Ostsee: Frau will DAS machen – jetzt droht ihr gleich doppelt Ärger

Spaziergänger an der Ostsee bei Heiligendamm.
Spaziergänger an der Ostsee bei Heiligendamm.
Foto: picture-alliance/ dpa

Es ist ein wichtiges Thema sowohl für die Nordsee als auch für die Ostsee: der Küstenschutz. Es gibt zahlreiche Maßnahmen, den Rückgang der Küste zu vermeiden und den Schutz vor Sturmfluten zu erhöhen.

Ob Deiche, Dünen, Ufermauern oder Sandaufspülungen – diesen Maßnahmen kommt eine enorme Bedeutung zu. Auch, weil unwissende Urlauber an Nordsee und Ostsee, die beispielsweise über die Dünen laufen, immer wieder für Ärger sorgen.

Ostsee: Küstenschutz sorgt für Zündstoff

In Schashagen an der Ostsee hat eine Frau nun auf eigene Faust ein Bauwerk in Auftrag gegeben, das dem Küstenschutz dienen soll. Doch dafür gerät sie unter heftigen Beschuss.

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Dabei hat die Frau, der das Land oberhalb der Brodauer Steilküste gehört, eigentlich ein lobenswertes Vorhaben. Dem NDR teilte sie mit, dass sie Eichenpfähle und Steinbuhnen in den Sand rammen lassen will.

Diese sollen „die Küste schützen und den Abbruch der Steilküste verzögern“. Für solch eine Maßnahmen benötigt man eigentlich eine Genehmigung – die der Frau aber nicht vorliegt.

Keine Erlaubnis für Maßnahme an der Ostsee

Sie beruft sich auf eine 24 Jahre alte Genehmigung eines Lübecker Amtes, das es heute nicht einmal mehr gibt. Diese Behörde hätte ihr den Bau der Steinbuhnen gestattet, das Einrahmen der Holzpfähle sei damals nur „besprochen“ worden.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das zweitgrößte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Doch das ist nicht das einzige Problem. Ihr Vorhaben erntet Kritik vom Naturschutzbund Nabu. Die Bebauung bedrohe nämlich einen gesetzlich geschützten Vogel, die Küstenschwalbe.

Vögel an der Ostsee-Küste gefährdet

Ingo Ludwichowski vom Nabu weist auf eine Küstenschwalben-Kolonie am Steilhang hin. Er erläutert, dass die Vögel darauf angewiesen sind, „dass die Flächen offen ist, dass sie freien Zugang haben.“

Stattdessen geschehe durch die Küstensicherung genau das Gegenteil. Der Umweltschützer erklärt, dass „diese Uferbereiche zuwachsen, die Hänge zuwachsen und damit die Uferschwalben ihren Lebensraum verlieren.“

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Der zuständige Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz bestätigt dem NDR noch einmal, dass keine Genehmigung für die Maßnahmen in Schashagen vorliegen.

Man wolle nun Kontakt mit der Eigentümerin aufnehmen. Bis auf Weiteres ist das Einrammen der Eichenpfähle erst einmal unterbrochen worden. (lh)