Rügen: Archäologen machen krassen Fund – sie wissen sogar, wem er gehörte

Bodendenkmalpfleger dürfen Feld und Flur mit Metalldetektoren abgehen und machen dabei oft spektakuläre Funde – auch auf Rügen.
Bodendenkmalpfleger dürfen Feld und Flur mit Metalldetektoren abgehen und machen dabei oft spektakuläre Funde – auch auf Rügen.
Foto: picture alliance / dpa

Spektakuläre Funde aus längst vergangenen Zeiten sind den Archäologen in Mecklenburg-Vorpommern in diesem Jahr gelungen. Einer davon ist mindestens ebenbürtig mit dem Blauzahn-Schatz von Rügen aus dem Jahr 2018.

Ebenfalls auf Rügen wurde in diesem Jahr ein mehr als 800 Jahre altes Fundstück entdeckt. Es hat einen Durchmesser von 3,6 Zentimetern und wurde in der Ortschaft Jarnitz gefunden.

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Rügen: „Wahrscheinlich der älteste bisher in Mecklenburg-Vorpommern gefundene Siegel-Stempel“

Dabei handelt es sich um einen bronzenen Siegel-Stempel aus der Zeit um das Jahr 1200. „Er gehörte einem Mann namens Hermannus“, erklärt Detlef Jantzen, Mecklenburg-Vorpommerns Landesarchäologe.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Dieser sei ein Geistlicher in Diensten des Bischofs von Roskilde und des Rügen-Fürsten Jaromar gewesen. Und es gibt noch etwas Besonderes an diesem Fund: „Es ist wahrscheinlich der älteste bisher in Mecklenburg-Vorpommern gefundene Siegel-Stempel.“

Silberfund ist dem Schatz von Schaprode auf Rügen ebenbürtig

In der Nähe von Fürstensee im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte fanden Archäologen bereits vor zwei Jahren auf einem Acker sogenanntes Hacksilber in größerer Menge – und noch mehr bei einer Nachgrabung in diesem Jahr.

Rund 1400 Einzelstücke aus der Zeit um das Jahr 1000 seien es insgesamt, berichtet Jantzen. Zusammen bringt der Silberschatz mehr als ein Kilogramm auf die Waage. Es handele sich um Barren, Schmuck und Münzen – teils intakt, teils zerhackt.

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Um diese Zeit habe vor allem den Silberwert gegolten und weniger die künstlerische Verarbeitung, sagt Jantzen. Die Münzen stammten unter anderem aus England und vom europäischen Festland. Wer den Schatz wann und warum vergraben hat, liege noch im Dunkeln.

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„Damit ist der Fund dem Schatz von Schaprode mindestens ebenbürtig“, schätzt Jantzen.

Schatz von Schaprode auf Rügen gehörte einem Dänenkönig

Auf einer Fläche von etwa 400 Quadratmetern nahe der Ortschaft Schaprode auf Rügen waren im Jahr 2018 kunstvoll geflochtene Halsreife, Perlen, Fibeln, einen Thorshammer, zerhackter Ringschmuck und zwischen 500 bis 600 teils zerhackte Münzen gefunden worden.

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Mehr als 100 Münzen konnten der Regentschaft des legendären Dänenkönigs Harald Blauzahn (910-987) zugeordnet werden.

Fund aus dem Mittelalter im Kreis Rügen-Vorpommern

Im Landkreis Rügen-Vorpommern kamen beim Anlegen eines Drainage-Grabens nahe Ribnitz-Damgarten außerdem zwei Tontöpfe mit silbernen, dünnen Hohlpfennigen mecklenburgischer und pommerscher Prägung aus dem Mittelalter zum Vorschein.

Für viele spektakulären Funde in Mecklenburg-Vorpommern sind rund 200 ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger verantwortlich, denn sie dürfen Feld und Flur mit Metalldetektoren abgehen.

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Entdecken sie etwas, dokumentieren sie seine Lage und den Fundzusammenhang, bergen das Stück und übergeben es der Forschung. Außerdem beobachten sie ihre jeweilige Region, um Raubgräber abzuhalten. (dpa/mk)