Ostsee: Schiffsunfall in einer Schleuse – mit schwerwiegenden Folgen

Im Nord-Ostsee-Kanal hat ein Frachter eine Schleuse gerammt. (Symbolbild)
Im Nord-Ostsee-Kanal hat ein Frachter eine Schleuse gerammt. (Symbolbild)

Am Wochenende ist es in der Nord-Ostsee-Kanal-Schleuse in Kiel-Holtenau zu einer Havarie gekommen. Gegen 18.40 Uhr am Samstag fuhr ein Frachter in das Tor der Nordkammer ein. Dann krachte es.

Durch den Zusammenprall an der Schleuse am Nord-Ostsee-Kanal ist ein enormer Schaden entstanden. Nachdem bereits im vergangenen Jahr hier ein anderer Frachter gegen ein Schleusentor stieß, musste das letzte verfügbare Ersatz-Tor eingebaut werden. Und so stand für die Schifffahrt zwischenzeitlich nur eine Schleusenkammer in Kiel zur Verfügung.

Ostsee: Vorerst nur eine Schleusenkammer nutzbar

Das bedeutete lange Wartezeiten. Viele Schiffe nutzten wohl eher die Fahrt um Dänemark nutzen, statt wie üblich die Abkürzung durch den Nord-Ostsee-Kanal.

Wie es zu der Havarie kommen konnte, ist noch unklar. Nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein soll es an Bord des Frachters „Wilson Goole“ zu einem Maschinenausfall gekommen sein. Dadurch krachte das Schiff ungebremst gegen das Schleusentor der Nordkammer.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das größte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Der Frachter wurde bei der Kollision schwer beschädigt, konnte aber noch am Abend mit zwei Schleppern zur nahe gelegenen Lindenau-Werft gebracht werden.

+++ Ostsee und Nordsee: Länder wollen Osterreisen erlauben – aber längst nicht für alle +++

Verletzte gab es bei der Havarie nicht. Der Leiter des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Kiel-Holtenau, Detlef Wittmüß, sprach am Montag von „einigen Hunderttausend Euro Sachschaden“.

Dauer des Ausfalls am Nord-Ostsee-Kanal unklar

Seit Montag sind beide Schleusenkammern wieder in Betrieb. Allerdings noch nicht ganz fehlerfrei. „In dem Tor ist ein Tank beschädigt – ein Auftriebskörper. Damit kommen wir gerade noch klar“, sagte Detlef Wittmüß, am Montag. Zuvor hatten Taucher die Schäden in Augenschein genommen und Teile geborgen.

Erschwerend kommt hinzu, dass Reparaturarbeiten an anderen beschädigten Schleusentoren noch nicht beendet sind. Das „Akacia“-Tor steht nach Informationen von NDR Schleswig-Holstein wohl frühestens im Spätsommer oder Anfang Herbst wieder zur Verfügung.

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Und auch die Reparatur des „Else“-Tors in der Nord-Ostsee-Kanal-Schleuse in Kiel steht noch aus. Hier gab es nach fast sieben Monaten noch nicht einmal eine Ausschreibung.

Von einem Albtraum würden wohl auch die Menschen in Swinemünde auf der Ostsee-Insel Usedom sprechen. Dort droht Ärger wegen eines Mega-Projektes, das eine Touristenattraktion gefährdet. Mehr dazu liest du >> hier. (mk)