Schleswig-Holstein: Schlimmer Vorfall auf einem Hof – „Erschütternd und macht einen natürlich betroffen“

Blick auf einen Geflügelbetrieb im Kreis Plön in Schleswig-Holstein.
Blick auf einen Geflügelbetrieb im Kreis Plön in Schleswig-Holstein.
Foto: picture alliance/dpa

In Schleswig-Holstein hat es einen schlimmen Vorfall auf einem Bauernhof gegeben.

Denn hier wurde die Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, in der Gemeinde Kühren (Schleswig-Holstein) nachgewiesen.

Schleswig-Holstein: Geflügelpest-Alarm in dieser Gemeinde

Wie ein Sprecher des Landwirtschaftsministeriums bestätigte, wurden in einer Geflügelhaltung im Kreis Plön etwa 76.000 Legehennen gekeult. Der Vorgang wurde am Abend beendet, eine Firma entsorgte anschließend die Kadaver.

+++ Ostsee: Im Hinterland bahnt sich etwas Unglaubliches an, Anwohner gehen auf die Barrikaden +++

Bei dem betroffenen Betrieb handelte es sich um eine Bodenhaltung. Die Hühner könnten sich dort frei bewegen auf mehreren Etagen, sagte der Betreiber am Montag: „Das ist für einen verantwortungsbewussten Hühnerhalter so ziemlich das Schlimmste, was einem passieren kann.“

Es habe in der Anlage strenge Hygienemaßnahmen gegeben. Dass das Virus trotzdem in den Bestand gelangte, sei „erschütternd und macht einen natürlich betroffen“. Er berichtete von umfangreichen Sicherheitsvorkehrungen, „da man ja weiß, dass in dieser Zeit des Vogelflugs das Risiko der Vogelgrippe besteht.“

Schleswig-Holstein: Der größte Betrieb, der von der Geflügelpest betroffen war

Die Tierseuchenkasse werde sicher nicht den kompletten Schaden tragen, sagte der Anlagen-Betreiber. Zur Höhe konnte er keine Angaben machen. Die Ställe würden nach der Tötung der Tiere mehrere Mal desinfiziert. Anschließend werde der Betrieb mit der Aufzucht von Küken beginnen. Es werde ein halbes bis ein dreiviertel Jahr dauern, bis der Betrieb wieder Eier produzieren werde.

+++ Sankt Peter-Ording: Traurige Entdeckung am Strand – „So grausam“ +++

Zuvor hatte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) bei einem der Tiere den Subtyp H5N8 nachgewiesen. „Das ist der größte Betrieb, der in Schleswig-Holstein bislang von der Geflügelpest betroffen war“, sagte der Ministeriumssprecher.

Durch die Tötung der Tiere soll verhindert werden, dass sich das Virus weiter ausbreitet. Die Region wurde in einem Radius von drei Kilometern zum Sperrbezirk und in einem Umkreis von zehn Kilometern zum Beobachtungsgebiet erklärt.

Schleswig-Holstein: „Situation hat sich wieder verschärft“

Nach Ansicht von Landwirtschaftsminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) zeige der Fall, „dass sich die Situation im Land in Bezug auf das Geflügelpestgeschehen leider wieder verschärft.“

+++ Lübeck: Als ein Mexikaner hier ankommt, erlebt er eine Riesenüberraschung +++

Landesweit gilt noch immer in allen Kreisen und kreisfreien Städten die Stallpflicht für Hausgeflügel. Im Norden ist in bislang neun Geflügelhaltungen mit rund 81.000 Tieren die Geflügelpest nachgewiesen worden. Zudem hat sich der Nachweis der Krankheit bei Wildvögeln auf rund 485 erhöht.

---------------

Mehr News von der Nordsee:

---------------

„Dass es trotz aller Anstrengungen immer wieder zu Ausbrüchen der Geflügelpest kommt, sorgt bei allen Geflügelhaltern für großes Unbehagen“, sagte der Vorsitzende des Geflügelwirtschaftsverbandes, Hans-Peter Goldnick. Absolute Sicherheit gebe es auch bei größtmöglicher Sorgfalt nicht.

Schleswig-Holstein: Mehr als 900.000 Tiere mussten bundesweit gekeult werden

Der Vorsitzende rechnet damit, dass die Stallpflicht vorerst bestehen bleibt. „Wir wissen, was diese Maßnahme für die betroffenen Tiere bedeutet und auch die Tierhalter zunehmend vor Herausforderungen stellt.“

Die Geflügelpest, auch Vogelgrippe genannt, ist eine Infektionskrankheit, die vor allem bei Wasservögeln und anderen Vögeln vorkommt. Mit den angeordneten Aufstallungen soll verhindert werden, dass die Krankheit Haus- und Nutztierbestände befällt. Die Geflügelpest-Epidemie von November 2016 bis Frühjahr 2017 war die schlimmste Tierseuchenwelle dieser Art in Deutschland seit Jahrzehnten.

+++ Sankt Peter-Ording: Einbrecher auf der Flucht! Aber er hat einen echten Nachteil... +++

Mehr als 900.000 Tiere mussten bundesweit gekeult werden, allein in Schleswig-Holstein etwa 65.000. Auch, wenn die derzeit zirkulierenden Erreger dem FLI zufolge nicht auf den Menschen übertragen werden können, sollten tote Tiere nicht angefasst werden. (dpa/oa)