Ostsee: MV will als erstes Bundesland wieder Urlauber begrüßen – DAS müssen Touristen beachten

Spaziergänger am Ostsee-Strand in Warnemünde.
Spaziergänger am Ostsee-Strand in Warnemünde.
Foto: imago images / Fotoagentur Nordlicht

Urlaub an der Ostsee – wann das in Deutschland wieder möglich sein wird, ist derzeit noch völlig offen. Bis Ende Januar sind mindestens touristische Reisen im eigenen Land weiter undenkbar. Für ein Urlaubsland wie Mecklenburg-Vorpommern (MV) mit seiner Küste, seinen Seen und Städten ist das eine schwierige Situation.

Dennoch machen sich die Verantwortlichen im Bundesland schon jetzt Gedanken, wie es weitergehen könnte. Das ehrgeizige Ziel: Die Tourismusbranche MV will als erste in Deutschland wieder Urlauber an der Ostsee begrüßen.

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Ostsee: MV will erneut Vorreiterrolle einnehmen

„Wir haben natürlich den Anspruch die Ersten zu sein, weil das natürlich auch für so ein Urlaubsland ein wichtiges Zeichen ist“, sagt Lars Schwarz, Präsident des Hotel- und Gaststättenverbands Dehoga MV im Gespräch mit MOIN.DE.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das zweitgrößte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Auch beim ersten Lockdown sei Mecklenburg-Vorpommern das erste Bundesland gewesen, das die Gastronomie und Hotellerie wieder geöffnet habe. Ermutigend sei, dass man im Vergleich zu anderen Bundesländern die geringste Infektionsrate aufweise.

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„Wir gehen davon aus, dass die Zahlen leicht hochgehen könnten, aber spätestens Mitte Februar wieder sinken werden. Erwartet wird in dem Zeitraum der Bereich von einer Inzidenz von 50. Wir haben den Anspruch, dass wir dann öffnen können“, sagt Schwarz.

Bundesland wirbt für mehr Sicherheit in MV und an der Ostsee

Etwas anders sieht das Tobias Woitendorf, Geschäftsführer des Tourismusverbandes MV. Er hält Mitte Februar für „ein bisschen zu optimistisch“ und kann sich vorstellen, dass Ostern ein realistisches Ziel ist. Viel wichtiger sei es aber, dass „wir irgendwie wieder einen Weg reinfinden.“

Wie das gelingen soll, darüber sind sich beide einig. Ein Punkt soll das neue Qualitätssiegel „Mehr Sicherheit im Urlaubsland MV“ sein. Dieses vergibt die Dehoga gemeinsam mit dem Landestourismusverband.

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Ursprünglich wurde es zur kurzzeitigen Wiedereröffnung von Weihnachten bis Silvester eingeführt. Dabei können Hoteliers und Gastronomen nachweisen, ihre Gäste und auch die Mitarbeiter bestmöglich vor einer Corona-Infektion zu schützen. Das Siegel gibt es in drei Stufen, die es für Touristen zu beachten gilt.

Schutz für Gäste und Personal in MV und an der Ostsee

Mit der Basisstufe verpflichten sich Gastgeber, die geltenden Schutzstandards umzusetzen, die aktuellen gesetzlichen Regelungen der Bundes- und der Landesregierung etwa zu Quarantänemaßnahmen zu kennen und einzuhalten und über einen Pandemie- und Infektionsnotfallplan zu verfügen.

Bei der Stufe „Plus“ wird sowohl beim Personal täglich Fieber gemessen als auch bei der Ankunft der Gäste. Außerdem lassen sich Gastgeber einen Fragebogen bei Anreise ausfüllen, der auf einen Blick zeigt, ob Gäste unter Symptomen leiden, die auf eine Covid-19-Erkrankung hinweisen.

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Und auf der Stufe „PlusPlus“ dürfen Gäste aus Risikogebieten ab einem Inzidenzwert von 150 nur mit einem negativen Test aufgenommen werden. „Damit kann es gelingen, eine mögliche Öffnung der Branche und damit den Sonderweg Mecklenburg-Vorpommerns zu beschleunigen. Zudem bietet das Siegel eine zusätzliche Orientierung für unsere Gäste“, sagt Lars Schwarz von der Dehoga.

Ostsee: Tourismusverband MV hat eine weitere Idee

Doch Woitendorf hat noch eine weitere Idee. Er will den Tourismus mit in der „Corona-Ampel“ verankern. Diese gibt anhand der 7-Tages-Inzidenz die COVID-19 Lage in den Bundesländern, Landkreisen und kreisfreien Städten an.

„Dort taucht der Tourismus bislang nicht auf, weil er offenbar schwerer zu verhandeln ist“, sagt Woitendorf im Gespräch mit MOIN.DE. „Bei einer Linie von bundesweit 50 sind wir nicht bei Ostern, sondern bei Pfingsten oder noch später.“

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Auch eine Teststrategie für den Tourismus, zum Beispiel an der Landesgrenze, im Hotel oder vorab sei denkbar. „Der Ansatz dafür ist, dass die Immunisierung der Bevölkerung noch eine ganze Weile andauern wird. Bis dahin braucht man möglicherweise noch eine Überbrückungsstrategie“, erklärt Woitendorf.

Gastronomie und Tourismus hängen in MV und an der Ostsee zusammen

Wichtig sei es, der Politik konkrete Maßnahmen vorzuschlagen. Denn die entscheidet letztlich darüber, wann Urlaub wieder möglich sein wird.

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„Wenn ich jetzt solange warte, bis die Politik allein darauf kommt und das dann umsetzt, macht es den Weg schwerer und wird nicht dazu führen, dass wir die Ersten sein werden“, sagt Schwarz.

Und dazu könnte eben auch gehören, nicht unbedingt mit dem Übernachtungstourismus an der Ostsee zu starten. „Vielleicht macht man unter bestimmten Voraussetzungen Bereiche von Kultur oder die Gastronomie wieder auf“, sagt Woitendorf.

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Dem stimmt auch die Dehoga zu: „Wir haben während des ersten Lockdowns gesehen, wie wichtig die Gastronomie für die Tourismusbranche in MV ist. Das Wichtigste ist, die Akzeptanz beim Bürger zu haben.“