Schleswig-Holstein: Mann kann über seine Post nur lachen – „Hat noch jemand so etwas Tolles in seinem Briefkasten?“

Bodo Schiffmann bei der Querdenken-Demonstration in Berlin Ende August. Eine Person in Schleswig-Holstein scheint Fan seiner Bewegung zu sein.
Bodo Schiffmann bei der Querdenken-Demonstration in Berlin Ende August. Eine Person in Schleswig-Holstein scheint Fan seiner Bewegung zu sein.
Foto: imago images/Future Image

Den Leuten Zettel mit kruden Weltansichten in die Briefkästen werfen, scheint Trend zu sein. Erst kürzlich berichteten wir über einen Mann aus Hamburg, der stinksauer über einen Fund in seiner Post war. Nun berichtet ein Einwohner aus Schleswig-Holstein über einen ähnlichen Fall.

Besonders bizarr ist, dass der Zettel in seinem Briefkasten auch noch per Hand geschrieben wurde. Die Schrift ist nicht wirklich leserlich. Wer sie entschlüsseln will, muss sich Mühe geben. „Hat noch jemand so etwas Tolles in seinem Briefkasten?“, fragt der Mann aus Flensburg in Schleswig-Holstein. „Das war auch bei mir im Haus heute in allen Briefkästen“, antwortet ihm eine Frau.

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Schleswig-Holstein: „Für den Frieden in Europa“

„Für den Frieden in Europa“, fängt die Nachricht an. Ein schöner Beginn. Nur – haben wir keinen Frieden in Europa? Der letzte Krieg ist doch schon eine Weile her. Aber darum scheint es dem Verfasser auch nicht zu gehen.

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„Bitte informiert über die aktuelle Lage in dieser Republik. Der Mainstream informiert euch: zensiert!!!“, heißt es.

Mann aus Schleswig-Holstein wird zu Youtube geraten

Wer zu diesem Mainstream gehört, wird leider nicht erklärt – aber dafür macht der Verfasser deutlich, wer seiner Meinung nach nicht zum Mainstream gehört und fordert, sich auf Youtube bei bestimmten Medien zu informieren.

Ganz unzensiert geben wir an dieser Stelle die Auflistung dieser Medien wieder. Und zwar werden genannt: Rubikon, Bittel TV, Epoch Times, Querdenken und Ken FM.

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Schleswig-Holstein: Unwahrheiten und Verharmlosung

Diese Youtube-Kanäle rühmen sich tatsächlich öfter damit, irgendwie anders und Anti-Mainstream zu sein. Das Problem dabei: Sie verbreiten teilweise fernab des wissenschaftlichen Diskurses iUnwahrheiten, verharmlosen das Coronavirus oder interpretieren Statistiken falsch und stellen Vermutungen auf.

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Bittel TV-Macher Roger Bittel ist ein Kumpane von Bodo Schiffmann. Was beide eint, ist ihre Unterstützung für Bewegungen wie das ebenfalls in der Liste genannte „Querdenken“, wo Corona-Leugner oder Verharmloser erst kürzlich gemeinsam in Berlin mit Rechtsradikalen gegen die Pandemie-Maßnahmen marschierten (wir berichteten).

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So hält beispielweise Bodo Schiffmann die Bilder von Corona-Toten in Italien, die in Särgen von der Armee abtransportiert worden, für inszeniert oder zu einem Schiffsunglück vor Lampedusa gehörend, wie er auf einer Demonstration sagte.

Das Coronavirus findet der Sinsheimer nicht schlimmer als eine Grippe – auch wenn die Wissenschaft weltweit mehrheitlich etwas anderes sagt. Auch gibt er sich gerne als Mediziner, wobei Bodo Schiffmann kein Virologe ist, sondern eine Schwindelambulanz besitzt.

Schleswig-Holstein: Flensburger machen sich lustig

Der Kanal Rubikon schlägt in eine ähnliche Kerbe, wie uebermedien.de berichtet. Gleiches gilt für Ken FM und dessen Macher Ken Jebsen. Die Plattformen bieten Platz für unwissenschaftlichen Diskurs, Verschwörungen und Falschbehauptungen.

Faktenchecks wie hier beim ZDF zu Ken FM halten sie jedoch nicht stand und bezichtigen im Gegenzug gerne die Medien oder Wissenschaftler, die sie kritisieren, als Mainstream und Lügner.

„Epoch Times“ wurde als Reaktion auf die Unterdrückung der umstrittenen sprirituellen Falun Gong-Sekte gegründet und erfreut sich wegen einschlägiger Berichterstattung seit Jahren großer Beliebtheit bei Menschen aus dem rechten oder rechtsradikalen Spektrum.

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Die Flensburger jedenfalls lassen sich von dem Zettel nicht aus der Ruhe bringen. „Haha, die besten Quellen zum Aluhutinformationen holen, viel besser als die GEZ-Lügenpresse“, schreibt ein Mann ironisch mit vielen lachenden Smileys.

Schleswig-Holstein: Lieber Zeugen Jehovas vor der Tür

„Das artet immer mehr zu einer Sekte aus. Wenn die jetzt schon damit anfangen, Leute bekehren zu wollen. Da hab ich ja lieber Zeugen vor der Tür“, schreibt eine Frau.

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Viel interessanter als den Inhalt scheinen die Flensburger die Tatsache zu finden, dass der Zettel mit der Hand geschrieben ist – oder als handgeschriebener Zettel kopiert und dann in die Briefkästen geschmissen wurde.

Dass die Corona-Pandemie Verschwörungstheorien befeuert, hat auch eine Buchhändlerin aus Hamburg zu spüren bekommen. Wir haben >>> hier mit ihr über ihre traurigen Erfahrungen gesprochen. (rg)