Ostsee: Taucher machen einen spektakulären Fund – er stammt aus dem 17. Jahrhundert

Taucher haben einen spektakulären Fund gemacht.
Taucher haben einen spektakulären Fund gemacht.
Foto: imago images / blickwinkel, Badewanne.fi (Montage MOIN.DE)

Tauchen haben einen spektakulären Fund in der Ostsee gemacht!

Sie haben in der Nähe des Golfs von Finnland in der Ostsee ein Wrack eines gesunkenen Handelsschiffs aus dem 17. Jahrhundert gefunden. Es ist erstaunlich gut erhalten. Zur damaligen Zeit hat die „Fluyt“ zur Flotte der niederländischen Kolonialmacht gehört – ihr Territorium hat sich zeitweise über fünf Kontinente erstreckt.

Ostsee: Taucher entdecken Schiffswrack aus dem 17. Jahrhundert

Um die Bedeutung des Wracks in der Ostsee nachvollziehen zu können, lohnt ein Blick in die Geschichte. Ab dem Mittelalter ist die Ostsee zu einer immer wichtigeren Handelsroute avanciert.

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Die Flotten der Niederlande und Großbritanniens haben endlose Vorräte an Holz, Teer und Hanf benötigt, die alle in den Ländern rund um die Ostsee verfügbar waren.

Ostsee-Route von Niederlanden kontrolliert

Im 17. Jahrhundert hat die Handelsflotte der damaligen Republik der Vereinigten Niederlande die Kontrolle über diese wichtige Ostsee-Route gehabt.

Dabei hat ein Schiffstyp herausragt: das niederländische „Fluit“ (Fleute), ein damals hochmodernes, dreimastiges Handelsschiff mit großer Ladefähigkeit. Diese Fleuten haben den Handel bis zur Mitte des 18. Jahrhundert dominiert, allerdings haben nur wenige dieser einst weit verbreiteten Schiffe überlebt. Bis heute sind nur wenige Wracks gefunden worden.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das zweitgrößte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Wrack in der Ostsee ist nahezu perfekt erhalten

Umso überraschter sind die Taucher gewesen, als sie in 85 Metern Tiefe auf das Wrack gestoßen sind.

Zunächst sei man davon ausgegangen, dass es sich um ein Minensuchboot aus dem Ersten Weltkrieg oder einen Schoner aus dem Zweiten Weltkrieg handeln würde. Aber: Es ist eine fast vollständig erhaltene niederländische Fleute.

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Das Wrack ist wegen des niedrigen Salzgehalts im Wasser und der Dunkelheit fast perfekt konserviert worden. Holzfressende Organismen wie Schiffsbohrwürmer können in einer solchen Umgebung nicht leben.

Fund in der Ostsee als „Fundament für Globalisierung der frühen Neuzeit“

Dr. Niklas Eriksson, Meeresarchäologe von der Universität Stockholm, erklärt gegenüber „Badewanne.fi“: „Das Wrack enthüllt viele Eigenschaften der Fleuten, hat aber auch einige einzigartige Merkmale, nicht zuletzt die Konstruktion des Hecks. Es könnte ein Beispiel für einen frühen Konstruktionstyp sein.

Und weiter: „Das Wrack bietet somit eine einzigartige Gelegenheit, die Entwicklung eines Schiffstyps zu untersuchen, der um die ganze Welt segelte und das Fundament für die Globalisierung der frühen Neuzeit bildete.“ (mg)