Rügen: Skurriler Streit auf der Insel – selbst der Richter kann es kaum fassen

Sagard auf Rügen: Eine beschauliche Gemeinde – in der zwei Firmen in einen irren Streit geraten sind.
Sagard auf Rügen: Eine beschauliche Gemeinde – in der zwei Firmen in einen irren Streit geraten sind.
Foto: imago stock&people

Auf der Insel Rügen sind zwei Firmen in einen heftigen – und äußert skurrilen – Streit geraten. Diese Woche hat sogar das Gericht darüber verhandelt, jedoch ohne Ergebnis.

Bei dem bizarren Fall auf Rügen geht es um „Material von geringem Wert“: 6.000 Tonnen abgefräster Straßenbelag; ein Haufen Asphalt.

Rügen: Straßenbelag sorgt für Ärger

Sandro Wenzel, Bürgermeister der Gemeinde Sagrad auf Rügen, betreibt die Firma SAW GmbH, auf deren Gelände eine Baufirma Mitte April den Asphalt abgeladen hatte.

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Wie die „Ostsee Zeitung“ berichtet, sei damals ein mündlicher Kaufvertrag abgeschlossen worden, eine Rechnung hat Wenzel bisher nicht erhalten. Ebenfalls Anspruch auf den Straßenbelag erhebt die Firma KFR Kreide-Farbenwerk Rügen GmbH.

Anzeige gegen die Polizei auf Rügen

Laut deren Prokurist habe die Firma den Asphalt im Juli erworben – inklusive Kaufvertrag und Zahlungsbeleg. Der Straßenbelag sei lediglich bei Wenzel zwischengelagert worden.

Als der Bürgermeister einen Teil des Asphalts umlagern wollte, eskalierte die angespannte Lage. Nico Gruber von der Firma KFR schaltete die Polizei ein.

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Als diese nichts unternahm, zeigt er sogar die Beamten an! Die Verfahren sind jedoch kurz darauf wieder eingestellt worden. Am Mittwoch ist der Fall dnn vor dem Landgericht Stralsund verhandelt worden.

Rügen: Bürgermeister lenkt ein

Über mehrere Stunden – mit keinem Ergebnis. Richter Rüdiger Rinnert gab zu Bedenken, dass es durchaus sein könnte, dass die Straßenbaufirma den Asphalt doppelt verkauft hätte.

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Das ist Rügen:

  • Insel vor der Ostseeküste Vorpommerns
  • Flächengrößte und bevölkerungsreichste Insel Deutschlands
  • Etwa 77.000 Menschen leben hier
  • Rügen ist zehnmal größer als Sylt
  • Auf der Insel gibt es 100 Sonnenstunden pro Jahr mehr als in München
  • Neben Stränden gibt es auf Rügen auch viele Naturschutzgebiete

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Ein einlenkenden Angebot kommt schließen von Sandro Wenzel: Er schlug vor, den Straßenbelag auf eigene Kosten und gerne auch unter Aufsicht auf das Gelände der KFR zu verfrachten.

Material auf Rügen könnte belastet sein

Beide Parteien sollen jeweils ihre Anwälte zahlen, die Gerichtskosten solle man aufteilen. Ein vernünftiger Deal – den die Vertreter der KFR ablehnen!

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Die Begründung: Das Material sei inzwischen bewegt worden und könnte sich mit schwermetallbelastetem Material, das ebenfalls auf Wenzels Platz gelagert werde, vermischt haben.

Rügen: Zweites Angebot von Bürgermeister

Deshalb besteht die KFR darauf, Proben zu ziehen, das wiederum lehnt der Bürgermeister konsequent ab. Dessen nächstes Angebot: Er liefere 1.500 Tonnen des Asphalts, die garantiert nicht mit dem Metall in Berührung gekommen sind.

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1.500 weitere Tonnen würde die Straßenbaufirma liefern. Das habe diese zugesichert, wenn der Streit beigelegt wird. Zudem würde Wenzel die kompletten Verfahrenskosten übernehmen.

Rügen: „Damit hätte wohl niemand gewonnen“

Wiederum lehnte die KFR ab – sehr zum Leidwesen des Richters, der damit die Verhandlung schließt.

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Wenn die KFR das Angebot nicht annehme, soll der Asphalt erst einmal an Ort und Stelle liegen bleiben, bis die Eigentümerfrage geklärt ist. „Damit hätte wohl niemand etwas gewonnen“, fasst er zusammen. (lh)