Rügen: Steht die Insel bald vor einem Trinkwasserproblem? „Ein sensibles Thema“

Mit dem Klimawandel wird die Sicherung der Trinkwasserversorgung auch auf der Insel Rügen zum Thema.
Mit dem Klimawandel wird die Sicherung der Trinkwasserversorgung auch auf der Insel Rügen zum Thema.
Foto: IMAGO / Jens Koehler, IMAGO / Petra Schneider (Montage MOIN.DE)

Es gab zwar zahlreiche regenreiche Tage im Norden, so auch auf der Sonneninsel Rügen in den vergangenen Monaten. Die Sicherung der Trinkwasserversorgung ist jedoch deutschlandweit ein Thema. Man braucht sich nur an die Trockenheit in den vergangenen Sommern zu erinnern.

Das Bundesumweltministerium nimmt die Situation ernst. Es will Anfang Juni die Nationale Wasserstategie vorstellen. Es soll darum gehen, wie wir im Jahr 2050 die Wasserversorgung für uns Menschen und für unsere Umwelt in ausreichender Menge und notwendiger Qualität sichern können. Wie ist die Lage auf Rügen? Bekommt die Ostsee-Insel ein Trinkwasserproblem?

Rügen: „Können bei der Förderung nicht überall tiefer gehen“

Axel Rödiger, Geschäftsführer des Zweckverbandes Wasserversorgung/Abwasserbehandlung Rügen, sagt im Gespräch mit der „Ostsee-Zeitung“: „Natürlich ist die Trinkwasserversorgung vielerorts mittlerweile ein sensibles Thema.“

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Für Rügen gibt er jedoch Entwarnung: „Die Speicher unserer Trinkwasserfassungen sind trotz der zum Teil langen Dürreperioden gut gefüllt.“

Rügen zähle in Fachkreisen zu den so genannten Gunststandorten, was die Versorgung mit Wasser angeht. Das habe durchaus mit der Lage am Meer zu tun. Diese sorge für eine hohe Luftfeuchtigkeit, die sich auf die Wasserversorgung des Bodens auswirke, beispielsweise in Form von Tau.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Auf die Frage der „Ostsee-Zeitung“, ob es in tiefer gelegenen Schichten noch Trinkwasserreserven gebe, antwortet Rödiger, das hänge vom Standort ab. „Wir können bei der Förderung nicht überall tiefer gehen.“ Wenn Wasser aus einer Salzschicht ins Netz gepumpt werden würde, wäre es als Trinkwasser völlig unbrauchbar. Beim Brunnen in Dreschvitz müsse man beispielsweise schon heute mit sehr viel Fingerspitzengefühl vorgehen.

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Mit Blick auf die Trinkwasserversorgung in der Zukunft und den Klimawandel sagt Rödiger: „Wir bauen seit Jahren den Verbund der Rügener Wasserwerke aus. Das bedeutet, dass zunehmend nicht nur ein Wasserwerk für die Versorgung einer Region zuständig ist, sondern je nach Verbrauch die verschiedenen Wasserfassungen angezapft werden.“

Dadurch sei eine gleichmäßige Grundwasserentnahme aus den Brunnen gewährleistet und langfristig auch die Versorgungssicherheit garantiert. (kbm)