Ostsee: Feuerwehr warnt vor einer Gefahr am Strand – „Sind hochgiftig“

Viele Menschen sind sich bei einem Besuch an der Ostsee dieser Gefahr gar nicht bewusst.
Viele Menschen sind sich bei einem Besuch an der Ostsee dieser Gefahr gar nicht bewusst.
Foto: imago/Photocase

Scharbeutz. Regelmäßig warnt die Feuerwehr aus Scharbeutz an der Ostsee vor dieser Gefahr. Denn: Fast niemand hat sie auf dem Schirm hat.

Gerade Ostsee-Besucher, die lediglich gemütlich am Strand spazieren gehen wollen, sind gefährdet! Es kann zu schrecklichen Unfällen mit schlimmen Verletzungen führen.

Ostsee: Große Gefahr!

Jeder kennt es: Man bummelt am Strand entlang und sieht lauter schöne Dinge im Sand liegen. Muscheln, Steine, vielleicht sogar Bernstein. Und man hebt es auf und nimmt es mit nach Hause.

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Doch das kann fatal enden! „Von Zeit zu Zeit kommt es beim Steinesammeln zu gefährlichen Funden“, warnte die Feuerwehr Scharbeutz auf Facebook schon im vergangenen Jahr. Und es gilt unverändert: „Vermeintliche Bernsteine sind extrem gefährlich, denn es kann sich um Phosphor handeln!"

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das zweitgrößte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratmeter
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Aber wie kommt Phosphor in die Ostsee, und warum ist es so gefährlich? „Aus den Brandbomben des 2. Weltkriegs, die in der Ostsee liegen, wird immer wieder Phosphor freigesetzt“, so die Feuerwehr. „Leider sieht er manchmal Bernstein zum Verwechseln ähnlich.“

Brisante Kriegsüberbleibsel in der Ostsee

Der Stoff hat einige Eigenschaften, die allesamt hochbrisant sind: „Bei Kontakt mit Sauerstoff und Temperaturen zwischen 20 und 40 Grad Celsius entzündet er sich selbst“, so die Feuerwehr Scharbeutz. Das heißt: Bei normalen Sommertemperaturen kann der vermeintliche Stein, sobald er nicht mehr im Meerwasser oder im feuchten Sand liegt, einfach in Flammen aufgehen!

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Und diese Flammen haben es auch noch in sich: „Phosphor brennt mit einer 1.300 Grad Celsius heißen Flamme. Die entstehenden Dämpfe sind hochgiftig.“ Löschen lassen sie sich nur, indem man Sand darüberwirft.

Risiko für Ostsee-Besucher

Besonders gefährlich ist Phosphor, wenn ein solches Stück in Jacken- oder Hosentaschen gelegt wird und dort trocknet und sich entflammt. Es brennt so schnell und so heiß, dass der Sammler fast immer schwerste Verletzungen davonträgt, weil er sich nicht schnell genug aus seiner Kleidung befreien kann.

Die Feuerwehr rät deshalb, Steine immer nur in feuerfesten Gefäßen zu sammeln und möglichst so lange feucht zu halten, bis man sicher ist, dass kein Phosphor dabei ist. An den Stränden von Scharbeutz und Haffkrug können zudem die DLRG-Mitarbeiter dabei helfen, gefährliche Stücke zu erkennen und zu entsorgen. (wt)