Ostsee: Niemand darf diese Insel betreten – doch einmal im Jahr findet dort eine irre Aktion statt

Leerer Ostseestrand am Darß auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.
Leerer Ostseestrand am Darß auf der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst.
Foto: imago images/Dieter Mendzigall

Südlich von Zingst liegt die Ostsee-Insel Kirr, ein Stück unberührte Natur an der Küste. Das Stück Land steht unter Naturschutz und von niemandem betreten werden.

Trotzdem findet auf der Ostsee-Insel einmal im Jahr eine spektakuläre Aktion statt.

Ostsee: DAS findet auf der Insel statt

Denn auf der Insel leben rund 300 Jungrinder. Im Auftrag des Naturschutzes halten sie Gras und Schilf kurz. Vor den Herbststürmen müssen die Tiere jedoch wieder runter von der Insel.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das zweitgrößte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Kirr wird im Winter nämlich überspült. Also trommelt Thomas Möhring, Leiter der Tierproduktion auf Gut Darß, seine Helferinnen und Helfer zusammen, um die Herde per Fähre ans Festland zu übersetzen.

Ostsee: Komplette Belegschaft wird zu Viertreibern

Wie das aussieht, zeigt die Sendung „mareTV“ im NDR. Für die Aufgabe versammelt Möhring die komplette Belegschaft von Gut Darß. Ob Bürofachkraft oder Mechaniker – sie alle werden an diesem Tag zum Viehtreiber.

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Zunächst muss die störrische Horde, die monatelang keinen Menschen gesehen hat, erst einmal zusammengetrieben werden. Zwar sei ein Elektrozaun auf der Insel gespannt, aber „wenn die Panik haben, gehen die dadurch“, erklärt Möhring.

Als einziges Hilfsmittel haben die Männer und Frauen einen blauen Stock. Er dient zur Armverlängerung. Das Problem: Wenn ein oder mehrere Rinder ausbrechen, müssen sie von vorne anfangen.

Ostsee: Heikle Aufgabe für die Viehtreiber

Wenn die Herde dann in einem Pferch vor dem Anleger ist, geht es weiter. Doch dann wird es richtig heikel. Denn die Tiere müssen auf die „Seekuh“ gebracht werden – eine eigens für den Transport gebaute Fähre.

Bis zu 18 Tiere würden auf das Schiff draufpassen. Doch Kapitän Steffen Schwarz, der die „Seekuh“ gebaut hat, weiß: „Sie waren jetzt den ganzen Sommer auf der Insel und dann so ein Motorgeräusch, dann werden sie schon nervös und laufen ein bisschen hin und her.“

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Bis zu 13 Tonnen könnte die Fähre tragen. „Aber wir machen nie so viel, weil wir eine gewisse Sicherheit drin haben wollen. Wir wollen ja nicht baden gehen.“

Ostsee: Tiere werden anschließend auf Winterweide gebracht

In der Vergangenheit ist tatsächlich schon einmal ein Tier über Bord gegangen. Das wollen die Helfer und Helferinnen um Leiter Thomas Möhring jedoch nicht noch einmal erleben. Zumal die „Seekuh“ auch so schon für Wind und Wetter extrem anfällig ist.

Dieses Mal geht jedoch alles gut und die rund 300 Jungrinder kommen heile auf der Ostsee-Halbinsel an. Von dort geht es dann per Viehtransporter auf die Winterweide in der Nähe von Gut Darß.

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Zwölf Stunden hat die Aktion an diesem Tag gedauert. Und im Sommer werden sie dann wieder auf die Insel gebracht. Das dürfte wohl ähnlich zeitaufwendig werden. (mk)