Ostsee: Anwohner sind stinksauer – „An Rücksichtslosigkeit nicht mehr zu überbieten“

Die vollen Strände der Ostsee sind nicht das einzige Problem, mit dem die Küstenorte zu kämpfen haben.
Die vollen Strände der Ostsee sind nicht das einzige Problem, mit dem die Küstenorte zu kämpfen haben.
Foto: imago images/Chris Emil Janßen

Pelzerhaken. Die Ostsee gilt im Corona-Sommer als eines der beliebtesten Reisezeile. Viele Orte an der Küste haben immer wieder heftigem Ansturm zu kämpfen, weshalb immer wieder Strandabschnitte gesperrt werden mussten.

Doch nicht nur die Strandbesucher sorgen für Ärger an der Ostsee: In der Lübecker Bucht haben in letzter Zeit zahlreiche Motorboote und Segelyachten festgemacht. Das geht vielen Einheimischen gewaltig gegen den Strich,

Ostsee: Bis zu 100 Motorboote gleichzeitig vor Anker

„In diesem Sommer liegen dort mitunter 50 bis 100 Motorboote gleichzeitig“, beklagt sich Christian Rauhut aus Pelzerhaken bei den „Lübecker Nachrichten“ über die Situation.

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Das Problem: Auf den Booten wird lautstark gefeiert und Alkohol getrunken – und das bis in den späten Abend hinein.

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Das ist die Ostsee:

  • die Ostsee wird auch Baltisches Meer genannt
  • gilt als zweitgrößtes Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche der Ostsee beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • im Ostseeraum leben zwischen 50 und 85 Millionen Menschen (je nach Eingrenzung der Region)

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Ruhe am Strand für Feriengäste und Anwohner wird so undenkbar. Auch am vergangenen Samstag war es wieder so weit. Sogar die Wasserschutzpolizei musste anrücken.

Polizei bestätigt Einsätze an der Ostsee

Polizeisprecherin Vanessa von Hahn teilte den „Lübecker Nachrichten“ mit, dass am Wochenende jeweils gegen 14 und 17 Uhr Beamte vor Ort gewesen seien.

Am späten Nachmittag habe man darum bitten müssen, die Musik leiser zu stellen.

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Dem wären die Motorbootfahrer auch nachgekommen. Ein Anwohner beschreibt das Ganze allerdings anders!

Rowdys auf der Ostsee

Andreas Brunion, sagt, dass bereits um 11 Uhr die Musik auf voller Lautstärke gelaufen sei. Und sogar das: „Ein konkreter Versuch an Land, mit der Bitte um Reduzierung der Musik, endete haarscharf damit, verprügelt zu werden“, sagt er den „Lübecker Nachrichten“.

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Zum Einsatz der Wasserschutzpolizei fügt Brunion hinzu: „Die Wasserschutzpolizei filmte die Festgesellschaft auf dem Wasser, deren Rücksichtslosigkeit nicht mehr zu überbieten war.“

So will der Bürgermeister das Problem an der Ostsee lösen

Mirko Spiekermann, Bürgermeister von Neustadt, ist die Situation bekannt. Er bestätigt: „Bei der Stadt sind mehrere Beschwerden eingegangen.

Dabei geht es weniger um die Anzahl der ankernden Boote als um die Ausreißer, „die in Strandnähe zu schnell fahren oder meinen, ihr Umfeld durch laute Musik beschallen zu müssen.“

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Das Problem: Motorboote und Segelyachten dürfen außerhalb der Badezonen und Fahrwassern festmachen. Die Anzahl ist nicht beschränkt.

Lösung für die Einheimischen an der Ostsee?

Lediglich bei der Lautstärke der Motoren und der Geschwindigkeit gibt es laut Spieckermann Vorschriften.

Sein Lösungsvorschlag: Er will sich mit anderen betroffenen Gemeinden sowie der Wasserschutzpolizei und weiteren Behörden an einen Runden Tisch setzen.

Dabei sollen die Probleme festgestellt und Maßnahmen erarbeitet werden. Ob das den Anwohnern hilft? (mk)