Schleswig-Holstein: Bei dieser Ankündigung von Daniel Günther drehen einige durch – „Ein Fehler“

Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, im Landtag von Kiel.
Ministerpräsident von Schleswig-Holstein, Daniel Günther, im Landtag von Kiel.
Foto: picture alliance/dpa

Die ersten Lockerungen sind beschlossen. Nach dem Corona-Gipfel am Mittwoch hat Daniel Günther, Ministerpräsident von Schleswig-Holstein die „ersten Öffnungsschritte“ verlauten lassen.

Diese sind inzwischen konkret geworden. Viele Bürger in Schleswig-Holstein haben darauf gewartet, andere wiederum kritisieren die neuen Beschlüsse.

Schleswig-Holstein: Lockerungen werden offiziell verkündet

Zoos, Wildparks, Gartenbaucenter und Blumenläden sollen in Schleswig-Holstein zum 1. März öffnen. Das kündigte Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) am Donnerstag im Landtag an.

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Gleiches gelte für bestimmte Sportmöglichkeiten im Inneren sowie für Friseursalons und Nagelstudios.

Praktische Fahrschulstunden für berufsspezische Ausbildungen sollen Günther zufolge ab 22. Februar möglich sein, analog zu Regelungen in anderen Ländern.

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Das ist Daniel Günther:

  • Er wurde 1973 in Kiel geboren
  • Der CDU-Politiker ist seit 2017 Ministerpräsident von Schleswig-Holstein
  • Er studierte in Kiel Politikwissenschaft, VWL und Psychologie
  • Daniel Günther ist katholisch, verheiratet und Vater zweier Töchter

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Darauf hatte sich die Jamaika-Koalition am Mittwochabend nach der Ministerpräsidentenkonferenz mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) verständigt. Der Gesundheitsschutz der Menschen sei weiterhin das Wichtigste, sagte Günther.

Schleswig-Holstein mit erweiterter Teststrategie

Generell hatten Bund und Länder am Mittwoch die Verlängerung des Corona-Lockdowns mit geschlossenen Geschäften, Gaststätten und Freizeiteinrichtungen bis 7. März beschlossen. Länder haben aber auch eigene Regelungsmöglichkeiten.

So sollen Grundschulen und Kitas in Schleswig-Holstein am 22. Februar in den regulären Präsenzbetrieb zurückkehren. Dies soll einhergehen mit einer erweiterten Teststrategie des Landes. Lehrkräfte und andere an Schulen und in Kitas Beschäftigte sollen sich regelmäßig testen lassen können.

Schleswig-Holstein lag mit Stand Mittwochabend bei 60,2 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen. Das war im Länderranking der sechste Platz.

Die neuen Pläne lösen natürlich auch bei der Bevölkerung zahlreiche Reaktionen aus, die mitunter auseinander gehen.

Schleswig-Holstein: „Gefährdung der Kinder“

Unter anderem führt der Ausblick auf die frühe Öffnung der Kitas und Schulen zu Bedenken.

Eine Frau kommentiert beispielsweise: „Die Schulöffnung und Kitaöffnung ist ein Fehler! Da wurde wahrscheinlich aus Sicht des Wahlkampfs gedacht. Pädagogisch vielleicht nachvollziehbar, virusbedingt eine Gefährdung der Kinder, Eltern und Lehrer!“

Darauf reagiert eine andere mit einer gegenteiligen Auffassung: „Warum ist das ein Fehler? Meine Tochter geht von Beginn an in die Notbetreuung und bisher war dort nichts, während die Zahlen außerhalb der Kita immer steigen, das Problem ist nicht die Betreuung der Kinder, das Problem sind wir Erwachsenen.“

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Auch kritisieren einige die Öffnung der Friseure und fordern das gleiche für den Tourismus:

„Hauptsache die Haare schön. Nichts gegen die Friseure. Unsinn ist es trotzdem. Tourismus ist das, was Schleswig-Holstein am Leben hält. Davon lebt Schleswig-Holstein.“

Schleswig-Holstein: Forderung nach Lockerungen für den Tourismus

Darauf entgegnet eine andere, dass eine derartige Forderung mit dem jetzigen Inzidenzwert nicht vereinbar sei: „Logisch, dass Tourismus derzeit nicht gern gesehen ist. Ostholstein stand lange gut da, ist inzwischen über 80. Wundert aber auch nicht, wenn man sieht wie voll die Strände an Schönwettertagen vor allem am Wochenende sind. Da fragt man sich, ob es woanders keine schönen Ecken gibt zum Spazieren.“

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Eine anderer Kommentar deutet auf das Hygienekonzept bei Friseursalons hin, um dadurch den „Schwarzmarkt“ zu vermeiden: „Friseure werden nur geöffnet, weil es sicherer ist sich im Laden mit Hygienekonzept die Haare zu schneiden, statt irgendwo bei Jemandem zuhause. Die Leute haben ja quasi auf dem ,Schwarzmarkt“ nach Friseuren geguckt.“

Die Meinungen zu den angestrebten Lockerungen gehen auf jeden Fall auseinander. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Geschehnisse weiter entwickeln.

(dpa/ pag)