Ostsee und Nordsee: Länder wollen Urlaub zu Ostern laut Bericht erlauben – doch die Sache hat einen Haken

Zu Ostern an die Ostsee oder Nordsee? Das ist die entscheidende Frage (Symbolbild).
Zu Ostern an die Ostsee oder Nordsee? Das ist die entscheidende Frage (Symbolbild).
Foto: IMAGO / BildFunkMV

Die Planungen für mögliche Osterreisen laufen bei den meisten Menschen gezwungenermaßen noch zurückhaltend. Einige nutzen aber anscheinend die Gelegenheit und wollen auf die spanische Urlaubsinsel Mallorca reisen. So wuchs die Nachfrage nach Mallorca-Flügen durch die Aufhebung der Reisewarnung von Kalenderwoche neun zu Kalenderwoche zehn in diesem Jahr um 779 Prozent. Aber geht auch was an Ostsee und Nordsee?

Schleswig-Holstein steht bereits in den Startlöchern und möchte an seinen Tourismuserfolg trotz Krisenjahr 2020 anknüpfen (MOIN.DE berichtete). Auch Mecklenburg-Vorpommern bereitet sich auf Öffnungen für Reiselustige vor. Doch Urlaubsreisen an die Ostsee und die Nordsee sollen zunächst nur für Einheimische möglich sein.

Ostsee und Nordsee: Urlaub an Ostern?

Nach Recherchen der Funke-Zeitungen bereiten die norddeutschen Länder Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Hamburg eine Öffnung zu Ostern für die eigenen Bürger vor. Die finale Entscheidung werde beim nächsten Bund-Länder-Gipfel am 22. März getroffen.

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Menschen aus anderen Bundesländern sollen demnach erst im nächsten Schritt, also womöglich erst ab dem 1. Mai, aufgenommen werden.

Besonders nach der Öffnung der Balearen für den Ostertourismus zeigte sich der bayerische Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ziemlich unzufrieden und fordert von der Bund-Länder-Schalte zum weiteren Vorgehen in der Corona-Pandemie am Montag „ein klares Signal für Osterurlaub in Deutschland“ zu setzen.

Das Ostergeschäft sei für viele „der letzte rettende Strohhalm“, sagte Aiwanger den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Mittwoch. Tausende Betriebe stünden finanziell und emotional mit dem Rücken zur Wand, „da darf die Politik nicht mehr länger zusehen“, forderte Aiwanger.

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Aber auch im Norden wird die Kritik lauter. Die Ministerpräsidentin von Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig, sieht die Möglichkeit ins Ausland reisen zu können, kritisch (MOIN.DE berichtete).

Ostsee und Nordsee: Politiker und Tourismusvertreter sind sich einig

Etwas fassungsloser reagiert die Hauptgeschäftsführerin des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga), Ingrid Hartges. Sie sagte den Funke-Zeitungen:

„Es ist für keinen Hotelier nachvollziehbar, warum man auf Mallorca Urlaub machen darf, aber nicht an der Ostsee oder Nordsee. Das kann niemand verstehen – und ich kann es auch niemandem erklären“. Auch an der deutschen Küste gebe es zum Teil niedrige Inzidenzwerte.

An der wöchentlichen Pressekonferenz des Landes Schleswig-Holstein am 17. März äußerte sich auch der Ministerpräsident Daniel Günther zum Thema Urlaub.

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Der CDU-Politiker gab sich aber zu Lockerungen in dem Bereich ungewohnt zurückhaltend: „So bedauerlich es ist, wir können vor der Ministerkonferenz keine Entscheidung treffen“, erklärte er. „Wir wollen uns dafür einsetzen, dass Reisen innerhalb von Deutschland möglich sind“, stellt er weiter klar.

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Und auch zum Knaller-Thema Mallorca teilt er das Unverständnis seiner politischen Kollegen. Zum Urlaub an Ostsee oder Nordsee hat er eine klare Meinung: Dieser sei nämlich „sinnvoller als auf Mallorca mit samt Europa“ seine Zeit zu verbringen. (dpa/ pag)