Ostsee: SIE breiten sich rasant aus, Küstenorte fürchten große Schäden

Menschen sind am Ostsee-Strand unterwegs
Menschen sind am Ostsee-Strand unterwegs
Foto: imago images

Sie breiten sich in der Ostsee rasant aus...

Die Tiere sind zwar klein, aber sie hinterlassen ihre Spuren in Küstenorten an der Ostsee. Die Rede ist von Australischen Röhrenwürmern.

Ostsee: Die Tiere befallen Segel- und Sportboote

Der Australische Röhrenwurm befällt Segel- und Sportboote und Hafenanlagen. Bootseigentümer befürchten Schäden und hohe Kosten. Vor allem Motorschrauben und Ruder sind von dünnen, zentimeterlang abstehenden Röhren eingehüllt.

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Die Australischen Röhrenwürmer filtern für die Nahrungsaufnahme mit ihren Tentakeln Kleinstlebewesen aus der Wassersäule heraus.

Die Röhrenwürmer haben eine lange Reise hinter sich. Sie stammen aus dem indo-pazifischen Raum und wurden durch Schiffe eingeschleppt. „Gut möglich, dass sie sich nun dauerhaft im Ostseeraum breitmachen wird“, zitiert „Deutschlandfunk Kultur“ den Biologen Michael Zettler.

Ostsee: 2016 zum ersten Mal gesichtet

In der Ostsee sei der Australische Röhrenwurm zum ersten Mal 2016 gesichtet worden, anfangs nur sehr vereinzelt. Die Tiere, die flaches Brack- und Hafenwasser lieben, waren zwei Jahre weg. 2020 tauchten sie dafür umso stärker wieder auf.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das zweitgrößte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Allein innerhalb von acht Wochen zwischen September und November habe man in der Warnow zwischen Rostock und Warnemünde, aber auch in Stralsund, einen extrem rasch wachsenden Bewuchs beobachtet, sagt Michael Zettler.

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Der Biologe zeigt sich erstaunt über die Ausbreitung: „Ein so massiver Befall – also nicht nur, dass die Tiere da waren, sondern dass sie eine so enorme Dichte, eine so enorme Biomasse erreicht haben – das hätte ich nicht für möglich gehalten in dieser kurzen Zeit.“

Ostsee: Für Bootseigentümer entstehen hohe Kosten

Für Schiffs- und Bootseigentümer wie Stefan Königstein wäre eine dauerhafte Ansiedlung dieser eingeschleppten Meeresbewohner kein Grund zur Freude. Er hat mit „Deutschlandfunk Kultur“ gesprochen – innerhalb weniger Wochen war der Motor- und Ruderbereich seines Sportbootes stark von den Würmern bewachsen.

„Ein direkter Schaden an dem Boot oder an den Schiffsrümpfen wird nicht verursacht. Also sie werden jetzt nicht irgendwie diese Bootsrümpfe durchdringen oder zerstören. Auf der anderen Seite werden aber erhebliche ökonomische Kosten dadurch entstehen, dass diese Boote durch diesen starken Bewuchs eine höhere Reibungen, ein höheres Gewicht aufweisen und damit eine höheren Spritverbrauch“, so Königstein.

Ostsee: Forscher bitten um Mithilfe

Die Warnemünder Ostseeforscher wollen die langfristige Entwicklung der Würmer beobachten. Dafür bitten sie um Mithilfe.

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Michael Zettler sagt: „Wenn Seglern da etwas auffällt, dass an den Häfen oder auch am Boden etwas wächst, dann wäre es immer gut, Fotos zu haben. Noch besser wäre es, auch mal ein Glas mit diesem Material eingeweckt oder eben frisch von hier vor Ort zu bekommen, so dass wir hier in Warnemünde uns das Material ansehen können.“

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Die Biologen wollen herausfinden, ob die Art nur im Warnow-Einzugsgebiet vorhanden ist oder ob sie sich entlang der Küste ausbreitet. (oa)