Ostsee: Schmerzhafte Niederlage für Naturschützer – dieses Jahrhundertprojekt darf kommen!

In Dänemark laufen schon seit längerem die Vorbereitungen für einen Tunnel durch die Ostsee – jetzt ist auch der Weg in Deutschland frei.
In Dänemark laufen schon seit längerem die Vorbereitungen für einen Tunnel durch die Ostsee – jetzt ist auch der Weg in Deutschland frei.
Foto: dpa

Naturschützer mussten jetzt eine schmerzhafte Niederlage einstecken. Denn ihr Versuch, ein Milliardenprojekt an der Ostsee zu stoppen, ist gescheitert.

Am Dienstag hat das Bundesverwaltungsgericht – etwas überraschend – alle verbliebenden Klagen gegen den Bau eines Tunnels durch die Ostsee abgewiesen. Dabei hatten der Naturschutzbund Nabu, ein Aktionsbündnis, mehrere Fährunternehmen sowie die Stadt Fehmarn alles versucht, das umstrittene Vorhaben abzuwenden.

Ostsee: Einwände der Kritiker gegen das Projekt reichen nicht

Sie fürchteten gravierende Umweltauswirkungen, etwa auf Schweinswale, Miesmuscheln und Eiderenten. Doch all die Einwände überzeugten die Bundesrichter nicht. Außerdem zweifelten die Gegner die Verkehrsprognosen für den den Eisenbahn- und Autotunnel an.

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Das ist Fehmarn:

  • Fehmarn (dänisch Femern) ist eine deutsche Ostseeinsel und nach Rügen und Usedom die drittgrößte Insel Deutschlands
  • liegt zwischen Kieler Bucht und Mecklenburger Bucht in der Ostsee
  • Sie gehört zum Kreis Ostholstein in Schleswig-Holstein
  • Die Insel ist durch Landwirtschaft und Tourismus geprägt

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Dem Bauvorhaben fehle es nicht an einer Planrechtfertigung, sagte der Vorsitzende Richter Wolfgang Bier in der Urteilsbegründung. Deutschland und Dänemark hatten sich in einem Staatsvertrag auf das Projekt verständigt.

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Damit sei der Bedarf für den Tunnel gesetzlich geregelt – auch wenn dort sehr viel weniger Autos fahren werden als normalerweise auf deutschen Autobahnen. Die Kritiker hatten die Trasse als überdimensioniert eingestuft.

Ostsee Fehmarnbelt

Nabu sieht schwarzen Tag für die Ostsee

Somit existiert nun auch auf deutscher Seite Baurecht für den geplanten 18 Kilometer langen Tunnel von Fehmarn zur dänischen Insel Lolland. Ab 2029 soll die feste Fehmarnbeltquerung die Fahrzeit für Autos, Lkw und Züge nach Kopenhagen verkürzen.

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Daten und Fakten zur Fehmarnbeltquerung:

  • eine geplante Verkehrsverbindung unter dem Fehmarnbelt hindurch zwischen Dänemark und Deutschland.
  • sieht eine ca. 18 Kilometer lange Querung und einen Ausbau der Schienen- und Straßenhinterlandanbindungen in Deutschland und Dänemark vor
  • Die Kosten von ca. 7,4 Mrd. Euro allein für das Querungsbauwerk des Fehmarnbelts (Tunnel) trägt überwiegend Dänemark
  • Die Realisierung ist als vierröhriger Absenktunnel vorgesehen und wurde der ursprünglich geplanten Brückenlösung vorgezogen

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Der Nabu sprach nach dem Urteil von einem schwarzen Tag für Schweinswal und Meeresumwelt. „Wir sind erstmal enttäuscht, dass das Gericht unseren Sorgen um den Schutz von Ostsee, von Schweinswalen und von Meeresenten nicht gefolgt ist“, sagte Nabu-Präsident Jörg-Andreas Krüger. Bedenken der Naturschützer seien quasi weggewischt worden.

Planung für Ostsee-Tunnel muss nachgebessert werden

In einem Punkt müssen die Planer laut Gericht allerdings nachbessern. Nach Erlass des Planfeststellungsbeschlusses waren im Bereich der Trasse Riffe entdeckt worden, die als Biotope streng geschützt sind und nicht zerstört werden dürfen.

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Hier muss in einem ergänzenden Verfahren nun geklärt werden, wie das Problem nachträglich gelöst werden kann. „Die Fehler, die da gemacht worden sind, müssen bereinigt werden“, sagte Krüger. „Wir hoffen, dass die Planungsträger damit sehr ernsthaft umgehen.“

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Baubeginn in der Ostsee schon bald

Die dänische Projektgesellschaft Femern A/S kündigte einen baldigen Baubeginn an. „Das Gericht hat alle Klagen abgewiesen, das heißt, wir dürfen sofort in Deutschland beginnen.“

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Ab Januar werde eine Fabrik für die Tunnelelemente in Dänemark errichtet. Achteinhalb Jahre später solle der Tunnel fertig sein, dessen Elemente auf den Meeresboden abgesenkt werden. (dpa/mk)