Ostsee: Wegen zu vielen Touristen – diese Urlaubsorte greifen hart durch

Ferienwohnungen in Scharbeutz an der Ostsee.
Ferienwohnungen in Scharbeutz an der Ostsee.
Foto: imago/imagebroker

In beliebten Urlaubsorten schon immer ein Problem: Wo es viele Ferienunterkünfte gibt, sind Wohnungen für Ortsansässige kaum noch zu finanzieren. Sowohl an der Ostsee als auch an der Nordsee kämpfen Einheimische für bezahlbaren Wohnraum.

An der Ostsee wollen nun einige Gemeinde die Reißleine ziehen und gegen das Problem vorgehen. Darunter zum Beispiel der Gemeinde Scharbeutz.

Ostsee: Gibt es zu viele Ferienwohnungen?

Man wolle zukünftig genau prüfen, wo Ferienwohnungen zugelassen werden können und wo nicht, heißt es. Es sei jetzt an der Zeit, auch an die eigenen Bürger zu denken, sagte die parteilose Bürgermeisterin Bettina Schäfer.

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Das ist die Ostsee:

  • auch Baltisches Meer genannt
  • die Ostsee ist das zweitgrößte Brackwassermeer der Erde
  • die Fläche beträgt 412.500 Quadratkilometer
  • sie ist bis zu 459 Meter tief

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Von den rund 7.700 Wohnungen in der Gemeinde sind nach Angaben Schäfers knapp 5.000 Zweit- und Nebenwohnungen.

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An der Ostsee gibt's kaum noch Wohnungen

Auch andere Küstenorte beobachten die Situation genau und wollen, wenn nötig, die Zahl der Ferienwohnungen begrenzen. Der Tourismus-Agentur Lübecker Bucht (TALB) zufolge ist die Zahl der Übernachtungen in Scharbeutz zwischen 2011 und 2019 um 76 Prozent, die der Hotelbetten dagegen nur um gut 20 Prozent gestiegen.

Die Zahl der Ferienwohnungen in Scharbeutz sei dagegen von 2710 im Jahr 2011 auf 7085 im Jahr 2020 angewachsen. Das entspreche einer Steigerung von 161 Prozent.

Mehr Ostsee-Gemeinden prüfen Schritte

Auch in Lübeck-Travemünde gibt es Probleme mit Zweitwohnungen, die außerhalb der Saison leer stehen. „Diese sogenannten Rollladensiedlungen sind städtebaulich nicht gewünscht.

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Die Stadt hat deshalb dort Ferienwohnungen geplant, wo es städtebaulich sinnvoll ist, wie am Fischereihafen oder auf dem Priwall. An anderen Stellen sind sie schon ausgeschlossen “, sagte Stadtsprecherin Nicole Dorel.

Ostsee-Touristen bevorzugen Wohnungen

Für den Bereich der Lübecker Altstadt hatte die Bürgerschaft im Februar 2020 bereits die Nutzung von Ganghäusern als Ferienhäuser untersagt und so die Zahl der Ferienwohnungen begrenzt.

Einige Hausbesitzer klagen dagegen. Einen Eilantrag, der die Vermietung bis zu einer endgültigen Entscheidung erlaubt hätte, lehnte das Gericht aber Ende Juni ab.

Ostsee: Ferienwohnungen nehmen überhand

In Sierksdorf an der Lübecker Bucht gibt es nach Angaben von Bürgermeister Udo Gosch (SPD) rund 1.600 Einwohner und fast 1.500 Zweitwohnungen.

„Wir wollen die Bedeutung des Tourismus nicht infrage stellen, aber es besteht über alle Parteien hinweg ein Konsens darüber, dass wir auf eine Ausgewogenheit zwischen Einheimischen und Gästen achten müssen“, sagte Gosch.

Ostsee-Tourismus bleibt wichtig

Ähnlich sieht es auch Mirko Spiekermann, parteiloser Bürgermeister von Neustadt in Holstein. „Wir müssen die Bedürfnisse der Anwohner und des Tourismus gleichermaßen berücksichtigen“, sagte er.

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Auf den Nordseeinseln Föhr und Amrum lässt sich das Verhältnis zwischen Dauer- und Ferienwohnungen nach Angaben von Birgit Oschmann vom Amt Föhr-Amrum nicht genau feststellen.

„Doch auch hier beobachten wir außerhalb der Saison, dass beispielsweise Kläranlagen viel größer dimensioniert sind als sie das ohne Ferienwohnungen sein müssten“, sagte sie. (dpa/wt)