Rostock geht einen wichtigen Schritt, doch eine Sache bereitet Sorgen: „Das ist natürlich sehr traurig“

Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos, r) begrüßt vor dem Ostseestadion den jungen Fan des FC Hansa Rostock, Felix Spindler, mit seinem Vater Rainer (l).
Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen (parteilos, r) begrüßt vor dem Ostseestadion den jungen Fan des FC Hansa Rostock, Felix Spindler, mit seinem Vater Rainer (l).
Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Als erster Fußballverein in Deutschland hat Hansa Rostock wieder Zuschauer ins Stadion gelassen. Zum ersten Mal nach fünf Monaten konnten die Fans wieder live mitfiebern.

Dass die Partie zwischen Hansa Rostock und dem Halleschen FC mit Zuschauern stattfinden konnte, liegt an dem enorm niedrigen Inzidenzwert der Stadt. Doch die jüngsten Entwicklungen bereiten Oberbürgermeister Claus Ruhe Madsen trotzdem Sorgen.

Rostock: Sieben-Tage-Inzidenz sehr niedrig

Seit Monaten liegt die Sieben-Tage-Inzidenz in Rostock unter 50. In den vergangenen Tagen sogar phasenweise unter 20. In Absprache mit dem Gesundheitsamt und der Landesregierung wurden 777 Zuschauer für die Partie zugelassen.

„Es geht um viel mehr als nur um ein Fußballspiel. Es werden verschiedene Testszenarien ausprobiert“, erzählte Oberbürgermeister Madsen in der NDR-Sendung „Das!“.

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Das ist Rostock:

  • Die größte Stadt unter den 84 Städten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern ist Rostock
  • Dort leben rund 209.000 Menschen (Stand: 2019)
  • Die Hafenstadt reizt doch ihre attraktive Lage an der Ostsee
  • Bekannt ist sie außerdem als Universitätsstadt mit der im Jahr 1419 gegründeten Uni
  • Rostock ist nicht nur ein beliebter Urlaubsort, sondern auch Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt im Norden Deutschlands

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Vor den Stadiontoren wurden Schnelltests durchgeführt, auf den Rängen herrschte Masken- und Abstandspflicht. In Kombination mit Tests und Hygieneregeln sollten die Zuschauer in Rostock die App „Luca“ nutzen, die im Falle einer Infektion eine unkomplizierte Nachverfolgung der Kontakte ermöglicht.

Rostock: Madsen zum besten Bürgermeister der Welt nominiert

Wenn die wissenschaftliche Auswertung des Hansa-Spiels mit Zuschauerbeteiligung positiv ausfällt, ist für ihn klar, dass diese Erfahrungen auf viele Bereiche des öffentlichen Lebens übertragbar sind – nicht nur auf den Fußball.

Nun gibt es viele Faktoren, die Einfluss haben können auf die Pandemielage in Rostock und nicht unbedingt mit dem Handeln im Rathaus zu tun haben. Viele denken, dass es Glück ist.

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Dass aber der 48 Jahre alte Madsen besonders aktiv ist und immer wieder mit Ideen und Konzepten auch in der Landeshauptstadt Schwerin vorstellig wird, ist offensichtlich. Jetzt könnte er sogar zum besten Bürgermeister der Welt gewählt werden.

Madsens Umgang mit der Pandemie sei beispielhaft, begründete die Welt-Bürgermeister-Stiftung in London die Entscheidung, Madsen in die sogenannte enge Auswahl aufzunehmen.

Rostock: „Sehr traurig“

„Man ist ja Stück weit Kapitän, aber die ganzen Matrosen, also die Verwaltung, die Bürger und Bürgerinnen haben auch einen großen Teil dazu beigetragen. Es ist interessant, aber es ist für mich unangenehm tatsächlich. Aber wenn Rostock dadurch positiv bekannt wird, dann freut es mich“, erklärt Madsen in der Sendung „Das!“.

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Gleichzeitig wird die Freude über die niedrigen Corona-Zahlen betrübt. Nach dem ganzen Hin und Her mit der AstraZeneca-Impfung hat der Bürgermeister auch schlechte Nachrichten.

„Ich glaube, es ist wichtig, dass wir vertrauen haben. Wir brauchen Vertrauen in die Impfstoffe. Ich hoffe, dass wir dann auch zu der Überzeugung gekommen sind, dass alles gut ist“, erzählt Madsen und fügt hinzu:

„Aktuell hab ich gehört, dass leider nur die Hälfte der vergebenen AstraZeneca-Termine in Rostock angenommen wurden. Das ist natürlich sehr traurig. Wir brauchen nämlich im Moment jede Impfung. Aber ich habe dennoch großes Vertrauen und bin überzeugt, dass die Menschen da gute Arbeit leisten. Ich persönlich würde mich ebenfalls impfen lassen. Das ist auch eine Signalwirkung, die extrem wichtig ist.“ (oa)

Die ganze Sendung mit Claus Ruhe Madsen kannst du >>> hier anschauen.