Rügen in Not! Zahlreiche Einwohner sind betroffen – „Kaum jemand verdient mehr“

Die Insel Rügen ist ein beliebter Urlaubsort.
Die Insel Rügen ist ein beliebter Urlaubsort.
Foto: imago images/Emmanuele Contini

Wer auf Rügen Urlaub macht, muss teilweise tief in die Tasche greifen. Vor allem die Unterkünfte auf der Insel sind nicht unbedingt billig.

Doch das betrifft nicht nur die Urlauber. Besonders die Einwohner der Insel Rügen leiden unter den immer weiter steigenden Immobilienpreisen und Lebenshaltungskosten.

Rügen: Die Lage auf der Insel ist ziemlich schlecht

Für die Einheimischen der Ostsee-Insel ist das ein großes Problem. Denn Vorpommern-Rügen ist der viertärmste Landkreis Deutschlands. Viele Menschen von dort kehren der Region den Rücken.

Die Lage ist ausgesprochen schlecht: Fast ein Viertel der Bewohner von Rügen lebt unter der Armutsgrenze von 781 Euro, berichtet die „Berliner Zeitung“.

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Das soll unter anderem daran liegen, dass im Winter, wenn die Saison des Hochtourismus vorbei ist, die Arbeitslosigkeit steigt. Hinzu kommt: Im Sommer sind die Löhne schlecht – so kann nicht genug angespart werden.

Andreas Hampel leitet in Bergen auf Rügen die Caritas-Schuldnerberatung. Er sagte der „Berliner Zeitung“: „Anfangs waren es vor allem arbeitslose Menschen, die zu uns kamen. In den letzten Jahren rutschen immer mehr erwerbstätige Leute in die Schulden.“

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Darunter viele Leute aus dem Tourismus. Reinigungskräfte, Köche, Kellnerinnen. „Die Einkünfte, die die haben, liegen um den Mindestlohn, kaum jemand verdient mehr.“

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Rügen: Einwohner blieben auf der Strecke

Weil die Leute die Insel verlassen, gibt es bei Hotels und Gaststätten Arbeitskräftemangel. Ein weiteres Problem ist laut des Berichts, dass es unter den Beschäftigten im Tourismus oftmals keine Gewerkschaftsstrukturen gebe.

Der Vorsitzende des Rügener Tourismusverbandes, Knut Schäfer, sagte, dass der Bauboom der 90er und 2000er dazu beigetragen habe, dass der Einwohner ein bisschen auf der Strecke geblieben sei.

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Er sieht laut „Berliner Zeitung“ aber nicht niedrige Löhne als entscheidenden Punkt: „Ich würde das nicht nur am Lohnniveau festmachen.“ „Die Attraktivität der Tourismusbranche als Arbeitgeber hängt auch davon ab, wie Arbeitszeiten und Kinderbetreuung geregelt sind. Da muss mehr Flexibilität her in der touristischen Arbeit.“ (rg)