und dünstet faulig riechenden Schwefelwasserstoff aus.“

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Die Sektion Phykologie der Deutschen Botanischen Gesellschaft wählte die „Vaucheria velutina“ zur „Alge des Jahres 2021“. Gründe dafür seien ihre „plötzliche Dominanz“ und die „unabsehbaren ökologischen Folgen“, die ihre Anwesenheit im Watt mit sich bringen könnte. (dpa/mk)