Rügen: Massenweise Urlaubs-Stornierungen – DESWEGEN muss vielleicht trotzdem gezahlt werden

Zwei Kinder sitzen an der Küste von Sassnitz auf Rügen und blicken auf das verlassene Meer.
Zwei Kinder sitzen an der Küste von Sassnitz auf Rügen und blicken auf das verlassene Meer.
Foto: imago images / Andreas Gora

Für die Unternehmen und Beschäftigten im Tourismus wird die zweite Corona-Welle zum erneuten Tiefschlag. Ganz zu schweigen von den Urlaubern selbst, von denen viele aktuell gerne nach Rügen gefahren wären.

Das Ganze ist gleich doppelt ärgerlich: Die Menschen können sich einerseits nicht vom Corona-Stress erholen und andererseits fallen wichtige Einnahmen für die Tourismusbranche wie jene auf Rügen weg. Oder etwa nicht? Denn Touristen, die gar nicht erst kommen, könnten trotzdem zum Zahlen verdammt werden.

Rügen: Chaos durch unterschiedliche Regelungen

Corona stürzt Deutschland wieder ins Chaos. Die Fallzahlen steigen drastisch an. Einige Großstädte wurden bereits als Risikogebiete deklariert. Viele Urlauber, die aus diesen Städten kommen; canceln nun ihre Reise und fühlen sich damit fein raus aus der Sache.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Doch was so einfach klingt, könnte bald in einem großen Rechtsstreit ausufern. Der Knackpunkt: In Mecklenburg-Vorpommern ist es Touristen aus Risikogebieten schlicht gar nicht verboten, einzureisen und zu übernachten. In Niedersachsen gilt das sogenannte Beherbergungsverbot dagegen beispielsweise seit dem 10. Oktober.

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Möchte man als Urlauber nach Rügen reisen, muss sich lediglich an gewisse Quarantäne-Auflagen gehalten werden. Doch auch diese sorgen für Diskussionen, denn die wenigsten Urlauber wollen 14 Tage Quarantäne im Hotel verbringen, um dann wieder nach Hause zu fahren. Eine Entbindung von der Quarantäne ist möglich, wenn nach fünf Tagen ein zweiter negativer Test vorgelegt wird.

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Bald könnten sämtliche Fälle kostenloser Stornierungen vor Gerichten landen, die dann entscheiden müssen, wer für die Kosten aufkommt. Werden Stornierungsgebühren fällig oder müssen Gäste, die nicht reisen, trotzdem am Ende den vollen Preis bezahlen?

Was sagt das Gesetz?

Das Gesetz sieht kostenlose Stornierungen nur dann vor, wenn als Grund „unvermeidbare“ oder „außergewöhnliche“ Umstände vorliegen. Genau dieser Punkt sorgt für Diskussionen. Liegen unvermeidbare Umstände vor, wenn die Reise an sich nach Rügen gar nicht wirklich verboten ist?

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Weitere Neuigkeiten aus Norddeutschland:

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Bereits im Frühjahr während der ersten Welle kam diese Frage damals schon mal auf. Doch damals herrschte ein Reiseverbot, sodass die Touristen und Urlauber nichts für ihren ausbleibenden Urlaub konnten. Dieses Mal ist die Lage wegen der unterschiedlichen Regeln der Länder deutlich schwieriger zu beurteilen. (mh)

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