Rostock: Schwules Paar macht Ekel-Entdeckung an seinem Laden – „Kann jeden treffen“

An ihrem Laden in Rostock-Warnemünde musste ein Paar eine schockierende Entdeckung machen (Symbolbild).
An ihrem Laden in Rostock-Warnemünde musste ein Paar eine schockierende Entdeckung machen (Symbolbild).
Foto: imago images/BildFunkMV & picture alliance/dpa

Im August erst haben Holger und Stefan Wolf ihr Geschäft „Pet Shop Boyz“ in Rostock-Warnemünde veröffentlicht. Nicht einmal zwei Monate später muss das homosexuelle Paar einen widerlichen Zwischenfall erleben.

In der Nacht zum Donnerstag sind die Inhaber des Laden für Heimtierbedarf in Rostock Opfer rechtsradikaler und homophober Angriffe geworden. Das Paar ist fassungslos und schockiert. Die Polizei hat die Ermittlungen bereits aufgenommen.

Rostock: Rechte und homophobe Attacke auf schwules Paar

Wie Holger Wolf auf Facebook und gegenüber den „Norddeutschen Neuesten Nachrichten“ (NNN) berichtet, haben Unbekannte Hakenkreuze sowie rechte und homophobe Parolen auf die Scheiben des Geschäftes gesprüht.

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„Ich war so fassungslos, dass ich erst einmal ein bisschen geheult habe“, sagt Wolf den „NNN“ zu seiner ersten Reaktion, als er von seiner Vermieterin um kurz nach sieben Uhr am Donnerstagmorgen über den Vorfall informiert wurde.

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Das ist Rostock:

  • Die größte Stadt unter den 84 Städten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern ist Rostock
  • Dort leben rund 209.000 Menschen (Stand: 2019)
  • Die Hafenstadt reizt doch ihre attraktive Lage an der Ostsee
  • Bekannt ist sie außerdem als Universitätsstadt mit der im Jahr 1419 gegründeten Uni
  • Rostock ist nicht nur ein beliebter Urlaubsort, sondern auch Wirtschafts- und Verkehrsknotenpunkt im Norden Deutschlands

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Auch auf Facebook schreibt der „Pet Shop Boyz“-Betreiber betroffen: „Wenn Du aufwachst und eine Zeitreise machst. Es ist so nah und es kann jeden treffen.“ Jetzt ermittelt die Polizei gegen die noch unbekannten Täter.

Polizei Rostock ermittelt gegen unbekannte Täter

„Wir haben sofort die Polizei informiert und im Rathaus angerufen“, so Holger Wolf. Diese haben eine Strafanzeige wegen Sachbeschädigung und dem Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisation aufgenommen.

Zudem wurde die Eingangstür des Geschäfts mit Nägeln und Silikon verstopft. Weil sich die Türen aber auch per WLAN öffnen lassen, kam Wolf trotzdem herein.

Der Laden in Warnemünde ist der fünfte der Kette des Paares. Neben einem Online-Handel betreiben sie zwei Läden in Hamburg und je einen auf Sylt und in Münster.

Betreiber lassen sich nach Attacke in Rostock nicht einschüchtern

Die Unternehmer sind geschockt über die Schmierereien und Angriffe. So etwas hätten sie noch nie erlebt. „Die Nachbarn haben uns total freundlich aufgenommen, der Laden ist auf Anhieb gut angenommen worden“, erzählt Wolf den „NNN“.

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Sein Partner habe daraufhin gleich die Zelte in Warnemünde abbrechen wollen. Doch für ihn kommt das nicht in Frage: „Wir wollen uns nicht verstecken, wir leben ganz offen unsere Partnerschaft.“

Empörung und Fassungslosigkeit über Attacke in Rostock

Doch wie geht es nun weiter? Die Nachbarn und Anwohner in Rostock-Warnemünde sind empört und betroffen. Fassungslosigkeit macht sich breit. Ob in der direkten Umgebung der „Pet Shop Boyz“ oder auch darüber hinaus.

„Wir verurteilen ganz klar die homophobe Hetze, und finden, dass es ein ziemlich feiger Anschlag ist", kommentierte Claudia Gielow vom Verein Bunt statt Braun den Vorfall.

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Aus diesem Grund erwarte man von der Polizei gründliche Ermittlungen, da das Aufsprühen verfassungsfeindlicher Symbole „ein klarer Einschüchterungsversuch“ sei. (mk)