Rügen: Einst das wertvollste Gebäude auf der Insel – wie es heute aussieht, ist kaum zu fassen

Auf Rügen gibt es neben der Landschaft auch einige „Lost Places“ zu entdecken.
Auf Rügen gibt es neben der Landschaft auch einige „Lost Places“ zu entdecken.
Foto: imago images/Andreas Gora & imago images/STAR-MEDIA

Auf der Insel Rügen kann man nicht nur schöne Strände und Naturschönheiten entdecken, es gibt auch sogenannte „Lost Places“.

Sehr beliebt sind dabei auf Rügen Schlösser. Als Beispiele kann man Ranzow, Spyker, Ralswiek und das Jagdschloss Granitz nennen. Die meisten wurden aufwendig saniert, doch eines der prächtigsten Schlösser ist heute leider nur noch eine Ruine.

Rügen: Das geschah aus dem eins wertvollstem Gebäude der Insel

Es handelt sich um das „weiße Schloss am Meer“ – oder auch besser bekannt als Schloss Dwasieden. Dwasieden ist ein Ortsteil der traditionsreichen Hafenstadt Sassnitz, die die meisten Touristen wegen der berühmten Kreideküsten anzieht.

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Doch was viele nicht wissen: Nicht weit davon existiert noch heute Teile eines Schlosses, welches das wertvollste Gebäude der Insel Rügen darstellte.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Das Schloss Dwasieden wurde im Auftrag von Adolph von Hansemann zwischen 1873 und 1877 erbaut. Er galt damals als einer der reichsten Männer der Bismarckzeit und besaß die „Berliner Diconto Gesellschaft“, einen Vorreiter der heutigen „Deutschen Bank“. Architekt war Friedrich Hitzig.

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Rügen: Das Schloss geizte nicht mit Prunk

Untypisch für damalige norddeutsche Verhältnisse: Das Schloss wurde aus massivem Sandstein, Granit und echten Marmor erbaut. Deshalb kostete es auch sage und schreibe vier Millionen Goldmark. Aber auch die Innenausstattung war äußerst prunkvoll:

„Die wertvollen Ebenholzschnitzereien, die antiken Kamine aus weißem Marmor, die kostbaren Teppiche der Schmiedeberger Industrie, und all die zahlreichen Kunstgegenstände, die in Folge ihrer Seltenheit und ihrer Schönheit schon an und für sich ein großes Vermögen repräsentieren – all dies machte auf mich einen überwältigenden Eindruck.“, schrieb Adolph Kohut 1887 in seinem Werk „Am Dünenstrand der Ostsee“.

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Aber was geschah mit diesem prächtigen Architekturwunderwerk?

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Rügen: Bleibt das Schloss für immer eine Ruine?

Wie so viele Gebäude und Städte litt auch das Schloss an den massiven Eingriffen des Krieges. 1934 wurde das Schloss militärisch genutzt und 1948 schließlich teilweise gesprengt.

Trotz des Potentials des Standorts an sich verliefen Pläne aus der Parkanlage ein großes Kurgebiet zu etablieren bisher im Sand. (pag)