Ostsee: Unfassbar, was Menschen hier am Strand zurücklassen – „Absolut widerlich“

Wegen des schönen Wetters und der Sommerferien zog es an den vergangenen Wochenende viele Menschen an die Ostsee-Strände – mit verheerenden Folgen.
Wegen des schönen Wetters und der Sommerferien zog es an den vergangenen Wochenende viele Menschen an die Ostsee-Strände – mit verheerenden Folgen.
Foto: imago images/BildFunkMV

Sommer, Sonne, Ferien – vor allem an den Wochenenden ist es zuletzt immer sehr voll an den Stränden der Ostsee gewesen. Das bringt einige Probleme mit sich.

„Wir haben an der gesamten Ostsee-Küste zunehmend mit einer Klientel zu tun, die keine Rücksicht mehr nimmt“, sagt Ludger Hinsen, Innen- und Umweltsenator von Lübeck. Was er meint: Partys, Park-Chaos und vor allem – Müll. In Spitzenzeiten waren es bis zu 50 Kubikmeter am Wochenende.

Ostsee: Travemünde hat ein Müll-Problem

Das war vor zwei Wochen in Travemünde. Für das vergangene Wochenende wurden aus diesem Grund zusätzliche Müllcontainer bereitgestellt. So wollte man auf einen weiteren Ansturm von Tagesgästen und auf den damit verbundenen Müll vorbereitet sein.

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Man habe noch einmal 40 Tonnen mit einem Fassungsvermögen von 120 Litern bestellt, sagt Uwe Kirchhoff, Kurdirektor von Travemünde. „Das sind jetzt so viele wie sonst zur Travemünder Woche oder zu einer Windjammer-Parade.“ Doch das Ergebnis ist ernüchternd.

Traurige Erkenntnis an den Ostsee-Stränden

„Strandbesucher schmeißen ihren Müll auch dann in den Sand, wenn die Mülleimer noch halb leer sind. Sie parken ihre Autos, wo gerade Platz ist, auch wenn auf den offiziellen Parkplätzen noch Platz ist“, sagt Hinsen den „Lübecker Nachrichten“.

Er spricht von einer Verwahrlosung und Verrohung der Menschen. Die Situation habe unvorstellbare Ausmaße angenommen.

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Doch wie will man das Problem in den Griff bekommen? In Travemünde sei der Ordnungsdienst am vergangenen Wochenende bis 23 Uhr im Einsatz gewesen, erklärt die zuständige Bereitsleiterin Melanie Wöhlk den „Lübecker Nachrichten“.

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Hinsen bestätigt: „Die Polizei hat am vergangenen Wochenende bis 3 Uhr morgens kontrolliert.“ Auch ein Sicherheitsdienst, der nacht unterwegs sei, wurde auf acht Männer verstärkt.

Jede Menge Probleme an der Ostsee

Auf Facebook ist eine große Diskussion darüber entbrannt. „Bei uns an den Flensburger Stränden leider nicht anders. Technoparties am Strand, alles vollgeparkt, der Strand am Morgen vermüllt“, sagt eine Frau.

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Auch eine andere kann es nicht nachvollziehen. „Ich finde es immer unfassbar. Volle Packungen und Flaschen bekommen die Leute mit an den Strand. Leer, was ja deutlich leichter ist, aber leider nicht zurück“, sagt sie.

Und es gibt noch mehr Probleme. „Es war ja nicht nur der Müll und die falschparkenden Autos. Es wurden geschützte Dünen zertrampelt. Niemand hat es interessiert. Es ist absolut widerlich“, sagt eine Frau. Doch woran liegt es, dass die Situation in diesem Jahr extrem ist?

Mallorca-Klientel an der Ostsee?

„Wahrscheinlich die Klientel, die sonst ihren Müll auf Mallorca oder ähnlich zurücklasst? Die Beschwerden bekommen wir nur nicht mit“, mutmaßt eine Frau. Sie spricht sich für Strafen aus, die „ordentlich weh tun im Portemonnaie“.

Zur Einordnung: Falschparken kostet zwischen 15 und 15 Euro. Am vergangenen Wochenende wurden laut „Lübecker Nachrichten“ über 300 Verwarnungen in Travemünde ausgestellt. 30 Fahrzeuge wurden abgeschleppt – Kostenpunkt: 100 Euro. Zu wenig für viele Menschen.

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Doch es gibt auch gute Nachrichten. Der Kurbetrieb in Travemünde hofft, dass die schlimmsten Wochen jetzt überstanden sind. In den meisten Bundesländern enden nämlich die Sommerferien. Das belegt auch diese Zahl: Am vergangenen Wochenende ist die Müllmenge schon von 50 auf 30 Kubikmeter gesunken. (mk)